Frauenfussballerin

19. Juni 2019 10:27; Akt: 19.06.2019 10:33 Print

Klare Ansage gegen sexistisches Werbevideo

Ein Video des FC Köln mit der Schweizer Nationalspielerin Rachel Rinast geht viral. Kein Wunder, denn es ist zum Schreien.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eigentlich wollte Rachel Rinast nicht mehr. Sie hinterfragte sich: «Warum tue ich mir das an? Du wirst doch eh gleich wieder angeschissen für all das, was du falsch machst.» Die 27-Jährige musste nach ihrem Wechsel vom FC Basel beim SC Freiburg unten durch. «Mir wurde ständig gesagt, wie schlecht meine Technik sei, wie schlecht mein Stellungsspiel, ich müsse an meinem rechten Fuß arbeiten. Und so weiter.» Der 28-fachen Schweizer Nationalspielerin, die 2015 auf internationaler Ebene debütiert hatte, fehlte die Wertschätzung. Sie zog die Reißleine und löste Ende Dezember ihren laufenden Vertrag mit dem Bundesligisten auf – nach nur sechs Monaten.

Die Verteidigerin heuerte in Israel beim Frauenteam von ASA Tel Aviv an. Als Jüdin hat sie sich dort gut zurecht und die Freude am Fußballspielen wieder gefunden. In Deutschland – wo Rinast aufgewachsen und daher Doppelbürgerin ist – hatte sie nie den Eindruck, dass ihr harte Arbeit und Extra-Trainings angerechnet wurden. «Man hat mich einfach abgestempelt als Holzfuß.» An der Mittelmeerküste konnte sie in den vergangenen Monaten neues Selbstvertrauen tanken.

Nun gibt Rinast ihr Comeback in der Bundesliga. Allerdings nicht in Freiburg, sondern beim 1. FC Köln, für den sie schon von 2010 bis 2012 und 2013 bis 2016 gespielt hatte. Auf ihr zweites Engagement in Köln folgte ein Abstecher zu Bayer Leverkusen.

«Aber Rachel Rinast wollte kein Video...»

In Israel sei eigentlich alles perfekt gewesen. «Wir sind Meister und Pokalsieger geworden, ich habe ein neues Land und sehr nette Menschen kennengelernt», blickt sie zurück. Doch zwei Dinge haben ihr gefehlt: «Köln und der FC.» Der Traditionsverein nimmt die Schweizer Nationalspielerin mit offenen Armen wieder auf. «Rachel hat ein riesiges Herz für den FC. Sie hilft uns nicht nur auf dem Platz weiter, sondern wird auch menschlich eine Bereicherung sein. Wir sind glücklich, dass sie wieder da ist», wird Trainer Willi Breuer auf der Club-Homepage zitiert.

Doch damit nicht genug: Der 1. FC Köln hat mit der Rückkehrerin ein Video (siehe oben) gedreht. Angepriesen wird es mit «Wir haben wirklich alles versucht. Aber Rachel Rinast wollte kein Video...» – sie weiß genau, was sie will...

(L'essentiel/ddu)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.