Medienberichte

23. Februar 2021 11:03; Akt: 23.02.2021 11:28 Print

Tausende Arbeiter starben in Katar auf WM-​​Baustellen

Der «Guardian» berichtet über mehr als 6500 tote Gastarbeiter seit der Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar. Das WM-Organisationskomitee weist die Schuld von sich.

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Es sind erschreckende Zahlen, die der «Guardian» vermeldet. So sind mehr als 6500 Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka im Rahmen der Vorbereitungen für die WM 2022 in Katar von 2010 bis 2020 gestorben. Unter anderem verzeichnet allein die pakistanische Botschaft in Katar 824 tote Gastarbeiter aus ihrem Land in diesem Zeitraum.

Noch erschreckender dabei: Laut der britischen Zeitung, sind die Zahlen noch zu niedrig, um die Realität abzubilden. Denn sie enthalten zwar die Todesfälle aus Indien, Bangladesch, Pakistan, Nepal und Sri Lanka, Angaben aus Kenia oder den Philippinen fehlen jedoch komplett. Ebenso fehlen die Todesfälle des Jahres 2020.

Unwürdige Lebensbedingungen

Laut dem «Guardian» werden die Todesfälle in den Statistiken nicht nach dem Arbeitsplatz unterschieden. Es sei aber wahrscheinlich, dass die Gestorbenen auf einer WM-Baustelle angestellt gewesen sind, sagte Nick McGeehan, Experte für Arbeitsrecht am Golf demnach. Er stellte klar: «Ein sehr großer Anteil der Gastarbeiter, die seit 2011 gestorben sind, war nur im Land, weil Katar die Vergabe der WM für sich entschied.» So sind auch 37 Todesfälle direkt auf die Baustellen der WM-Stadien zurückzuführen.

Als Todesursachen werden in dem Bericht etwa Verletzungen genannt, bei denen Arbeiter aus der Höhe stürzten oder sich strangulierten, oder mit Herz-Kreislauf-Versagen zusammenbrachen. Ein Grund wird weiter der Mangel an Hygiene, Sicherheit und Sauberkeit in den engen Wohnräumen, in denen die Gastarbeiter zusammengepfercht werden, genannt. Acht Personen auf wenigen Quadratmetern sind in Katar Alltag. Die Lebensbedingungen sind also unwürdig.

Fifa bedauert die Todesfälle

«Wir bedauern alle diese Tragödien zutiefst und haben jeden Vorfall untersucht, um sicherzustellen, dass Lehren daraus gezogen wurden. Wir haben in dieser Angelegenheit immer Transparenz gewahrt und bestreiten ungenaue Behauptungen über die Anzahl der Arbeiter, die bei unseren Projekten gestorben sind», meinte das WM-Organisationskomitee auf Nachfrage der Zeitung. Und die Fifa? Die lässt verlauten, dass man sich voll und ganz verpflichte, die Rechte der Arbeiter bei Fifa-Projekten zu schützen. «Die Häufigkeit der Unfälle auf den Baustellen der Fifa-WM war bis jetzt niedrig im Vergleich zu anderen großen Bauprojekten auf der Welt.» Einen Beleg nannte die Fifa für diese Behauptung allerdings nicht.

(L'essentiel/Nils Hänggi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wuffel am 24.02.2021 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Patrick W den Staat haat dem Qatar jo Deeler vun der Cargolux verkaaf an domat och d‘Landerechter den Staat huet zwar Deeler vun der Cargolux zreck kaaf fir se dann den Chinesen ze verkaafen, awer Landerechter hun Qatar behaalen an elo kommen se all Daag matt 2 Maschinnen Fracht hei op Letzebuerg sichen dei Cargolux keint fleien.An den Comble ass den Direkter deen Kataris deemols dohinn gesaat hun ass haut nach den CEO vun der Cargolux! Also een Mann vun den Kataris

  • KH Rummenigge am 23.02.2021 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne FC Bayern München wären noch viel mehr ums Leben gekommen, habe ich schon am Samstag im ZDF Sportstudio gesagt.

  • Monia am 23.02.2021 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Frick Frick Frick. Dat ass dat eenzegt wat zeilt. D'Menscheet muss emdenken

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wuffel am 24.02.2021 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Patrick W den Staat haat dem Qatar jo Deeler vun der Cargolux verkaaf an domat och d‘Landerechter den Staat huet zwar Deeler vun der Cargolux zreck kaaf fir se dann den Chinesen ze verkaafen, awer Landerechter hun Qatar behaalen an elo kommen se all Daag matt 2 Maschinnen Fracht hei op Letzebuerg sichen dei Cargolux keint fleien.An den Comble ass den Direkter deen Kataris deemols dohinn gesaat hun ass haut nach den CEO vun der Cargolux! Also een Mann vun den Kataris

  • KH Rummenigge am 23.02.2021 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne FC Bayern München wären noch viel mehr ums Leben gekommen, habe ich schon am Samstag im ZDF Sportstudio gesagt.

  • jimbo am 23.02.2021 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball, Belustigung der Massen!! Esou hällt de Pöbel de Back an interesseiert sech net vir dei wichteg Sachen. Ass ewei freier bei de Réimer mat de Gladiatorenkämpf am Kollosseum.

  • Monia am 23.02.2021 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Frick Frick Frick. Dat ass dat eenzegt wat zeilt. D'Menscheet muss emdenken

  • loshein am 23.02.2021 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die Unterschicht bekommt ihr Amusement, was sind da schon ein paar tausend Tote.