Schlussverkauf

07. August 2018 11:08; Akt: 07.08.2018 11:16 Print

Transferpanik in der Premier League

Das Transferfenster in England schließt bereits diesen Donnerstag. Für einige Clubs kann dies zu einigen hektischen Tagen führen.

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Diesen Freitag startet die Premier League in die neue Saison und zum ersten Mal bedeutet dies gleichzeitig auch das Ende des Transferfensters. Im letzten September stimmten die Clubs der höchsten englischen Liga über diese Regeländerung ab. 15 Clubs sagten Ja und fünf waren dagegen, unter anderem Manchester United und Manchester City. Das Ergebnis ist, dass die Premier-League-Vereine ab Donnerstag, den 9. August ab 17.00 Uhr Lokalzeit keine Spieler mehr verpflichten dürfen. Das Verkaufen und Verleihen von Spielern ist hingegen weiterhin gestattet.

Dieser Entscheid führt nun bei vielen englischen Topclubs zu einer Art Transferpanik und wird gegenüber anderen Schwergewichten des europäischen Fußballs zum Nachteil.

Kriegt Mourinho noch seine Wunschspieler?

Wohl kaum ein Trainer in England beschwert sich zurzeit so viel über Transfers wie José Mourinho. Beinahe an jeder Pressekonferenz bemängelt er die Transferpolitik seines Vereins. Wiederholt betonte er, dass er Anfang Juli eine Liste von Spielern angegeben habe, die er gerne im Team haben will. Bisher wurden ihm zwei dieser Wünsche erfüllt. Mittelfeldspieler Fred kam für 59 Millionen Euro von Schachtar Donezk und der erst 19-jährige Rechtsverteidiger Diogo Dalot für 22 Millionen vom FC Porto. Hinzu wurde der 35-jährige Torwart Lee Grant von Stoke City verpflichtet.

Besonders in der Innenverteidigung will der Portugiese unbedingt noch Verstärkung. Diverse Spieler wurden deshalb mit Manchester United in Verbindung gebracht. Yerry Mina von Barcelona, Toby Alderweireld von Tottenham, Harry Maguire von Leicester City und zuletzt Jérome Boateng von Bayern München. Mindestens einen dieser Spieler wünscht sich Mourinho bis Donnerstag. Ein Transfer von Alderweireld und Mina wird immer unwahrscheinlicher. Der Belgier ist zu teuer und der Kolumbianer scheint zum FC Everton zu wechseln. Für Maguire will Leicester angeblich rund 83 Millionen Euro, wegen dieser Summe hat Manchester offenbar den Fokus auf Boateng gerichtet. Verantwortliche des englischen Clubs sollen sich am Sonntag mit den bayrischen Entscheidungsträgern getroffen haben. Ein Spieler, der den Verein verlassen könnte, wenn es nach zahlreichen europäischen Medien geht, ist Paul Pogba. Sein Verhältnis mit Mourinho soll einen Tiefpunkt erreicht haben, und der Berater des Franzosen verhandelt bereits mit Juventus Turin und dem FC Barcelona.

Liverpool auf Einkaufstour

Liverpool war sehr früh aktiv. Mittelfeldspieler Naby Keïta wurde schon letzten Sommer auf diese Saison hin für 60 Millionen gekauft. Hinzu holte der Club von Jürgen Klopp Fabinho für 45 Millionen vom AS Monaco und den brasilianischen Nationaltorhüter Alisson Becker für 75 Millionen von der AS Roma. Als Letztes kam dann noch Xherdan Shaqiri für 14,7 Millionen von Stoke City. Der Champions-League-Finalist der letzten Saison ist somit sehr gut aufgestellt, und scheint keine Spieler mehr zu verpflichten, wobei der Franzose Nabil Fekir in englischen Medien als möglicher Transfer gehandelt wird. Klopp betonte zuletzt allerdings, dass es noch den einen oder anderen Abgang geben könnte.

