Französische Liga

02. Juni 2020 10:28; Akt: 02.06.2020 11:25 Print

Keiner «weiß, was im Leben anderer vor sich geht»

Der luxemburgische Klubpräsident des französischen Erstligisten OSC Lille hält sich seit dem 30. April eher zurück. Am Dienstag meldete er sich zum Abbruch der Ligue 1 zu Wort.

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Gerard Lopez würde sich «nie erlauben, ein Fußballspiel über die Gesundheit zu stellen». (Bild: AFP)

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Der luxemburgische Geschäftsmann und Präsident des französischen Fußball-Erstligisten OSC Lille, Gerard Lopez, war seit Beginn der Gesundheitskrise auf der Mission, eine Lösung für die wirtschaftlichen Risiken zu finden, die für den französischen Fußball befürchtet wurden. Mit seinen Kollegen ist er alle Katastrophenszenarien durchgegangen: Von der Annullierung der Saison über die Nichtzahlung von TV-Geldern oder der Verschiebung des Marktes. «Diese Epidemie kann den französischen Fußball bis zu einer Milliarde Euro kosten», hatte er Anfang April gewarnt.

Am 30. April hat die Profifußball-Liga alle französischen Meisterschaften beendet. Im Gegensatz zu den Ligen in Deutschland oder England wird der französische Fußball die aktuelle Saison nicht wieder aufnehmen. «Eine katastrophale Entscheidung», schreibt die französische Sportzeitung L'équipe am Dienstag, die sich seit der Ankündigung diskret zurückgehalten hat. Es sei eine «verfrühte Entscheidung, die die französischen Klubs im Wettbewerb mit den anderen großen Ligen benachteiligt», heißt es. Eine Rechtsabteilung analysiere demnach auch die Möglichkeit, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen.

« Niemand weiß, was im Leben anderer Menschen wirklich vor sich geht. »

Dennoch respektiere Gerard Lopez die Entscheidung der Regierung. «Wir wussten nicht, wie sich die Gesundheitskrise entwickeln würde (...) Ich würde es mir nie erlauben, ein Fußballspiel über die Gesundheit zu stellen», sagt er. Und er spricht von «einer großen Enttäuschung» für seinen Klub Lille, dessen Präsident und Mehrheitsaktionär er ist, der für die Saison 2019/2020 schließlich auf dem vierten Platz eingefroren ist. «Ich war überzeugt, dass wir unter die ersten drei schaffen können», bedauert er.

Zu Beginn des Interviews lässt er durchblicken, dass er vom Coronavirus schwer getroffen worden war. «In meinem Fall war meine Familie von Covid-19 betroffen. Sehr schlimm», sagt er, ohne weiter ins Detail zu gehen. Auch deshalb hat er sich zurückgehalten: «Niemand weiß, was im Leben anderer Menschen wirklich vor sich geht.»

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René am 04.06.2020 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht der schon wieder

Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 04.06.2020 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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