Copa America

07. Juni 2016 12:02; Akt: 07.06.2016 14:30 Print

Argentinien gelingt Revanche gegen Chile

Der Mann, den alle sehen wollten, saß nur auf er Bank. Ohne Lionel Messi startete Argentinien mit einem 2:1-Sieg über Chile in die Copa America Centenario.

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Kein Lionel Messi? Kein Problem! Auch ohne seinen noch nicht ganz gesunden Superstar hat Argentinien seine Titelambitionen bei der Copa America Centenario unter Beweis gestellt. In einer Neuauflage des Vorjahresfinales gewann der Vizeweltmeister am Montag (Ortszeit) im kalifornischen Santa Clara das Nachbarschaftsduell gegen Titelverteidiger Chile mit 2:1 und setzte sich an die Spitze der Vorrundengruppe D.

Vor dem Anpfiff waren alle Blicke auf Messi gerichtet, der jedoch den Anden-Klassiker 90 Minuten von der Bank aus verfolgte. Anschließend rückte dann vor 69.451 Zuschauern, unter ihnen auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp, Angel Di Maria in den Vordergrund. Der Flügelflitzer von Paris St. Germain war in der 50. Minute in den Strafraum vorgedrungen, bekam einen Pass von Ever Banega genau in den Lauf und bezwang mit seinem starken linken Fuß den nicht gerade souverän wirkenden Chile-Schlussmann Claudio Bravo in dessen kurzer Ecke.

«Oma, ich werde dich vermissen»

Anschließend sprintete Di Maria zur Ersatzbank, ließ sich von den Mitspielern feiern und ein weißes T-Shirt geben. Er küsste es und hielt es Richtung Himmel. «Oma, ich werde dich sehr vermissen», stand auf dem Kleidungsstück. Seine Großmutter war in der Nacht vor der Partie überraschend gestorben. Er habe nur gespielt, um sie stolz zu machen, sagte Di Maria. In einem Interview brach der 28-Jährige in Tränen aus, als er auf sein Tor und seine Geste angesprochen wurde. «Es ist sehr schwer für mich etwas zu sagen, meine Großmutter war einfach alles für mich.»

Sein Nationaltrainer Gerardo Martino hatte nach eigenen Angaben gar nichts von dem Trauerfall gewusst. Di Maria habe auf ihn wie immer gewirkt. «Solche Sachen sind sehr bedeutende Umstände und wichtiger als Fußball. Nicht alle reagieren in solchen Situationen auf die gleiche Weise», meinte Martino.

Sein Team hatte in einer schwungvollen Partie anfangs die besseren Chancen. Gonzalo Higuain (22. Minute) sowie Marcos Rojo (23.) verfehlten jeweils knapp. Auf der Gegenseite parierte Torwart Sergio Romero nach einer halben Stunde stark gegen einen Schuss von Alexis Sanchez. Die Chilenen, die im Vorjahr durch einen Sieg nach Elfmeterschießen daheim gegen Argentinien erstmals Copa-Champion wurden, hatten in Arturo Vidal (Bayern München), Charles Arganguiz (Leverkusen) und Eduardo Vargas (Hoffenheim) ihre drei Bundesliga-Legionäre in der Startelf.

Banega war neun Minuten nach dem 1:0 aus fast der gleichen Position wie Di Maria und ebenfalls mit einem Schuss in die Torwartecke zum 2:0 erfolgreich. Während Argentinien weitere gute Torchancen hatte, wirkten die Chilenen nur bis zum Strafraum gefällig, verfingen sich dann aber in der dicht gestaffelten Abwehr. Der Anschlusstreffer von Jose Pedro Fuenzalida in der Nachspielzeit kam zu spät.

Neben Argentinien startete auch Panama mit einem Sieg. Die Lateinamerikaner, die noch nie zuvor bei einer Copa America dabei waren, kamen in Orlando zu einem 2:1 gegen Bolivien.

(L'essentiel/dpa)

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