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13. November 2016 16:51; Akt: 14.11.2016 18:39 Print

Tüftler wollen Luxemburg nach ganz vorne bringen

LUXEMBURG – Das Großherzogtum will in Sachen Fußball weiter aufholen. Um 18 Uhr treten die Roude Léiwen gegen die Niederlande an – mit deutscher Hilfe.

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Am Computer werten die Luxemburg-Talentscouts ihre Statistiken aus. (Bild: Mirco Blahak/Trierischer Volksfreund)

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Spätestens seit Wochenbeginn ist es DAS Gesprächsthema auf den Fluren des nationalen Trainingszentrums im Mondercange: Das WM-Qualifikationsspiel am Sonntag, 18 Uhr, zu Hause gegen die Niederlande ist für das Großherzogtum die Partie des Jahres. «Das ist ein Zuckerlspiel gegen ein absolutes Weltklasseteam», sagt der gebürtige Niederbayer Reinhold Breu im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Der 46-Jährige ist als technischer Direktor seit fünf Jahren zuständig für das luxemburgische Talentförderprogramm.

Beim Blick auf den Kader des A-Teams gegen die Niederlande geht ihm das Herz auf. Elf der 23 Spieler haben die nationale Fußballschule durchlaufen. Die Jungs sind zwischen 18 und 24 Jahren alt. Eine mutige Jugendwelle, die aus Sicht von Breu alternativlos ist.

Besseres Scouting nach Talenten

Indem die Talentsichtung noch engmaschiger und ausgeklügelter gestaltet wird, soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter steigen. «Luxemburg hat als kleines Land nur rund 8000 aktive Jugendspieler. Da darf uns kein Talent durch die Lappen gehen. Deshalb müssen wir sichten, sichten, sichten», sagt Breu, zwischen 2008 und 2011 Jugendkoordinator bei Eintracht Trier.

An der Fußballschule in Mondercange - einem Komplex mit mehreren Rasenplätzen, einem Kunstrasenfeld, großen Kabinen, Kraftraum, Kantine, Physiobereich, Rückzugsräumen und Klassenzimmern, werden in den Nationalmannschaften der Altersklassen U 13 bis U 19 derzeit 189 Nachwuchsspieler betreut und trainiert. Hinzu kommen 142 Kicker, die landesweit an vier Stützpunkten gefördert werden.

Vorbild DFB

Inhaltlich ist das von Breu erarbeitete Konzept an Trainingsplänen des Deutschen Fußball-Bunds und der Nachwuchsleistungszentren angelehnt. «Das ist das eine. Doch du kannst noch so detaillierte Pläne haben - letztlich sind die Trainer der Schlüssel. Sie bestimmen mit ihrer Kompetenz die Ausbildungsqualität», sagt Breu.

Neben dem 46-Jährigen sind mehrere in der Region Trier bekannte Namen im luxemburgischen Fußball engagiert: Ansgar Heck als Stützpunktkoordinator und Trainer der U 13, Fabio Fuhs als Coach der U 14, Stephan Zwaag als Übungsleiter neben Breu bei der U 16, Christian Lutz als U-13-Coach und Frank Thieltges als Torwarttrainer.

«Geht’s raus und gewinnt»

«Jonas Hector ist in Deutschland aus der Oberliga in die Bundesliga gekommen. Solch ein vergleichbarer Fall ist in Luxemburg nicht möglich. Hier muss die Förderung fast ausschließlich über den Verband laufen», sagt Heck, früher Jugendtrainer bei Eintracht Trier. Breu untermauert das mit Zahlen: In der U 13 haben wir derzeit 47 Spieler. Aus ihnen müssen später 22 die U 19 bilden. Das heißt: Wir müssen rund die Hälfte der Kinder auf internationales Niveau heben!" Talente nicht nur für die erste luxemburgische Liga ausbilden, sondern auch für ausländische Proficlubs und die Nationalteams, so dass sie den Anforderungen des internationalen Spitzenfußballs dauerhaft gewachsen sind - das sind die zen tralen Ziele.

Dazu sollen die Trainer auch die Mentalität schärfen. Breu: «Die Luxemburger sind eher zurückhaltend, das Glas ist im Zweifelsfall eher halb leer. Im Fußball galt lange Zeit nicht unbedingt das Motto: ,Geht’s raus und gewinnt‘, sondern ,Geht’s raus und verliert nicht unbedingt.‘ Daran müssen wir weiter arbeiten.»

Es gibt auch in Luxemburg Talente

Das sieht auch Fabio Fuhs, Ex-Spieler in Trier, Salmrohr und Mehring so. «Es gibt auch in Luxemburg Talente, aber nicht in der Zahl wie in Deutschland. Wir müssen andere Maßstäbe anlegen», sagt der 28-jährige Lehramtsstudent, der sich für einen der nächsten Fußballlehrer-Lehrgänge bewerben möchte. Breu will in diesem Zusammenhang nicht den Eindruck aufkommen lassen, die luxemburgische Nachwuchsförderung sei fest in deutscher Hand. «Neben uns sechs Deutschen gehören zwei Franzosen, ein Amerikaner und 17 Luxemburger zum Trainerstab. Das Talentförderprogramm ist und bleibt luxemburgisch.»

Zarte Erfolge stellen sich ein. In der jüngsten U-21-EM-Qualifikation sammelte das Großherzogtum sechs Punkte. Nur vier Spieler der U 19 spielen auch auf Vereinsebene noch im Jugendbereich, die anderen mischen schon im Herrenbereich mit. Doch der internationale Wettbewerb ist hart. Auch andere Länder setzten auf nationale Förderkonzepte.

Derzeit orientiert sich Luxemburg an den Leistungsstärken von Liechtenstein, Lettland, Mazedonien, oder Kasachstan. Breu: «Im nächsten Schritt wollen wir dann schauen: Wie groß ist unser Abstand zu Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Norwegen? Wir können nicht mit den Großen mithalten. Es ist schon verdammt schwer, die Lücke zu den genannten Nationen kleiner werden zu lassen.»

Quelle: Volksfreund.de/Fupa.de

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Den Ierbesenzieler am 14.11.2016 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre schon schön, mehr Fachkompetenz bei den Journalisten vorzufinden. So druchlief der genannte Laurent Jans eben NICHT die genannte Fussballschule und Kiki Martins musste verletzt das Spiel auslassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Den Ierbesenzieler am 14.11.2016 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre schon schön, mehr Fachkompetenz bei den Journalisten vorzufinden. So druchlief der genannte Laurent Jans eben NICHT die genannte Fussballschule und Kiki Martins musste verletzt das Spiel auslassen.

    • L'essentiel Online am 14.11.2016 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Vielen Dank für die Hinweise.

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