Gerson Rodrigues

10. Oktober 2019 11:30; Akt: 10.10.2019 12:25 Print

«Meine Mutter wird mir von oben zusehen»

LISSABON/LUXEMBURG – Der in Lissabon geborene Fußballer spielt am Freitag für Luxemburg gegen Portugal. Vor dem Aufeinandertreffen denkt er an seine verstorbene Mutter.

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Gerson Rodrigues hat seine Kindheit in den Vororten Lissabons verbracht. Nun kehrt er zurück zu seinen Wurzeln. (Bild: Editpress/Gerry Schmit)

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Auch wenn das EM-Qualifikationsspiel zwischen Portugal und Luxemburg erst am Freitag in Lissabon stattfindet, war Gerson Rodrigues die Anspannung bereits am Findel anzumerken. Für den Mittelfeldspieler der «Roud Léiwen» ist das Duell mit Ronaldo und Co. nämlich «kein Spiel, wie jedes andere». Kein Wunder: Rodrigues wurde in Pragal geboren, gerade einmal zwölf Kilometer von der portugiesischen Hauptstadt entfernt.

Während der sich Großteil der 50.000 Zuschauer im Estádio José Alvalade auf Superstar Ronaldo konzentrieren wird, werden einige Portugiesen aber jede einzelne Bewegung von Rodrigues genau verfolgen. «Meine Großmutter, meine Onkel, meine Tanten. Sie wollten sofort Tickets haben», sagt der 24-jährige Flügelflitzer, der im Verein für Dynamo Kiev die Schuhe schnürt. Für ihn ist das Spiel in Lissabon nicht nur eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln, sondern auch eine hochemotionale Angelegenheit. Rodrigues' Mutter ist vor Kurzem verstorben. «Sie wird nicht da sein, aber sie wird mir von oben zusehen. Das weiß ich», sagt der Nationalspieler.

« Mein Ding war der immer Straßenfußball »

Natürlich kommen bei Rodrigues auch unzählige Erinnerungen aus den Lissabonner Vororten hoch: «Ich war noch nie in diesem Stadion, und habe auch nie für einen Club in der Stadt gespielt. Mein Ding war immer der Straßenfußball. Meine Freunde und ich haben immer unsere eigenen Spielregeln gemacht.»

Trotz allem, was auf Rodrigues einprasselt, spürt er «keinen Druck» wegen des anstehenden Spiels. «Stadien mit 50.000 Zuschauern machen mir seit meiner Zeit in Japan keine Angst mehr», sagt er. Auch jetzt, in der Ukraine, seien solche Kulissen keine Seltenheit.

« Ich habe mich für Luxemburg entschieden und bin stolz darauf »

Die Elf von Trainer Luc Holtz ist in Lissabon der klare Außenseiter. Das Spiel abschenken wollen die Luxemburger deshalb aber noch lange nicht. «Wir sind immer motiviert und wollen immer gewinnen, egal wie der Gegner heißt. Wir sind doch nicht hier, um die Punkte abzuliefern. Ich bin mir auch sicher, dass Portugal uns ernst nimmt und nicht mit einer B-Elf aufläuft», sagt Rodrigues voller Ehrgeiz.

Er hätte sich auch dazu entscheiden können, für Portugal zu spielen. Dass seine Entscheidung zu Gunsten der Roten Löwen ausfiel, habe er jedoch keine Sekunde lang bereut. «Ich habe mich für Luxemburg entschieden und bin stolz darauf. Ich fühle mich hier als Teil einer großen Familie. Auch wenn ich die Entscheidung rückgängig machen könnte, würde ich das niemals tun.»

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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