Deutsche trotzdem stolz

25. Februar 2018 13:05; Akt: 25.02.2018 16:37 Print

«Es spricht niemand von Fußball, alle von Hockey»

Läppische 56 Sekunden fehlten zur ultimativen Gold-Sensation. Doch die Freude überwiegt bei Deutschlands Wunderhockeyanern.

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«Man ist Sportler und will gewinnen. Am Ende haben wir daher Gold verloren. Deshalb ist es im Moment enorm bitter. Doch wenn wir nachher zwei Bier getrunken haben, werden wir uns bestimmt auch über Silber freuen», beschrieb der deutsche Stürmer Patrick Hager seine Gefühlslage.

Mit 3:2 hatten sie geführt. Für die Schlussphase einen Mann mehr auf dem Eis. Kassierten trotzdem 56 Sekunden vor Schluss den Ausgleich und gingen in der Verlängerung mit 3:4 unter. «Wir haben uns das Ende zwar anders vorgestellt, aber wir haben erneut gezeigt, was wir drauf haben», meinte Stürmer Marcus Kink.

«Erst im Sommer beim Grillen werden wir das realisiern»

Der große Favorit aus Russland, oder die olympischen Athleten aus Russland, um im olympischen Wortlaut korrekt zu bleiben, schrieben zwar das letzte Kapitel dieses Eishockey-Turniers. Doch außerhalb von Russland bleibt primär das deutsche Hockey-Wunder haften.

1976 holten Deutschlands Eishockeyaner die bislang einzige Medaille an Olympischen Spielen. Protagonisten von damals wie Erich Kühnhackl, Udo Kiessling oder Alois Schloder sind durch Bronze in Innsbruck bis heute Nationalhelden. Sie werden nun, 42 Jahre später, durch eine neuen Generation abgelöst. Durch Typen wie Danny aus den Birken, Christian Ehrhoff, Patrick Hager, Marcel Noebels oder Marcus Kink. «Ich glaube, dass wir erst im Sommer, wenn wir uns gemeinsam zum Grillen treffen, realisieren werden, was wir da geschafft haben», sagt Hager.

Das Beste, was dem Eishockey passieren konnte

Eishockey ist in Deutschland fast eine Randsportart, die weit hinter dem übermächtigen Fußball, aber auch dem Handball anstehen muss. Zumindest in den letzten Tagen hat sich dies geändert. Die ganze Nation war plötzlich im Eishockey-Fieber.

Stürmer Marcel Noebels sagt deshalb mit breiter Brust: «In Deutschland spricht im Moment niemand von Fußball, sondern alle nur von Eishockey. Das ist grandios. Ich bin stolz, Deutscher zu sein.» Derweil spekuliert Kink darauf, dass diese Silber-Medaille dem deutschen Eishockey nun einem großen Schub geben wird: «Ich hoffe, viele Kinder haben uns zugeschaut und die wollen nun alle Eishockey spielen.»

Deutschlands überraschende Leistung ist jedoch auch länderübergreifend das Beste, was dem Eishockey geschehen konnte. Denn Deutschland mit seiner Größe, seinem Marktpotenzial und seiner Medienlandschaft ist für das internationale Eishockey ein enorm wichtiger Player. Es gibt daher für die IIHF eigentlich nichts Schlimmeres, als wenn sich Deutschland auf Dauer im sportlichen Niemandsland bewegt.

(L'essentiel/Marcel Allemann)

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