Bundesliga

31. August 2020 12:40; Akt: 31.08.2020 13:54 Print

Bayerns scheinbar ewige Suche nach mehr Potenzial

Wann wechselt Thiago - und geht auch Martínez? Und wen bekommt Triple-Coach Flick noch zu den Zugängen Sané, Nübel und Nianzou? Beim FC Bayern hören die Planungen nie auf.

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«Es gibt einen schönen Spruch: Erfolg ist nur gemietet - und die Miete ist jeden Tag fällig», sagte Flick. (Bild: DPA/Matthias Balk)

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Wer kommt noch? Wer geht noch? Und wer bleibt doch? Bis auf wenige Ausnahmen wie der jetzt schon wieder in Länderspielen geforderte Niklas Süle können die Champions-League-Gewinner des FC Bayern München noch eine weitere Urlaubswoche zur Erholung nach dem Fußball-Triumph von Lissabon genießen. Das gilt auch für Hansi Flick, obwohl der Triple-Coach mit den Münchner Bossen längst die neue Saison plant, in der drei Titel zur Verteidigung anstehen. Und in der es schon bald in den Supercup-Endspielen am 24. September in Budapest gegen Europa-League-Sieger FC Sevilla sowie sechs Tage später daheim in München gegen Vizemeister Borussia Dortmund um weitere Titel geht.

Bevor der seit 2013 amtierende Dauermeister am 18. September die 58. Bundesligasaison mit dem Heimspiel gegen den Krisenclub FC Schalke 04 eröffnet, sollen in München noch einige Personalfragen beantwortet werden. Dabei gilt der Leitsatz von Vorstandsmitglied Oliver Kahn. «Die Zusammensetzung eines Kaders kann man nie als abgeschlossen betrachten», sagt der 51-Jährige. Kahn betont, dass es bei einem Triple-Champion nicht einfach sei, «von Verbesserungspotenzial» zu reden: «Die Mannschaft befindet sich auf absolutem Top-Niveau!»

Drei Neuzugänge sind schon in München

Trotzdem wird sich diese verändern. Drei Neuzugänge sind schon da: Torwart Alexander Nübel (23), das französische Abwehrtalent Tanguy Nianzou (18) und der Königstransfer Leroy Sané (24). Der rund 50 Millionen Euro teure Nationalspieler soll ebenso wie Süle nach einer langwierigen Kreuzbandverletzung in dieser Woche bei Bundestrainer Joachim Löw weitere Trainings- und vor allem auch Spielpraxis in den Nations-League-Partien gegen Spanien und die Schweiz sammeln.

«Kontinuität» lautet das Zauberwort von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge beim Personal. Wichtige Leistungsträger wie Kapitän Manuel Neuer oder Thomas Müller konnten schon bis 2023 gebunden werden. Ein Erfolg, der bei David Alaba weiter aussteht. «Es wäre sehr schade, wenn wir zu keiner Einigung kommen würden», erklärte Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandschef wiederholte in der Welt am Sonntag zudem, dass der Rekordmeister weiterhin mit einem Abgang von Thiago rechnet, den es zum FC Liverpool ziehen soll.

«Wir rechnen in diesen Tagen mit einem Angebot», sagte Rummenigge; auch wenn er Liverpool dabei nicht nannte. Ein Abgang des 29-jährigen Spaniers, der in seiner siebten Bayern-Saison endlich ganz Großes leistete, wäre schmerzhaft, gestand Rummenigge. Da Thiagos Vertrag 2021 ausläuft, besteht Handlungsbedarf. Er soll keinesfalls in einem Jahr ablösefrei München verlassen.

« Erfolg ist nur gemietet - und die Miete ist jeden Tag fällig. »

Auch der alte Kämpfer Javi Martínez, der an diesem Mittwoch 32 Jahre alt wird, trägt sich ein Jahr vor Ablauf seines Arbeitspapiers mit Wechselgedanken. «Es wird für ihn auch schwierig jetzt», bemerkte Rummenigge mit Blick auf die namhafte Konkurrenz im Mittelfeld.

Großes Gewicht haben Flicks Worte - erst recht als Triple-Coach. Bekannt ist, dass der 55-Jährige Wert auf einen vierten Außenstürmer neben Sané, Serge Gnabry und Kingsley Coman legt. Und Flick will auch einen guten rechten Verteidiger hinter Weltmeister Benjamin Pavard im Aufgebot haben. Auf «Hold» stehen die Aktien bei Jérôme Boateng, der am Donnerstag 33 wird und angesichts der zurückgewonnenen Bedeutung unter Chefcoach Flick seinen noch zehn Monate laufenden Vertrag zu erfüllen gedenkt. «Ich glaube, wir sind gut aufgestellt, keine Frage», sagte Vize-Kapitän Thomas Müller während seines Urlaubs.

In den Ferien habe er «genügend Zeit, mir Gedanken zu machen, wie es weitergeht», hatte Flick nach dem Champions-League-Finale gesagt. Er kennt den FC Bayern. Er weiß, dass er neue Siege und Trophäen liefern muss. «Es gibt einen schönen Spruch: Erfolg ist nur gemietet - und die Miete ist jeden Tag fällig», sagte Flick. Ähnlich hatte sich auch der designierte Bayern-Oberboss Kahn jüngst in Portugal beim Thema Optimierung geäußert: «Wir wären nicht der FC Bayern, wenn wir uns darum nicht Gedanken machen würden. Da geht es nur um Millimeter.»

(L'essentiel/dpa)

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