Champions-League-Quali

11. Mai 2021 10:20; Akt: 11.05.2021 10:35 Print

Juve und Ronaldo bangen um die Königsklasse

Der Meistertitel ist für Juventus Turin seit vergangener Woche futsch, doch nun drohen die «Bianconeri» um Cristiano Ronaldo die Teilnahme an der Champions League zu verspielen.

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Es ist gewiss keine Übertreibung Cristiano Ronaldo «Mr. Champions League» zu nennen. Der Portugiese prägt den lukrativsten Wettbewerb im europäischen Clubfußball wie kein Anderer. Neben 134 Treffern in 176 Spielen holte «CR7» auch bereits fünfmal den Titel in der Champions League, wobei er viermal mit Real Madrid und einmal mit Manchester United triumphieren konnte.

Bislang verwehrt blieb Ronaldo der Gewinn des Henkelpotts mit seiner aktuellen Mannschaft Juventus Turin, obwohl ihn der vormalige italienische Serienmeister 2018 extra dafür verpflichtet hatte. Besonders viel Spott mussten die Turiner einstecken, weil sie in den drei Spielzeiten mit Ronaldo jeweils gegen klar schwächer dotierte Gegner aus der Champions League ausschieden.

2019 wurde Juventus von einem entfesselt aufspielenden Ajax Amsterdam aus dem Wettbewerb geschossen. 2020 mit Olympique Lyon und 2021 mit dem FC Porto bedeuteten ebenfalls zwei Außenseitermannschaften Endstation für die Millionen-Truppe aus dem Piemont.

Schießt Inter Erzrivalen Juventus in die Europa League?

Obwohl Juventus seit 1996 keinen Titel mehr in der Champions League gewinnen konnte, so war für die Turiner zumindest die Qualifikation dafür in den letzten Jahren reine Formsache. Nach der Niederlage gegen die AC Milan (0:3) am vergangenen Sonntag droht für die «Bianconeri» nun aber sogar das Schreckensszenario Europa League.

Drei Spieltage vor Schluss liegt die Mannschaft des in der Kritik stehenden Trainers Andrea Pirlos nur auf Platz fünf und damit einen Rang hinter den Geldtöpfen der Champions League. Neben Juventus kämpfen mit Remo Freulers Atalanta, der AC Milan, der SSC Neapel und Lazio Rom noch mehrere Teams um einen der ersten drei Plätze hinter dem souveränen Meister Inter Mailand.

Die «Nerazzuri» haben nach neun Juve-Titeln in Folge nicht nur der Langeweile im Scudetto-Rennen ein Ende gesetzt, sondern könnten auch noch das Zünglein an der Waage im Endspurt um die Königsklassen-Tickets spielen, da es in der vorletzten Runde zum Direktduell Juventus gegen Inter kommt.

Pirlo und Ronaldo im Zentrum der Kritik

Obwohl in italienischen Medien bereits über die Entlassung von Pirlo und über seinen möglichen Nachfolger Maßimiliano Allegri spekuliert wird, gibt sich der Weltmeister von 2006 nach wie vor selbstbewusst: «Ich setze meine Arbeit fort, solange man mir dazu die Möglichkeit gibt. Jedenfalls fehlen bis zum Saisonende noch drei Spiele. Ich bin sicher, dass die Mannschaft und ich diese Phase bewältigen können».

Neben Pirlo steht in Italien vor allem auch Cristiano Ronaldo im Kreuzfeuer der Kritik. Beispielhaft dafür sind die Worte der «Gazzetta dello Sport», die nach der letzten Niederlage im heimischen Allianz Stadium schreibt: «Alles bricht bei Juve zusammen, auch der Superheld Ronaldo, der gegen Milan als normaler Spieler auftritt».

Das auch der fünffache Weltfußballer nicht in jeder Partie sein doch schon fortgeschrittenes Alter von 36 Jahren verbergen kann, ist offensichtlich. Dennoch zeigt der Blick auf die Torjägerliste, dass der Portugiese mit aktuell 27 Toren immer noch mit Abstand der treffsicherste Stürmer der gesamten Serie A ist. Es ist der Fluch von Ronaldos Großtaten in seiner Vergangenheit, dass selbst knapp 30 Treffer in einer Top-Liga nicht mehr den Ansprüchen seiner Fans und Kritiker genügen.

Der Niedergang der Superliga-Anwärter

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie des Schicksals, dass neben Juventus auch noch andere Spitzenteams um die Teilnahme an der kommenden Champions League zittern müssen, die zuletzt mit den Plänen um eine europäische Superliga für Aufsehen sorgten.

Während die Norditaliener um Club-Boss Andrea Agnelli die Idee von der elitären und nahezu geschlossenen Liga der großen Vereine noch nicht ganz aufgegeben haben und sich den Drohungen der Uefa teilweise widersetzen, kapitulierten die englischen Teams auch wegen des Drucks der eigenen Fans reihenweise.

Auch Liverpool und PSG bangen um Königsklasse

Kurz vor Saisonschluss in der Premier League ist bereits klar, dass Arsenal auch nächste Saison wieder die Königsklasse verpassen wird und lediglich eine Restchance auf die Conference League besitzt. Während Tottenham sich ebenfalls auf eine Saison ohne Champions League einstellen kann, besitzt Liverpool aufgrund des schweren Restprogramms von Konkurrent Leicester zumindest eine realistische Chance, doch noch unter den ersten Vier in England zu landen.

In Frankreich könnte mit PSG zudem eine weitere Millionen-Truppe nur im zweitwichtigsten Wettbewerb Europas landen, falls die Pariser in den verbleibenden zwei Runden noch die zwei respektive drei Punkte Vorsprung auf Monaco und Lyon verspielen würden.

(L'essentiel/Florian Gnägi)

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  • weg am 11.05.2021 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne CR7 würde Juve um den Klassenerhalt kämpfen..

Die neusten Leser-Kommentare

  • weg am 11.05.2021 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne CR7 würde Juve um den Klassenerhalt kämpfen..