Anschlag in London

09. Juni 2017 06:28; Akt: 09.06.2017 08:32 Print

Saudi-​​Arabien verweigert Schweigeminute

Vor dem Fußballspiel zwischen Australien und Saudi-Arabien schwiegen Spieler und Zuschauer im Gedenken an die Opfer des Anschlags von London – nur die Saudis nicht.

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Im Fußballspiel zwischen Australien und Saudiarabien in Adelaide hat sich das Team aus dem Golfstaat geweigert, eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags von London abzuhalten. Die Football Federation Australia (FFA) habe die Idee angestoßen, sei aber vom saudischen Team informiert worden, dass dies nicht «im Einklang mit der saudischen Kultur» liege.

Auf Bildern ist zu sehen, wie das australische Team in einer Reihe steht und der Opfer gedenkt, während die Spieler aus dem Golfstaat auf dem Platz verstreut sind. Auch die Spieler auf der saudischen Spielerbank blieben sitzen.

«Nicht im Einklang mit der Kultur»

«Die FFA ersuchte das Einverständnis der Asian Football Confederation und der saudischen Nationalmannschaft für eine Schweigeminute», heißt es in einer Erklärung der FFA. «Die AFC und das saudische Team waren einverstanden, dass die Schweigeminute abhalten werden kann. Die FFA wurde vom saudischen Team darauf hingewiesen, dass dies nicht im Einklang mit der saudischen Kultur ist. Das Team werde deswegen während der Minute auf seiner Spielhälfte bereits die Positionen einnehmen und unseren Brauch respektieren.»

Der australische Labour-Politiker Anthony Albanese ging mit den Saudis hart ins Gericht. «Es ist eine Schande und eine Respektlosigkeit, nicht nur wegen der zwei Australier, die bei dem Anschlag in London getötet wurden», erklärte er laut Guardian. «Das ist keine Frage der Kultur, es geht um fehlenden Respekt. Es war einfach skandalös.»

Der saudi-arabische Fußballverband bedauerte den Vorfall mittlerweile und entschuldigt sich bei den Kollegen in Australien. Die Spieler hätten nicht die Absicht gehabt, Familien und Trauernde in ihren Gefühlen zu verletzen.

Wie der Guardian weiter berichtet, haben saudische und andere Mannschaften von der arabischen Halbinsel in der Vergangenheit sehr wohl schon Schweigeminuten abgehalten. Beim Match des saudischen Klubs Al Ahli gegen den FC Barcelona im vergangenen Dezember etwa gab es vor dem Spiel eine Minute der Trauer. Das Argument des Verbands in Riad, dass diese Art der Trauer nicht Teil der saudischen Kultur oder Teil des Islam sei, wird dadurch abgeschwächt.

(L'essentiel/sda/jt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vrai ou Faut am 09.06.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Aucun respect , il faut annuler tout avec ces pays qui fricote avec le terrorisme et en plus ils veulent faire la coupe du monde là bas . Si j'était un dirigeant Honnête , j'interdirais toute participations sportives dans ces pays .

  • Et donc? am 09.06.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Les minutes de silences ne servent à rien, et surtout deviennent de plus en plus hypocrites. Le terrorisme cela se combat tous les jours avec des actes concrets pas avec des marches, des concerts, du silence. Le terrorisme c'est la terreur, le changement de nos habitudes, la privation de notre liberté de faire comme de penser. Alors le combattre commence déjà par ne pas être terrorisé, par continuer notre vie, par promouvoir la liberté y compris celle qui ne fait pas comme nous. La liberté n'est pas seulement celle qui arrange, sinon les terroristes auraient gagnés! Et ça hors de question!

  • FairPlay?! am 09.06.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    What a shame !!!! Is that Fair play ??? Unfortunately they got oïl... so..................

Die neusten Leser-Kommentare

  • Et donc? am 09.06.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Les minutes de silences ne servent à rien, et surtout deviennent de plus en plus hypocrites. Le terrorisme cela se combat tous les jours avec des actes concrets pas avec des marches, des concerts, du silence. Le terrorisme c'est la terreur, le changement de nos habitudes, la privation de notre liberté de faire comme de penser. Alors le combattre commence déjà par ne pas être terrorisé, par continuer notre vie, par promouvoir la liberté y compris celle qui ne fait pas comme nous. La liberté n'est pas seulement celle qui arrange, sinon les terroristes auraient gagnés! Et ça hors de question!

  • FairPlay?! am 09.06.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    What a shame !!!! Is that Fair play ??? Unfortunately they got oïl... so..................

  • Hofcat am 09.06.2017 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pourtant toute la presse nous dit que l'Arabie Saoudite n'a rien à voir avec le terrorisme.

    • Vérité am 09.06.2017 20:31 Report Diesen Beitrag melden

      Vous croyez tout , Alors???????

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  • Vrai ou Faut am 09.06.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Aucun respect , il faut annuler tout avec ces pays qui fricote avec le terrorisme et en plus ils veulent faire la coupe du monde là bas . Si j'était un dirigeant Honnête , j'interdirais toute participations sportives dans ces pays .

  • Zemo am 09.06.2017 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist denn mit den Opfern in Palästina, Afghanistan, Turkey usw. Da macht leider keiner Schweigeminute. Da spricht keiner von «Nicht im Einklang mit der Kultur» Und wenn es den Europäer oder Amerikaner betrifft, dann macht man so ein Zirkus daraus. Die Medien sollen bitte damit aufhören.

    • Cloys am 09.06.2017 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Zemo dee Match war nët a Palästina nët an Afganistan an och nët an der Turkei mais an Australien waat, wann dir den Artikel gelies hätt, och 2 Affer ze kloen huet.

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