Massive Kritik

13. Mai 2020 18:54; Akt: 13.05.2020 19:19 Print

Michel Platini attackiert Fifa-​​Chef Gianni Infantino

Michel Platini kritisierte Geheimtreffen zwischen Infantino und dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber während laufender Ermittlungen gegen die Fifa.

storybild

2015 in Wien: Der damalige Uefa-Generalsekretär (l) und der damalige Uefa-Präsident Michel Platini während des Uefa-Kongresses. (Bild: Georg Hochmuth)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der ehemalige Präsident des Europäischen Fußballverbands (Uefa), Michel Platini, hat den Rücktritt von Gianni Infantino als Präsident des Fußballweltverbands Fifa gefordert. Der Franzose kritisierte Geheimtreffen zwischen Infantino und dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber während laufender Ermittlungen gegen die FIFA. «Infantino und Lauber halten sich für unantastbar und über dem Gesetz stehend», sagte der 64-Jährige in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Schweizer Zeitschrift L’Illustré.

Lauber steht unter anderem wegen der schleppend vorangegangenen Ermittlungen im Sommermärchen-Prozess um die WM 2006 in der Kritik. Das Schweizer Verfahren gegen deutsche Fußball-Funktionäre wegen ungeklärter Zahlungen im Zusammenhang mit dem Turnier vor 14 Jahren ist im April wegen Verjährung eingestellt worden.

Bundesanwalt Michael Lauber. Foto: Bundesanwaltschaft Schweiz

Platini bezeichnete sich als Opfer eines Komplotts. Er habe 2016 eine große Mehrheit für seine Bewerbung als Fifa-Chef gehabt. Infantino, zu dem Zeitpunkt bei der Uefa «mein Generalsekretär», wie Platini es ausdrückte, habe dies hintertrieben. Er bezeichnete den Fifa-Chef aus der Schweiz als Manipulator und Opportunisten.

Gerichtskommission berät über Vorladung Laubers

Platini war wie der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter 2015 für mehrere Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die Platini 2011 von Blatter erhielt. Die beiden haben stets argumentiert, es habe sich dabei um eine verspätete Gehaltszahlung für Beratertätigkeiten gehandelt.

Die Gerichtskommission des Schweizer Parlaments wollte am Mittwoch über eine Vorladung Laubers beraten. Das wäre ein erster Schritt zu einem Amtsenthebungsverfahren. Die Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft hatte Lauber wegen der Geheimtreffen mit Infantino 2016 und 2017 Pflichtverletzungen vorgeworfen. Er legte Beschwerde ein. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich noch nicht geäußert.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.