Karriereende

20. Mai 2020 07:30; Akt: 20.05.2020 10:19 Print

Aus dem Abschied soll keine Abstieg werden

Gelson Fernandes wird seine Karriere beenden. Mit Frankfurt absolviert der 33-Jährige noch mindestens zehn Partien – ohne Zuschauer.

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«Wir haben die erste Viertelstunde nicht gut gespielt», sagt Gelson Fernandes, der in der ersten Partie nach dem Lockdown gegen Gladbach (1:3) nach einem Sehnenriss im Hüftbeuger im Januar wieder auf der Bank saß. Den Grund sucht er aber nicht in der langen Pandemie-Pause. «Es war eine Frage der Konzentration», glaubt der 67-fache Schweizer Nationalspieler und fügt an: «Das darf nicht passieren.»

Der Fehlstart gegen Gladbach war die vierte Niederlage der Eintracht in Folge. Frankfurt nähert sich bedrohlich der Abstiegszone in der Tabelle. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt noch fünf Punkte. «Es bringt nichts, jetzt schon den Kopf hängen zu lassen», sagt Fernandes. «Wir müssen positiv bleiben.» Neun Bundesliga-Partien bleiben Frankfurt, um sich aus dem Tabellenkeller zu arbeiten. Und mindestens zehn Spiele (die Politik erlaubte am Dienstag die Austragung des Cup-Halbfinales in München gegen die Bayern am 9. oder 10. Juni), die für Fernandes eine Abschiedstour bedeuten.

Er hört nun auf seinen Körper

Zwei Tage vor dem Neustart der Bundesliga gab er seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt. «Es ist ein Privileg und ein großes Glück, die Saison mit Eintracht Frankfurt abschließen zu können», postete der 33-Jährige letzte Woche in den sozialen Medien.

Er habe sich seit einigen Monaten mit dem Gedanken beschäftigt. «Ich hatte das Glück, eine schöne Karriere zu haben, habe in Italien, England, Portugal und Frankreich gespielt und war Nationalspieler. Ich habe tolle Leute kennen gelernt – und auch ein paar weniger tolle … (lacht) Ich wollte den Zeitpunkt selber wählen und auf höchstem Niveau aufhören. Es ist schwierig, aber ich habe immer alles gegeben, jeden Tag, jede Minute und höre jetzt auf meinen Körper.»

Bei seiner Abschiedstournee muss der 33-Jährige ohne Fans klar kommen. «Das ist schade, ich hätte lieber vor Zuschauern aufgehört. Aber vielleicht lässt sich das nach dem Ende der Corona-Pandemie mit einem Gala-Spiel nachholen.» Dass die Meisterschaft fortgesetzt wird, findet Fernandes richtig.

«Wer Angst hat, darf nicht spielen.»

«Die DFL hat ein gutes Konzept ausgearbeitet und wir wissen, dass wir vorbildlich handeln müssen.» Die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen seien streng und die Geisterspiele komisch. «Aber wir freuen uns, dass wir spielen können. Schließlich ist das unser Job.» Keiner könne voraussagen, wie lange die Situation dauert und wann es wieder mit Fans im Stadion weitergehen könne. Deshalb müsse man das Beste aus der Situation machen, die zwar speziell sei, «aber das ist sie für alle». Fernandes: «Niemand hat bisher im Leben so etwas erlebt und es betrifft uns alle.» Über Spieler, die Vorbehalte haben könnten, sagt er: «Wer Angst hat, darf nicht spielen.»

Der 33-Jährige will seine letzten Auftritte auf dem Rasen trotz Geisterspielen und Corona-Schutzmaßnahmen genießen und mit aller Kraft mithelfen, dass aus seiner Abschiedstour keine Abstiegstour wird. «Dafür müssen wir besser werden, das ist klar.» Schon am Samstag in München gegen Leader Bayern.

(L'essentiel/et)

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