Vuelta

17. August 2012 16:25; Akt: 17.08.2012 16:42 Print

Alle Augen sind auf Contador gerichtet

Am Samstag beginnt die 67. Vuelta. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Rückkehr von Alberto Contador.

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Alberto Contador ist nach seiner Dopingsperre wieder im Geschäft. (Bild: Keystone)

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Die 67. Spanien-Rundfahrt, die am Samstag mit einem Mannschaftszeitfahren in Pamplona beginnt, steht ganz im Zeichen der Rückkehr von Alberto Contador. Der Spanier setzt sich bei seiner Rückkehr nach abgesessener Dopingsperre den Gesamtsieg zum Ziel.

Contador hier, Contador da. Der 29-jährige Spanier hat seine halbjährige Sperre abgesessen, nachdem er der Einnahme des Dopingmittels Clenbuterol während der Tour de France 2010 überführt worden war. Eine Woche nach seinem Comeback bei der Eneco-Tour strebt Contador unter großer medialer Beobachtung seinen zweiten Vuelta-Sieg nach 2008 an. Die größten Rivalen des Spaniers dürften sein Landsmann und Vorjahressieger Juan José Cobo und Christopher Froome, Zweiter der Tour de France, sein.

Den Gesamtsieg als großes Ziel

«Ich will um den Sieg mitfahren. Ich fühle mich von Tag zu Tag besser, und es ist noch Raum für eine weitere Steigerung», sagte Contador vor dem Start zur dreiwöchigen, 3360 km langen Rundfahrt. Bei seinem Comeback-Rennen in Holland und Belgien verpasste Contador den Gesamtsieg nur um 55 Sekunden. Er fuhr auf Platz 4 und war zufrieden. «Es gibt Fahrer, die sind sicher in einer besseren Verfassung als ich. Ich habe sechs Monate nur trainieren können. Das ist nicht vergleichbar mit einer Rundfahrt», gab sich Contador bedeckt.

Auch Contadors Teamchef Bjarne Riis zeigt sich überzeugt von der Stärke seines Schützlings: «Unser einziges Ziel ist, durch Alberto Contador die Gesamtwertung zu gewinnen», sagt er. «Alberto holte sich bei der Eneco-Tour Rennhärte und zeigte, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. Er ist bereit, die letzte große Rundfahrt der Saison zu gewinnen.»

Contador fuhr die schwierigen Bergetappen der ausschließlich im Norden Spaniens stattfindenden Rundfahrt mehrmals ab. Zum Verhängnis könnte dem Madrilenen die fehlende Rennpraxis werden. Der nur 1,65 Meter große Rundfahrtenspezialist war im Winter vom Internationalen Sportgericht (CAS) nach langem Hin und Her gesperrt worden. Nebst seinem Sieg bei der Tour de France 2010, der an Andy Schleck ging, wurde ihm nachträglich auch der Triumph beim Giro d'Italia 2011 aberkannt.

Froome erster Widersacher?

Als Hauptgegner sieht Contador Christopher Froome: «Er hat bereits letztes Jahr gezeigt, dass er hätte gewinnen können. Und heute ist er bei der Tour de France stark gefahren. Er hat bewiesen, dass er der Stärkste war», so der Spanier. Froome selbst übt sich nach seinem Monsterprogramm mit Tour de France und Olympischen Spielen, an denen er Silber im Zeitfahren gewonnen hat, in Zurückhaltung. «Ich gehe zwar als Captain ins Rennen. Aber wir haben auch noch andere Leute für die Gesamtwertung», so der in Kenia geborene Brite, der letztes Jahr bereits Platz 2 herausgefahren hatte. Mit den «anderen Leuten» meinte der Sky-Profi, der als erster Brite die Vuelta gewinnen könnte, Rigoberto Uran, Sergio Henao und Richie Porte.

Neben Contador, Froome und Cobo zählen mit dessen Teamkollege Alejandro Valverde und Joaquin Rodriguez, dem Zweiten des Giro d'Italia, zwei weitere Spanier zu den Mitfavoriten. Auch mit dem Russen Denis Mentschow, der die Vuelta 2005 und 2007 gewonnen hat und wie Rodriguez für das Team Katjuscha fährt, muss wieder gerechnet werden.

(L'essentiel Online/si)