Europa League

16. August 2018 12:43; Akt: 16.08.2018 22:10 Print

Progrès schnuppert an der Sensation

DIFFERDINGEN — Im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde wollte Progrès Niederkorn gegen FK Ufa Geschichte schreiben. In letzter Sekunde platzte der Playoff-Traum.

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Progrès wollte zum ersten Mal in seiner 99-jährigen Geschichte in die Europa League Playoffs einziehen.

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Im Rückspiel der dritten Europa League Qualifikationsrunde traf am Donnerstagnachmittag Progrès Niederkorn auf die russische Mannaschaft von FK Ufa. Progrès-Trainer Paolo Amodio änderte seine Mannschaft im Vergleich zur 2:1 Auswärtsniederlage im Hinspiel auf zwei Positionen: Für Manu Françoise rutschte Yannick Bastos in die Startelf. Der gesperrte Mario Mutsch wurde von Sebastian Thill vertreten.

Ufa-Eigentor sorgt für Traum-Beginn

Besser hätte für Progrès die Partie vor 1736 Zuschauern — darunter auch um die 20 Ufa-Anhänger, die die knapp 4000 Kilometer weite Anreise auf sich nahmen — nicht beginnen können. Bereits in der zweiten Minute fiel das 1:0 durch ein Eigentor von Ufa-Kapitän Alikin.

Die erste Hälfte der Partie gestaltete sich in der Folge zwar ausgeglichen, allerdings erarbeitete sich die Mannschaft aus dem Zentrum Russlands zunehmend mehr Spielanteile. Die Progrès-Defensive, insbesondere den abgeklärten Adrian Ferino brachten die harmlosen Angriffe Ufas nicht in Bedrängnis. Progrès agierte unterdessen mit weiten Bällen auf Alex Karapetian, der immer wieder Bälle in der gegnerischen Hälfte festmachen konnte.

Kopfball aus dem Lehrbuch

So gut die erste Hälfte für die Niederkorner begann, so schlecht startete Progrès in Durchgang zwei. Nach einem hohen Ball der Russen stimmte die Zuordnung in der Abwehr der Schwarz-Gelben überhaupt nicht. Einen missglückten Klärungsversuch köpfte Paurevic aus spitzem Winkel ein: Der nicht unverdiente Ausgleich.

Progrès, jetzt unter Zugzwang, zeigte sich in der Folge wesentlich aktiver und kam immer wieder mal zu Abschlüssen, ohne dabei echte Torgefahr zu entwickeln. Die Russen zeigten sich von den Offensivbemühungen beeindruckt und der zunehmende Druck sollte sich kurz darauf auch im Ergebnis niederschlagen. Eine Flanke von rechts köpfte De Almeyda technisch anspruchsvoll ins lange Eck. Angefeuert von den Zuschauern, die ihre Farben jetzt nach vorne peitschten, spielte Niederkorn jetzt teilweise technisch sehr ansprechenden Fußball und brachten FK Ufa ein ums andere Mal in Bedrängnis.

Treffer mitten ins Herz

In der spannenden Schlussphase, als sich beide Mannschaften bereits mit der nahenden Verlängerung abgefunden haben, trafen die Russen Progrès ins Herz. Erneute Abstimmungsprobleme führten zum glücklichen Ausgleich für Ufa.

Progrès hat sich wenig vorzuwerfen. Nach dieser aufopferungsvollen Vorstellung konnten die Niederkorner erhobenen Hauptes vom Feld gehen. FK Ufa trifft nun in den Playoffs auf die Glasgow Rangers.

Nur das Datum wird geändert

Progrès-Coach Paolo Amodio zeigte sich nach der Partie zwar sichtlich enttäuscht, aber dennoch stolz auf seine Mannschaft, die die favorisierten Russen vor einige Probleme stellte: «Natürlich ist die Enttäuschung riesig. Gerade nach so einem späten Treffer, die Mannschaft hatte danach keine Zeit mehr zu antworten. Dennoch war es eine insgesamt positive Erfahrung, die Zuschauer haben uns hervorragend unterstützt. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Meisterschaft. Am Sonntag sind wir bereits wieder in der Liga gefordert.»

Sportdirektor Thomas Gilgemann schlug ähnliche Töne an. «Wir werden die Playoff T- Shirts nicht wegwerfen, sondern nur das Datum in 2019 ändern. Nächstes Jahr greifen wir wieder an. Ich glaube an diese Mannschaft.» Es wäre Progrès nach dieser Leistung wahrlich zu gönnen. Im nächsten Jahr hat der Club 100-jähriges Jubiläum. Einen passenderen Anlass für die ersten Playoffs der Vereinsgeschichte wird man in Niederkorn so schnell nicht finden.

(ms/L'essentiel)

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