Schwerer Vorwurf

02. September 2021 16:37; Akt: 02.09.2021 16:47 Print

DFB-​​Sportgericht vertagt Rassismus-​​Verhandlung

FRANKFURT/SAARBRÜCKEN – Dennis Erdmann vom 1. FC Saarbrücken soll in der Partie gegen Magdeburg mehrere Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

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Saarbrückens Spieler Dennis Erdmann bestreitet die Vorwürfe, zwei Spieler des 1. FC Magdeburg rassistisch beleidigt zu haben. (Bild: DPA/Uwe Anspach)

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Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat die Entscheidung über die gegen Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken erhobenen Rassismus-Vorwürfe vertagt. Die Verhandlung wird am kommenden Donnerstag (14 Uhr) fortgesetzt, teilte das dreiköpfige Gremium unter Leitung von Stephan Oberholz am Donnerstag nach einer dreieinhalbstündigen Sitzung mit. «Wir werden das Verfahren dann hoffentlich zum Abschluss bringen», sagte Oberholz. Erdmann ist bis zur Verkündung des Urteils vorerst gesperrt.

Der 30-Jährige soll am 25. August in der Partie 1. FC Saarbrücken gegen 1. FC Magdeburg (2:1) mehrere Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Diese Anschuldigung bekräftigten die als Zeugen geladenen FCM-Profis Baris Atik, Sirloid Conteh, Leon Bell Bell und Amara Condé vor dem Sportgericht. «Ich habe das in dieser Heftigkeit noch nie erlebt», berichtete Condé. Er selbst sei nicht beschimpft worden, habe aber «einiges mitbekommen».

Der telefonisch zugeschaltete Schiedsrichter Robert Kampka erklärte, dass er rassistische Beleidigungen in der hitzigen Partie «aus eigener Wahrnehmung nicht mitbekommen» habe. Er sei auch während und nach dem Spiel von Magdeburger Seite nicht auf entsprechende Vorfälle angesprochen worden - weder von Spielern noch Verantwortlichen.

«Die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie»

Erdmann wies in der Verhandlung alle Anschuldigungen energisch zurück. «Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet», sagte der Defensivspieler und beteuerte: «Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun.»

Erdmanns Rechtsbeistand Horst Kletke hatte eine Vertagung beantragt, um weitere Beweise zu sichten, da die Angelegenheit seiner Ansicht nach nicht aufgeklärt werden konnte. Zu Beginn der Verhandlung hatte Kletke von zahlreichen Hass-Mails gegen Erdmann berichtet. «Ich bin ein mental starker Spieler», sagte Erdmann. «Aber die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie.»

(L'essentiel/dpa)

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