Konfliktpotenzial

05. Januar 2020 14:42; Akt: 05.01.2020 14:47 Print

Torwart-​​Knatsch bei Bayern vorprogrammiert?

Beim FC Bayern München kommt es zum brisanten Duell der beiden Torhüter Manuel Neuer und Alexander Nübel um die Nummer 1.

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Er ist bekannt für seinen Ehrgeiz, er will immer spielen, selbst in einem Testspiel räumt er nur ungern seinen Posten: Die Rede ist von Manuel Neuer, 33, Torhüter des FC Bayern München. Seit 2011 steht er im Tor des deutschen Rekordmeisters. In diesen achteinhalb hat er gerademal bei sechs Bundesligaspielen zugeschaut, obwohl er im Kader stand.

Nun haben die Bayern den zehn Jahre jüngeren Alexander Nübel vom FC Schalke verpflichtet. Vorerst als Nummer 2, die aufgebaut werden soll, um eines Tages Neuers Nachfolger zu werden. Das beinhaltet Konfliktpotenzial. Um jemanden aufzubauen, braucht er Einsätze. Laut Sport-Bild soll es ein Gespräch zwischen Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Neuer gegeben haben, in dem Salihamidzic verlangt haben soll, dass Neuer Nübel 15 Spiele pro Saison überlasse. Neuer habe dies abgelehnt. Er will weiter jedes Spiel selbst bestreiten.

Verlängert Neuer gar seinen Vertrag?

Und damit noch nicht genug: Neuer soll seinen Ende Juni 2021 auslaufenden Vertrag demnächst sogar bis zum Sommer 2023 verlängern. Der gebürtige Gelsenkirchener schloss in einem Kicker-Interview eine Fortsetzung seiner aktiven Laufbahn selbst bis zur Heim-Europameisterschaft 2024 nicht aus.

«Noch bin ich fit und von daher bereit», sagte Neuer, dessen aktueller Ersatzmann Sven Ulreich vertraglich noch bis zum Sommer 2021 gebunden ist. Nübel, dem unmittelbar nach Bekanntgabe seines Wechsels bei Schalke die Captain-Binde entzogen wurde, kommt im Sommer ablösefrei nach München und erhält einen Fünfjahresvertrag.

Nübel, das große Talent

Der selbstbewusste Nübel, ehemaliger U-21-Nationaltorhüter Deutschlands, geht denselben Weg wie Neuer, der im Sommer 2011 ebenfalls als Schalker Nummer 1 nach München gewechselt war. Die Voraussetzungen sind aber deutlich andere. Neuers Konkurrent war damals Routinier Hans-Jörg Butt, der zuvor mit Thomas Kraft um den Platz zwischen den Pfosten gekämpft hatte.

Der 23-jährige Nübel gilt als eines der größten Torhüter-Talente im deutschen Fußball. Wie lange er sich mit der Rolle des Ersatzgoalies zufrieden gibt und ob und wann Neuer bereit ist, seinen Posten zu räumen, wird die große Frage sein, die die Verantwortlichen bei den Bayern zu beantworten haben. Knatsch scheint auf jeden Fall vorprogrammiert.

(L'essentiel/rom/dpa)

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