Zieht es auch Rodriguez nach London?

Wie britische Zeitungen berichten, ist der neue Arsenal-Trainer Unai Emery an einer Verpflichtung von Ricardo Rodriguez interessiert. Nachdem sich Sead Kolasinac in einem Testspiel verletzt hat und rund zehn Wochen ausfallen wird, sucht Arsenal nach einem neuen Linksverteidiger, daher soll der Schweizer für rund 30 Millionen verpflichtet werden. Neben Stephan Lichtsteiner wurden noch Torwart Bernd Leno für 25 Millionen von Bayer Leverkusen, Verteidiger Sokratis für 16 Millionen von Borussia Dortmund und Mittelfeldspieler Lucas Torreira von Sampdoria Genua für 30 Millionen verpflichtet. Hinzu kam noch der junge Mittelfeldspieler Mattéo Guendouzi für 8 Millionen aus Lorient.

Je ein großer Transfer

Chelsea und Meister Manchester City haben ein ruhiges Transferfenster hinter sich. Chelsea holte je einen Spieler und Trainer von Neapel. Mittelfeldspieler Jorginho kam für 57 Millionen Euro und Maurizio Sarri folgte auf Antonio Conte. Laut den englischen Medien arbeitet der FA-Cup-Sieger noch an einer Verpflichtung von Crystal-Palace-Stürmer Wilfried Zaha, der für circa 83 Millionen Euro kommen soll. Viel wichtiger für Chelsea ist allerdings, dass es weder Eden Hazard noch Thibaut Courtois verliert, besonders Letzterer möchte unbedingt zu seinem Wunschverein Real Madrid wechseln und erschien am Montag nicht zum Training. Ein Wechsel von Willian soll hingegen vom Tisch sein, nachdem der Brasilianer sich zu Chelsea bekannt hat.

Nachdem Manchester City im letzten Sommer groß eingekauft hat, beließ es der Meister bisher mit einem großen Transfer und einem Innenverteidiger für die Zukunft. Riyad Mahrez kam für 67,8 Millionen Euro von Leicester City und Philippe Sandler für 2,5 Millionen von PEC Zwolle. Pep Guardiola scheint keine weiteren Transfers geplant zu haben, es könnte aber sein, dass Ilkay Gündogan den Verein noch verlässt. Inter Mailand ist sehr an einer Verpflichtung des deutschen Nationalspielers interessiert.

Die Gegensätze

Größer könnten die Gegensätze zwischen West Ham und Tottenham nicht sein. Die Hammers haben bereits 95 Millionen Euro für 8 Neuzugänge ausgegeben, darunter allein 58 Millionen für Andriy Yarmolenko und Felipe Anderson. Dazu zahlte das Team von Manuel Pellegrini 25 Millionen für den französischen Verteidiger Issa Diop vom FC Toulouse, hinzu kommt die kostenlose Verpflichtung von Jack Wilshere. Das Team aus dem Norden Londons hingegen hat noch keinen einzigen Spieler verpflichtet. Die Spurs sind ohnehin bekannt dafür, sehr wenig Geld auszugeben, aber ihre Zurückhaltung in diesem Transferfenster ist selbst für Trainer Mauricio Pochettino erstaunlich. Gegenüber den englischen Medien erwähnte der Argentinier, dass er alles andere als relaxt sei. Seit Wochen will Tottenham den jungen Mittelfeldspieler Jack Grealish von Aston Villa verpflichten, noch hat sich jedoch nichts getan, da die Spurs die hohe geforderte Ablösesumme nicht bezahlen wollen. Immerhin konnten die Nordlondoner alle ihre Stars bisher halten und verlängerten die Verträge von Erik Lamela und Heung-Min Son.

Insgesamt hat die Premier League bereits über 1,31 Milliarden Euro ausgegeben, die 2,09 Milliarden des letzten Jahres dürften mit der neuen Regel allerdings nicht mehr zu knacken sein.

(L'essentiel/sal)

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