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21. Juli 2017 13:14; Akt: 21.07.2017 13:18 Print

«Auch Barça glaubt, dass Neymar gehen könnte»

Wilde Gerüchte, astronomische Summen und Interna aus der Barça-Kabine: Der Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain wird konkreter.

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Zwei Schlagzeilen lassen in der Transferposse um Neymar endgültig aufhorchen: «Nun glaubt auch Barcelona, dass Neymar gehen könnte», und «Neymars Vater könnte sich bereits mit PSG einig sein», lässt die Marca wissen.

Macht er tatsächlich ernst? Zu 95 Prozent, meint ein Radiosender aus Barcelona. Und die Marca schreibt, dass der Wind um das Camp Nou gedreht hat. In der Barça-Umkleide ziehe man einen Abschied längst in Erwägung. Dort gebe es ohnehin solche, die behaupten, Neymar sei lieber für sich allein. Der Abgang von Kumpel Dani Alves im letzten Sommer (zu Juve) habe ihn quasi zum «Waisen» gemacht.

2016 hatte Paris Saint-Germain vergebens um Neymar gebuhlt. «Es gab mehrere Gespräche. Ich habe mich entschieden, zu bleiben, weil ich mich hier zu Hause fühle und glücklich mit meinem Leben in Barcelona bin», sagte er im vergangenen September.

222 Millionen Euro

Nun gilt der Brasilianer, der einen Vertrag bis 2021 besitzt, als wechselwillig, weil er sich zunehmend unwohler fühle im Schatten von Superstar Lionel Messi. Neymar Santos senior, sein Vater und Agent, habe bereits ein Dokument signiert. Auch die Top-Clubs aus Manchester wollten ihn zum Star des Teams machen, aufgrund der astronomischen Ablösesumme von 222 Millionen Euro habe aber weder United noch City ein Angebot abgegeben.

PSG ist bereit dazu, wartet aber auf das Okay des 25-Jährigen. Stimmt Neymar einem Transfer zu, werde Paris ein entsprechendes Angebot einreichen. Apropos astronomisch: Das gilt auch für das Jahressalär von 30 Millionen Euro (ohne Boni), das ihm PSG offerieren will, und die Bezahlung seines Vaters. 2013, als er seinen Sohn vom FC Santos an Barça transferiert hatte, flossen 40 Millionen. Nun soll das Angebot noch attraktiver sein.

Financial Fairplay?

Barcelonas Club-Präsident Josep Maria Bartomeu, der jüngst wissen ließ, dass Neymar «nicht auf dem Markt verfügbar ist» und «zu 200 Prozent» bleiben wird, scheint mittlerweile auf «Hilfe von oben» zu hoffen. Bartomeu ruft PSG die Financial-Fairplay-Regeln der Uefa in Erinnerung. «Es ist unmöglich, die Ausstiegsklauseln zu aktivieren, wenn man die Regeln befolgen will», sagte Bartomeu in einem Interview mit der Associated Press (AP).

Die Pariser hatten in der Vergangenheit beim Financial Fair Play gesündigt und unterlagen als Folge dessen speziellen Einschränkungen. Kurz erklärt: Die Clubs dürfen nicht wiederholt mehr ausgeben, als sie einnehmen. Im April hatte die Uefa mitgeteilt, dass die Franzosen, die unter anderem mit Geld aus Katar finanziert werden, die Bedingungen ihrer Financial-Fairplay-Strafen erfüllt haben und wieder mehr Geld für Transfers und Gehälter ausgeben dürfen.

(L'essentiel/als)