Gang an die Öffentlichkeit

29. Oktober 2020 07:26; Akt: 29.10.2020 07:43 Print

Schiri outet sich nach homophobem Vorfall

Bei einem Fußballspiel in Norwegen beleidigt ein Spieler den gegnerischen Trainer homophob. Der Schiedsrichter erfährt erst später davon. Das verleitet ihn zum Coming-out.

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Fifa-Schiedsrichter Tom Harald Hagen steht nun öffentlich zu seiner Homosexualität. (Bild: Foto: Imago Images)

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Im Fußball ist Homosexualität immer noch ein großes Tabuthema. Kaum einer, der davon betroffen ist, spricht darüber. Ganz anders Tom Harald Hagen. Der 42-jährige Schiedsrichter aus Norwegen outete sich nach einem Vorfall bei einem Spiel, den er zuerst gar nicht mitbekommen hatte.

Flamur Kastrati von Kristiansund beleidigte den Trainer von Valerenga, Dag-Eilev Fagermo, mit Worten wie «Halt dein Maul und setze dich hin!», wie norwegische Zeitungen Anfang Woche berichteten. Der norwegisch-kosovarische Doppelbürger soll dem Coach auch homophobe Worte wie «verdammte Schwuchtel» an den Kopf geworfen haben. Kastrati war der Kragen geplatzt, weil Fagermo ständig ausgeteilt haben soll. «Da muss er auch einmal einstecken», sagte der Spieler in einem Fernsehinterview nach dem Spiel. Am Tag danach entschuldigte sich Kastrati für die weniger schönen Worte. Er sei sich deren Bedeutung gar nicht bewusst gewesen.

Anlass zum Coming-out

Schiedsrichter Hagen hatte das Wortgefecht während des Spiels nicht mitbekommen. Er erfuhr erst später davon. Das war für den 42-Jährigen der Anlass, seine Homosexualität öffentlich zu machen. «Ich habe das Gefühl, dass es wichtig ist, der Sache die Brisanz zu nehmen, dass ich schwul bin», wurde Hagen am Montag von der Zeitung Glamdalen zitiert. «Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, das ist nichts, worüber ich mir Gedanken mache.» Am Dienstag legte eine Boulevardzeitung nach: «Ich bin schwul», titelte die Verdens Gang.

Im selben Blatt bekam Hagen für sein Coming-out großen Zuspruch. «Es ist fantastisch», sagte Abid Raja, Minister für Kultur und Gleichstellung. Hagen «bahne den Weg für mehr Toleranz und Akzeptanz für Verschiedenheit im Sport», betonte er.

(L'essentiel/Herbie Egli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcio am 29.10.2020 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die Fussballer sind eh alles schwul.

  • Nico am 29.10.2020 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    woher soll er den wissen das der Schwul ist

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcio am 29.10.2020 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die Fussballer sind eh alles schwul.

  • Nico am 29.10.2020 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    woher soll er den wissen das der Schwul ist