Uneinsichtig

03. September 2018 16:01; Akt: 03.09.2018 20:41 Print

Mbappé sieht rot, und würde es wieder tun

Tor, Assist und Platzverweis: Das PSG-Supertalent zeigt gegen Aufsteiger Nîmes sein ganzes Repertoire. Danach schimpft er – und eine Zeitung warnt.

Der Franzose verlor die Beherrschung.

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Sie mussten richtig beißen, die PSG-Stars. Zwar führte der Meister zur Pause bei Aufsteiger Nîmes 2:0, der Außenseiter glich in der zweiten Halbzeit jedoch innerhalb von acht Minuten aus. Es brauchte den Auftritt von Weltmeister Kylian Mbappé, um das Ganze doch noch geradezubiegen. In der 77. Minute schoss der 19-Jährige das 3:2 und in der Nachspielzeit bereitete er Edinson Cavanis 4:2 vor, das den Sieg endgültig sicherstellte. In seinem dritten Ligaeinsatz der Saison war das bereits Mbappés vierter persönlicher Treffer und der zweite Assist.

Diese Leistung, diese Zahlen, sie zeigen die eine Seite des Supertalents, der als kommender Weltfußballer gehandelt wird. Doch da gibt es mittlerweile auch die andere Seite. Diejenige, die in der 94. Minute zum Vorschein kam. Nach einem rüden Foul von Gegenspieler Téji Savanier vollführte er zuerst mehrere Rollen, stand dann allerdings blitzartig wieder auf, um den Übeltäter zu Boden zu stoßen. Das Resultat: Rote Karte für beide.

«Ich würde nochmals gleich handeln»

Wie wenig Verständnis Mbappé für diese Schiedsrichterentscheidung hatte, zeigte er nicht nur beim Verlassen des Platzes, sondern auch anschließend in der Mixed Zone. Ob er seine Reaktion bereue? «Nein, nein, nein. Wenn ich könnte, würde ich nochmals genau gleich handeln und mich anschließend bei den Fans entschuldigen.» Aber man dürfe solche Aktionen wie diejenige von Savanier nicht tolerieren: «Wenn er den Ball spielen will, kein Problem, aber das wollte er nicht. Das haben alle gesehen. Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr, ich werde mich vor der Disziplinarkommission verteidigen.»

Die französische Zeitung Le Parisien forderte anschließend etwas mehr Selbstkritik: «Sein Status als Weltmeister zwingt ihn, seine Nerven besser im Griff zu halten.» Eine Anlehnung an die Aussagen von Didier Deschamps von vergangener Woche. Der französische Nationaltrainer sagte, dass der kürzlich errungene Weltmeistertitel auch eine neue Verantwortung mit sich bringt. Zu Mbappé sagte der 49-Jährige: «Er muss lernen, mit der Aggressivität des Gegners umzugehen.»

Der zweite Platzverweis

In seiner zweiten Saison für PSG ist es bereits die zweite direkte Rote Karte für den jungen Torjäger. Ende Januar 2018 trat er im Halbfinale des französischen Ligacups in Rennes den Stutzen eines Gegenspielers kaputt. Als er entnervt vom Rasen schlich, wollte er in Richtung der TV-Kameras noch unbedingt etwas loswerden: «Hört gut zu. Mir ist das Gleiche passiert. Ich wurde letzte Woche genauso gefoult. Und nichts ist passiert.»

In Frankreich sorgen sie sich darum, dass die PSG-Millionen den sonst so sympathisch auftretenden Mbappé zu einem verzogenen Bengel machen – so, wie es sein Teamkollege Neymar in der Wahrnehmung vieler Fußballfans bereits ist. Schon bei der WM fiel Mbappé durch Schwalben und Provokationen auf. Le Parisien warnt: «Solche Aktionen könnten bei Weltfußballer-Wahlen zu einem entscheidenden Nachteil werden.»

Das Urteil über seine Sperre wird Anfang dieser Woche erwartet. Der Angreifer droht zwei bis drei Spiele zu verpassen.

(L'essentiel/fas)

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