Nations League

11. September 2018 10:26; Akt: 11.09.2018 15:25 Print

«Luxemburg kann von der Euro 2020 träumen»

LUXEMBURG – Die britische Zeitung «The Guardian» bescheinigt der luxemburgischen Fußball-Nationalmannschaft eine gute Entwicklung und traut ihr den großen Wurf zu.

storybild

Luxemburg holte vor einem Jahr sensationell ein Unentschieden in der WM-Qualifikation gegen Frankreich. (Bild: AFP/Remy Gabalda)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der klare 4:0-Sieg der luxemburgischen Nationalmannschaft zum Auftakt der Nations League über Moldawien schlug nicht nur im Großherzogtum hohe Wellen. Der britische Guardian titelte am Montag «Luxemburg blüht auf und kann von der Euro 2020 träumen».

Luxemburg habe Moldawien «klinisch entsorgt» und könne nun damit anfangen, «größer zu träumen» – die Qualifikation zur Europameisterschaft in zwei Jahren sei nicht mehr unmöglich. Eines der 16 Teams aus Liga D wird es letztendlich auf die große Fußballbühne schaffen und Luxemburg ist für das Blatt ein heißer Kandidat: «Zum ersten Mal in der modernen Fußballgeschichte hat Luxemburg ein Team, das auf der europäischen Bühne nicht verloren aussieht.»

Weißrussland ist richtungsweisend

Zwar sei das Großherzogtum eher als Steuerparadies denn als Fußballmacht bekannt, jedoch hätte die Nationalmannschaft in den letzten 15 Monaten einen beachtlichen Weg zurückgelegt: Seit Juni 2017 schlugen die «Roud Léiwen» Weißrussland, Ungarn, Albanien, Georgien und Malta. Gegen Bulgarien und den Senegal spielten sie Remis. Das 0:0 gegen den späteren Weltmeister Frankreich, bei dem Gerson Rodrigues in der Schlussphase sogar noch den Pfosten traf, habe Luxemburg gezeigt, dass seine junge Mannschaft zu Höherem fähig ist. «Seit dieser Nacht in Toulouse wissen sie, dass nichts davon zufällig passiert ist», schreibt der Guardian.

Zudem trage die vor 17 Jahren eröffnete Fußballschule nun Früchte: 13 Spieler aus dem Kader von Luc Holtz besuchten die Akademie in Monnerich, neun seiner Spieler könnten immer noch für die U21 spielen und viele der luxemburgischen Nationalspieler haben den Sprung ins Ausland geschafft. «Die Luxemburger Methoden schienen zu greifen», so das Blatt.

Ein wichtiger Faktor sei, dass die Nations League den kleineren Fußballnationen endlich die Möglichkeit gebe, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen, anstatt mit zehn Mann verteidigen zu müssen. Die Duelle mit Weißrussland (12. Oktober und 15. November) seien nun richtungsweisend. Können die Roten Löwen die beiden Spiele erfolgreich gestalten, sei ein Ticket für den Playoffs der Liga D so gut wie gebucht. Dann sei auch die Meisterschaft und der Sprung auf den EM-Zug realistisch. Der nächste Schritt auf diesem Weg ist ein Sieg gegen San Marino am Dienstagabend.

Bildstrecke: Frankreich - Luxemburg 0:0

(sw/L'essentiel)