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28. September 2020 12:35; Akt: 28.09.2020 12:52 Print

Und nach 35 Minuten lächelt sogar Messi

Zuerst die Ohrfeige für Barça, dann die Gala: Der Weggejagte Luis Suárez trumpft groß auf, später jubeln die Katalanen dennoch. Dank Supertalent Ansu Fati.

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Wird Superstar Lionel Messi bei Barcelona doch wieder glücklich? Immerhin ist der Saisonstart gelungen. (Bild: Foto: Keystone)

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Ein Ballkontakt reichte schon. Sekunden nach seiner Einwechslung wird Luis Suárez angespielt, aus der Drehung bedient er direkt Marcos Llorente, der allein vor dem Granada-Torwart nur noch einschieben muss. Es ist der eine Ballkontakt, der erste im Trikot von Atlético Madrid, der rund 600 Kilometer westlich ein paar Nachmittage vermiest haben dürfte. Denn in Barcelona hatten sie Suárez unfein vom Hof gejagt, ihm sogar noch einen Teil des für diese Saison anfallenden Lohnes bezahlt, damit er ja nicht mehr das Barça-Shirt überstreift. Zuvor hatte der bald 34-Jährige gesagt, er glaube schon, dass er noch imstande sei, dem Team zu helfen. Um das zu untermauern, brauchte er in seinem ersten Pflichtspiel für Atlético gerade mal 20 Minuten: Beim 6:1-Sieg spielte er ab der 71. Minute, nach seinem Assist erzielte er zwei Tore gleich noch selber. Was da wohl Lionel Messi dachte?

Gut, eigentlich sind seine Gedanken so ziemlich bekannt. Suárez habe es nicht verdient, so rausgeworfen zu werden, schrieb Messi in seinem Abschiedspost auf Instagram. Und: «Mich überrascht an diesem Punkt gar nichts mehr.» Also dürfte ihn auch der gelungene Einstand seines Freundes beim Ligakonkurrenten kaum überrascht haben. Da dürften die Worte von Suárez’ neuem Sturmpartner Diego Costa Salz auf die noch ziemlich frische Wunde sein. Ein großes Glück sei es, den Uruguayer im Team zu haben: «Es ist schwer zu verstehen, dass ihn ein solcher Club einfach so gehen lässt.»

Gala eines 17-Jährigen

Also ist die ohnehin schon angespannte Lage in Barcelona nur wenige Stunden vorher noch etwas nervöser. Doch Villarreal erweist sich als höflicher Gast, lässt zu, dass sich die Katalanen 45 Minuten lang in einen Rausch spielen. Nach 19 Minuten führt das Heimteam bereits 2:0, Ansu Fati trifft doppelt. Messi nimmt das noch ziemlich emotionslos zur Kenntnis. Der Captain klatscht ab, verzieht dabei allerdings keine Miene.

Noch vor der Partie sagte Rechtsverteidiger Sergi Roberto, dass das Team Messi vielleicht davon überzeugen könne, länger als nur noch diese Saison zu bleiben: «Wenn wir gut spielen, wieso nicht?» Und bis zur Pause spielt Barcelona ziemlich gut, das Pressing funktioniert besser, der Ball läuft schneller, mit etwas Abschlussglück führen die Katalanen etwas höher als 4:0. Das findet auch Ronald Koeman, trotz seines etwas kauzigen Gesichtsausdrucks, fast über die kompletten 90 Minuten: «Ich bin sehr glücklich mit der ersten Halbzeit, wir haben den Gegner dominiert.» Auch Fatis Glanzleistung wollte er hervorheben, um ihn Sekunden später wieder auf den Boden zurückzuholen: «Letzte Woche hatte ich mich etwas beklagt, er hat nicht das Maximum aus der Vorbereitung herausgeholt. Fati hat eine große Zukunft, aber er muss seine Konzentration verbessern.»

Ruhe – für ein paar Tage

Das dürfte vielleicht auch einer der Tipps gewesen sein, die Messi seinem designierten Nachfolger mit auf den Weg gegeben hat. Denn Fati selber erzählte nach Spielschluss, dass ihm der Superstar viel helfe, oft mit ihm spreche: «Das macht mich sehr glücklich.» Das dürfte auch Koeman zufriedenstellen, der am Samstag an der Medienkonferenz vor der Villarreal-Partie sagte: «Auf diesem Trainerstuhl gibt es keinen Tag Ruhe.» Es dürfte ihn positiv überraschen, dass es nach dem überzeugenden Saisonauftakt doch etwas friedlicher werden dürfte, zumal Erzrivale Real Madrid im ersten Spiel 0:0 spielte und am Samstag dank drei umstrittenen VAR-Entscheiden zum Sieg kam.

Zumindest bis Donnerstag hält die Idylle, dann gastiert der Vizemeister bei Celta Vigo (21.15 Uhr). Vor wenigen Monaten gab Barça da noch Punkte ab. Ein ähnliches Resultat dürfte Messis Lächeln schnell vertreiben – und mit der Ruhe wäre es schnell wieder vorbei.

(L'essentiel/Fabian Sangines)

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