WM-Finale

16. Juli 2018 08:35; Akt: 16.07.2018 08:38 Print

Pussy-​​Riot-​​Flitzerin klatscht mit Mbappé ab

Peinlich für die russischen Sicherheitskräfte: Beim WM-Endspiel in Moskau stürmten Aktivistinnen das Spielfeld.

Drei Frauen und ein Mann in Polizeiuniformen rannten während des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Kroatien auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion.

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Die russische Frauen-Punkband Pussy Riot hat sich zu der Flitzer-Aktion während des Fußball-WM-Finales am Sonntag in Moskau bekannt. In sozialen Medien im Internet stellte die Gruppe zugleich mehrere politische Forderungen: Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden; zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten. Überdies müsse politischer Wettbewerb im Land erlaubt werden.

Drei Frauen und ein Mann in Polizeiuniformen waren während des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Kroatien auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Das Spiel wurde kurz unterbrochen, Sicherheitskräfte schleiften die Aktivisten vom Spielfeld; diese leisteten keinen Widerstand. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die vier Aktivisten seien zur Befragung auf eine Polizeiwache gebracht worden.

Die Moskauer Polizei hat gegen die vier Aktivisten vom WM-Finale vergleichsweise hohe Verwaltungsstrafen beantragt. Ihnen werde vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Zuschauer bei Sportveranstaltungen verstoßen und sich unrechtmäßig Uniformen beschafft zu haben.

Vor den Augen Putins

Dies meldete die Agentur Interfax am späten Sonntagabend. Die Höchststrafe für den Verstoß gegen die Regeln für Zuschauer liegt demnach bei einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (etwa 2700 Euro) oder 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für das Beschaffen einer Uniform beträgt die Strafe dem Bericht zufolge zwischen 1000 und 1500 Rubel.

Drei Mitglieder von Pussy Riot verlesen eine Erklärung. (Video: Tamedia/AP)

Russlands Staatschef Wladimir Putin befand sich während der Aktion gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Kroatien, Emmanuel Macron und Kolinda Grabar-Kitarovic, im VIP-Bereich des Stadions.

Pussy Riot ist vor allem bekannt für eine Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale: Dort hatten sie ein «Punk-Gebet» aufgeführt, in dem sie Putin offen kritisierten. Wegen «Rowdytums» und «Aufwiegelung zu religiösem Hass» wurden drei Bandmitglieder zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, sie kamen jedoch vorzeitig frei.

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(L'essentiel/chk/sda/afp)

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