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11. Juli 2019 15:36; Akt: 11.07.2019 15:43 Print

Spionageskandal in der Bundesliga

Es geht um Datenklau im großen Stil: Eintracht Frankfurt soll RB Leipzig ausspioniert haben. Nun hat der Bundesligist eine Klage am Hals.

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Zugegeben hat er es Peter Fischer schon einmal. Eintracht Frankfurts Präsident bestätigte gegenüber der Bild, dass der Verein einen U-17-Trainer entlassen habe, der für die Spionage bei RB Leipzig verantwortlich gewesen sei. Doch der Verdacht erhärtet sich, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sein könnte.

Über Jahre soll sich der Juniorencoach ins Scouting-System ISB (International Soccer Bank) des Bundesliga-Konkurrenten eingeloggt haben, wodurch er Einsicht in Daten von fast 235.000 Spielern weltweit hatte. Offenbar seien auch Profile von internationalen Topspielern abgerufen worden – für diese hätte sich ein Nachwuchstrainer eigentlich nicht zu interessieren. «Für uns ist das ein Riesenskandal. Wir reden hier nicht von Falschparken. Das ist 22 Monate Diebstahl von Daten», sagt Jürgen Kost, Geschäftsführer der ISB. So lange dauerte es nämlich, bis der Missbrauch aufgedeckt wurde.

Wie viele Personen waren involviert?

Kost spricht von exakt 5664 Zugriffen über diesen Zeitraum und glaubt deshalb, dass mehr als nur eine Person am Werk gewesen sei: «Die Häufigkeit und intensive Nutzung lässt den Rückschluss zu, dass es sich nicht nur um eine Einzelperson handelt – speziell wenn man weiß, welches Arbeitspensum Trainer bewältigen müssen.» Gegen diesen Vorwurf wehrt sich Frankfurts Aufsichtsratsmitglied Dieter Burkert entschieden: «Man muss bei der Benennung aufpassen: Ein Log-in in die Datenbank bedeutet einen Zugriff. Die genannte Zahl sind aber die Klicks.» Log-ins habe es im erwähnten Zeitraum 170 gegeben, der mittlerweile entlassene Trainer habe sich einfach durch die Profile geklickt.

Die ISB hat nun beim Landgericht Frankfurt eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung und Datenmissbrauchs gegen Eintracht Frankfurt eingereicht. Vorerst forderte die Firma rund 200.000 Euro, mittlerweile beläuft sich der Streitwert noch auf knapp 43.000 Euro.

Die Log-in-Daten sollen übrigens von RBs ehemaligem New-York-Chefscout weitergegeben worden sein. Der Mann wurde bereits entlassen – da es offenbar weitere Zugriffe gab, mit denen Frankfurt nichts zu tun hatte, wird davon ausgegangen, dass er die Angaben auch noch an andere Personen weitergab. Und was sagt RB dazu? «Wir haben Kenntnis von Unregelmäßigkeiten in einem nicht unerheblichen Umfang», so Kommunikationsdirektor Florian Scholz gegenüber Sport im Osten. Er glaubt aber nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen den Zugriffen auf die Datenbank und Transfers seitens Eintracht Frankfurt gegeben habe. Sicher ist jedoch: Die Anwälte werden sich noch eine Weile damit beschäftigen und für Eintracht Frankfurt ist ein riesiger Imageschaden entstanden.

(L'essentiel/fas)

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