Maradonas Präsentation

17. Juli 2018 13:12; Akt: 17.07.2018 13:17 Print

Der Fußballgott kommt im Monstertruck

In Weißrussland wurde Diego Maradona, der neue Club-Boss von Dinamo Brest, vorgestellt – und das ziemlich skurril.

Der Star von Dinamo Brest ist der neue Club-Boss Diego Armando Maradona. Seine Präsentation war skurril. (Video: Tamedia)

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Während in Paris die Massen den französischen Weltmeistern zujubeln, wird in Turin mit Cristiano Ronaldo der Transfercoup des Jahres vorgestellt. Am gleichen Tag stellt auch der weißrussische Club Dinamo Brest einen Neuen mit viel Tamtam vor. Der neue Star des aktuellen Tabellensechsten? Ihr neuer Vorstandsvorsitzender.

Einen Tag nachdem er in Moskau den WM-Finale mit seiner Anwesenheit beehrt hat, landet Diego Armando Maradona mit dem Privatjet in Weißrussland. Er steigt aus der Maschine und das Rollfeld jubelt. Die Hand Gottes winkt aus dem Fenster der Limousine und das Rollfeld jubelt.

Der Kommandant im fußballerischen Niemandsland

Bei der darauffolgenden Pressekonferenz unterschreibt Maradona Autogramme, verzieht das Gesicht beim Kaffeetrinken und posiert mit dem weißrussischen Pokal, den Dinamo Ende Mai gewann. Der Verein hat eigens für ihn Autogrammkarten drucken lassen. Darauf steht in Anlehnung an Che Guevara, dessen Konterfei Maradona als Tattoo auf dem Oberarm trägt, «Comandante». Che Guevara kämpfte für ein unabhängiges Kuba, Maradona um Aufmerksamkeit.

Die Bilder der Präsentation:

Bildstrecke: Mardonas Ankunft im fussballerischen Niemandsland

Am Abend wird dann in Brest auch noch Fußball gespielt. Dinamo trifft auf den Meisterschaftszweiten Soligorsk. Doch das Vorprogramm der Partie ist der Event. In einem Vehikel, das aussieht, als hätten ein Monstertruck und ein Militärjeep einen gemeinsamen Nachfahren, steht der 57-jährige Argentinier, hebt seinen Kopf aus dem Dachfenster und winkt den Fans zu. Das Schauspiel in Brests GOSK-Brestskiy-Arena wirkt wie eine skurrile Militärparade für einen gefallenen Fußballgott.

Seine Zuständigkeiten sind unklar

Ob Maradona effektiv Aufgaben beim Verein übernimmt und – falls ja – welche, ist bisher unklar. Wie verschiedene Medien berichten, soll Maradona für sein dreijähriges Engagement im Südosten Weißrusslands 20 Millionen Euro erhalten. Auf Instagram hatte Maradona bereits verkündet, dass er gerne in Weißrussland leben und arbeiten möchte. Was er dort zu tun hat, wird sich zeigen.

Und während in Paris gejubelt und gefeiert wurde, in Turin sich die Tifosi die Seele aus dem Leib schrien, wurde in Brest Fußball gespielt. Unter den Augen Maradonas verlor Dinamo 1:3. Aber wen interessiert schon das Spiel, wenn man so einen Promi im Vorstand hat.

(L'essentiel/Tim Zimmermann)

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