LUXEMBURGER RADFAHRER

09. Juli 2015 10:08; Akt: 09.07.2015 10:34 Print

Das neue Leben des Ex-​​Profis Kim Kirchen

LUXEMBURG - Vor sieben Jahren trug er das Gelbe Trikot bei der Tour, vor fünf Jahren hatte er einen schweren Unfall. Was macht Kim Kirchen heute?

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Donnerstag, 10. Juli 2008: Es ist die erste Bergetappe der 95. Tour de France. Der Italiener Riccardo Ricco gewinnt. Ein paar Tage später wird er des Dopings (EPO) überführt. Doch an diesem Tag ist er vorne. Dahinter folgt eine kleine Gruppe. Der Luxemburger Kim Kirchen ist Teil davon. Er fährt als Fünfter über die Ziellinie. Aber viel wichtiger ist: Er übernimmt das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Als erster Fahrer aus dem Großherzogtum seit Charly Gaul 1958. Am Ende landet er auf Platz sieben. Die beiden Schleck-Brüder Fränk (5.) und Andy (11.) komplettierten das berauschende Ergebnis aus Sicht des Großherzogtums. «Das Jahr war außergwöhnlich für mich», sagt der heute 36-Jährige im Interview mit L'essentiel. Er gewann auch zwei Etappen der Baskenlandrundfahrt, eine bei der Tour de Suisse und die Flèche Wallonne.

Die Karriere von Kim Kirchen nahm 2010 ein brutales Ende. Fast hätte er dabei sein Leben verloren. Am 18. Juni, zwei Wochen vor seinem 32. Geburtstag, erlitt er nach einer Etappe der Tour de Suisse einen Herzstillstand. Er lag mehrere Tage im Koma. Die Ärzte kämpften um sein Leben. «Heute geht es mir gut. Ich hatte keinen Rückfall mehr», sagt der Hobbyläufer. «Das Problem ist nur, dass man nicht herausgefunden hat, was den Stillstand verursacht hat. Man lebt jetzt bewusster.»

Unfall hat Augen geöffnet

Nachdem es ihm gesundheitlich wieder besser ging, brauchte Kirchen nicht lange, um sich ein neues Leben aufzubauen. Er hat eine Stiftung für Kinder mit schweren Krankheiten oder Behinderungen gegründet. Dort ist er Vorsitzender. «Ich finde es wichtig, Menschen für Spenden zu einem guten Zweck zu bewegen. Seit meinem Unfall habe ich noch mehr Motivation, denn mir wurde klar, dass es jeden sofort treffen kann.

Der Ex-Profi fand auch einen Job im Sportministerium. «Ich bin in der Abteilung für Infrastruktur und dort für die Zuschüsse an die Gemeinden zuständig. Dazu bin ich manchmal an den Ständen des Sportministerium als Ansprechpartner dabei», erzählt Kirchen. Außerdem kommentiert er regelmäßig Rennen für den TV-Sender RTL.

Abstand zum Radsport

Viel Freundschaften zu den alten Kollegen pflegt Kirchen nicht mehr. «Ich habe noch engen Kontakt zu Michael Rogers. Und Joaquim Rodriguez habe ich nach seinem Sieg in Huy eine SMS geschickt. Aber ansonsten halte ich Abstand. Meine Karriere ist jetzt vorbei», sagt der Luxemburger. Trotzdem behält er seine Laufbahn in guter Erinnerung: «Ich habe zehn wundervolle Jahre erlebt. Ich bin sehr glücklich darüber, das alles erlebt zu haben.» Insbesondere seine erste Tour de France 2004 verbindet er immer noch mit «sehr vielen Emotionen».

Er lobt den Fortschritt, den der Radsport mittlerweile beim Thema Doping gemacht hat. Doch es gibt auch Ausnahmen. «Es kann nicht sein, dass ein Mann wie Alexander Winokurow heute noch ein Team führt. Da muss die Einstellung geändert werden.»

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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