Bob Jungels

17. August 2017 08:03; Akt: 17.08.2017 08:11 Print

«Die Vuelta ist ein sehr schweres Rennen»

LUXEMBURG/NÎMES – Der Luxemburger Radprofi Bob Jungels tritt bei der Spanien-Rundfahrt an. Im Interview spricht er über seine Ziele für die kommenden Wochen.

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Nach zwei ausgezeichneten Ergebnissen bei den zwei letzten Giros, beim dem er das Rosa Trikot als Führender trug, nimmt Bob Jungels nun an der Vuelta Teil. (Bild: AFP/luk Benies)

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Ab diesen Samstag nimmt Bob Jungels an der Spanien-Rundfahrt teil – zum zweiten Mal, drei Jahre nach der Premiere.

Knapp drei Monate nach seinem ausgezeichneten Ergebnis beim Giro d’Italia (8. Platz, weißes Trikot des besten Jungfahrers und Etappensieger) versucht der Luxemburger damit bei einer weiteren Rundfahrt sein Glück. Mit ihm im Team Quick-Step fahren unter anderem der Spanier David De La Cruz und der Franzose Julian Alaphilippe. Abfahrt ist im südfranzösischen Nîmes. Gegenüber L’essentiel hat der Radprofi seine Ziele erklärt.

L’essentiel: Wie fühlen Sie sich kurz vor dem Start der Vuelta, da sie seit der Giro in Italien im Mai kaum gefahren sind?

Bob Jungels: Ich bin bereit. Es war wichtig, nach der Giro eine längere Pause zu machen. Seitdem habe ich nur an der nationalen Meisterschaft und an der Polen-Rundfahrt teilgenommen (bei der er den zwölften Platz machte, die Red.). Zusammen mit meinem Team habe ich aber viel im Gebirge trainiert. Gesundheitlich geht es mir momentan sehr gut. Ich bin mit meiner Vorbereitung sehr zufrieden.

Wollen Sie auf das Gesamtklassement fahren oder zielen Sie eher auf die Etappen?

Das Gesamtklassement ist nicht das Ziel der Vuelta. In unserem Team befasst sich David de la Cruz damit. Das Ziel ist zusammen mit Julian Alaphilippe und Matteo Trentin in den Etappen die besten Ergebnisse zu erzielen.

Welche Etappen sind für Sie am wichtigsten?

Das Ergebnis beim individuellen, 40 Kilometer langen Zeitfahren sowie im Team – am ersten Tag – ist besonders wichtig. Es ist sehr wichtig, sich von Anfang an ein Ziel zu setzen. Wir sind für diese Etappe immer hoch motiviert. Ich hoffe, dass unser Team zu den besten zählen wird. Ich denke, dass ich mich auch im Gebirge gut auszeichnen kann, sowie bei den hügeligen Etappen. Aber dies hängt eben auch vom Rennen ab. Wenn De La Cruz sich in Schwierigkeit befindet, muss ihm geholfen werden.

Sie haben bereits an der Vuelta teilgenommen. Was ist an dieser Fahrt so besonders?

Die Vuelta ist ein sehr schwieriges Etappenrennen. Dieses Jahr wird es noch schwieriger sein. Es gibt nämlich viele Etappen im Hochgebirge und manche enden an extrem steilen Berghängen. Es muss jeden Tag gekämpft werden um anzugreifen. Das Gesamtniveau ist sehr hoch, weil viele Profis mitmachen, die auch bei der Tour de France dabei waren.

Was steckt hinter der Motivation, Ihren Vertrag mit Quick Step zu verlängern?

Ich fühle mich bei Quick Step wohl. Deswegen habe ich für drei weitere Jahre unterzeichnet. Zusammen mit dem Team wollen wir etwas um die großen Rundfahrten aufbauen, eine Art Team im Team. Ich bin hier an meinem Platz und wollte das Team noch nie verlassen. Es kommt gar nicht in Frage.

Werden die großen Radtouren immer im Mittelpunkt des Renn-Programms stehen?

Es gibt keinen Grund, das Programm zu ändern. Ich bin auf einem guten Weg. Die Hauptziele werden verfolgt und dabei bleiben die großen Radtouren am wichtigsten. Diese Rennen passen mir gut. Ich werde ebenfalls mit den Klassikern weitermachen, jedoch ohne mich ausschließlich darauf zu konzentrieren.

Glauben Sie, dass Sie je Sieger einer großen Radtour sein werden?

Es hängt immer vom Rennen ab. Mit zwei Top-Ten-Platzierungen in der Gesamtwertung (beim Giro 2016 und beim Giro 2017, die Red.) und mit dem Sieg einer Etappe vor den besten Bergfahrern (beim Giro 2017) hofft man gern darauf.

Nach der Vuelta werden Sie bei der Weltmeisterschaft in Bergen dabei sein. Was ist Ihr Ziel?

Das Hauptziel ist das Zeitfahren. Die Strecke passt mir. Es wird aber auch darauf ankommen, in welchem Zustand ich nach der Vuelta sein werde. Jedenfalls werde ich mein Bestes geben. Danach werden wir sehen, wie es weiter gehen soll. Das Straßenrennen ist nicht meine Priorität – aber falls sich hier eine Chance ergibt, werde ich sie natürlich nutzen.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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