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07. Januar 2018 13:28; Akt: 07.01.2018 13:27 Print

Die Top 10 der Transfergeschichte

Nach dem Wechsel von Philippe Coutinho zum FC Barcelona gibt es Verschiebungen in der Geldrangliste.

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Jürgen Klopp versteckte seine Enttäuschung über den Abgang von Philippe Coutinho hinter Floskeln. «Spieler kommen und Spieler gehen, das ist Fußball», wurde der Trainer auf der Website des FC Liverpool zitiert. Kurz zuvor hatte der Verein bestätigt, dass Coutinho zum FC Barcelona wechseln wird. Nur «mit großem Widerwillen» lasse man den 25-Jährigen ziehen, sagte Klopp. Vergeblich habe man «alles Mögliche» versucht, um den Brasilianer zu halten.

Für Liverpool-Fans, die in dieser Saison ein Trikot mit Coutinhos Namen gekauft haben, gab es wenigstens einen kleinen finanziellen Trost. Der FC Liverpool kündigte noch am Samstag an, dass er allen Trikot-Käufern einen Einkaufsgutschein über umgerechnet knapp 60 Euro schenken werde, sobald der Wechsel des Mittelfeldspielers zum FC Barcelona auch auf dem Papier perfekt ist. Damit reagiere man auf «die außergewöhnlichen Umstände» seines Transfers, hieß es.

Unverkäuflich?

Außergewöhnlich ist vor allem die Ablösesumme, die Barça für den Offensivspieler bezahlt. Laut britischen und spanischen Medien beträgt sie mindestens 120 Millionen Euro. Aber durch erfolgsabhängige Zahlungen könnte die Summe auf über 160 Millionen Euro ansteigen - die höchste Summe, die je ein Premier-League-Club kassierte. Coutinho würde nach seinem Landsmann Neymar und Kylian Mbappé zum drittteuersten Spieler der Welt werden. Bei dieser Summe wurden die Bosse in Anfield schwach. Noch zu Saisonbeginn hatten sie Coutinho für unverkäuflich erklärt.

Liverpool hat das Geld für Coutinho schon vorab zu einem guten Teil wieder angelegt. In der vergangenen Woche holten die Reds den Niederländer Virgil van Dijk aus Southampton und machten ihnen mit einer Ablösesumme von umgerechnet 84,5 Millionen Euro zum teuersten Abwehrspieler der Welt.

Langes Hickhack

Das Transfer-Gerangel um Coutinho hatte hingegen schon im Sommer begonnen. Drei Angebote hatte der FC Barcelona für ihn abgegeben, der Brasilianer bat um seine Freigabe. «Es ist kein Geheimnis, dass Philippe diesen Wechsel schon seit Juli wollte», erklärte Klopp nun. Liverpool war damals zwar eisern geblieben, doch die Spekulationen um Coutinhos Wechsel rissen nie ab. Zuletzt hatte Barça-Ausrüster Nike im Online-Shop des spanischen Tabellenführers schon Trikots mit seinem Namen angekündigt - offenbar ein peinliches Versehen, denn nach kurzer Zeit war der Eintrag wieder verschwunden.

Beim FC Barcelona, wo Coutinho laut der spanischen Tageszeitung «El Mundo» der «zukünftige Andrés Iniesta» werden soll, war man sich der Verpflichtung wohl schon im Sommer recht sicher. Das scheint auch ein Werbevideo zu zeigen, das der Club jetzt veröffentlichte, das aber vermutlich schon im Sommer produziert wurde. Denn dort ist unter anderem Coutinhos Facebook-Profil zu sehen - mit dem jüngsten Eintrag vom August. Seitdem hatte er aber mehrfach neue Beiträge gepostet.

Ablösesumme: 400 Millionen

In Spanien kam die Bekanntgabe der Verpflichtung jetzt gut an. Der Brasilianer sei «eine Notwendigkeit und nicht nur eine Laune», lobte die Zeitung «El País», denn er «ist in der Lage, auf vier Positionen zu spielen, und erfüllt damit alle Bedürfnisse von Barcelona.» Coutinho sollte einen Vertrag über fünfeinhalb Jahre unterschreiben. Ein vorzeitiger Abschied ist wohl eher unwahrscheinlich. Sein zukünftiger Club teilte nämlich mit, die im Vertrag festzuschreibende Ablösesumme werde sich auf rund 400 Millionen Euro belaufen.

In Anfield wird nun ein Nachfolger gesucht. «Philippe Coutinho zu ersetzen, wird Jürgen Klopps bisher größte Herausforderung», schrieb die Tageszeitung «Liverpool Echo». Thomas Lemar von der AS Monaco und Riyad Mahrez von Leicester City gelten als heiße Kandidaten. Aber wer es auch werden wird, Klopp blieb betont optimistisch: «Wir gehen unseren Weg des Fortschritts und der Entwicklung weiter und arbeiten an unserem gemeinsamen Ziel, die Trophäen zurück nach Anfield zu bringen», sagte er. Leichter wird das ohne Coutinho sicher nicht.

(L'essentiel)

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