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05. April 2018 12:48; Akt: 05.04.2018 13:48 Print

So sah die Fußball-​​Welt in Luxemburg im Jahr 1963 aus

ESCH/ALZETTE - Belgische Rundfunk-Archivare haben ein wertvolles Stück Luxemburger Sportgeschichte neu veröffentlicht. Thema des Beitrags aus dem Jahr 1963 ist Jeunesse Esch.

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28 nationale Titel hat Jeunesse Esch in seiner langen Geschichte eingeheimst – der Verein aus dem Süden darf sich somit mit Fug und Recht luxemburgischer Fußball-Rekordmeister nennen. Der 1991 gegründete Klub F91 Düdelingen durfte bislang «nur» 13 Mal die Meisterschaft feiern, zum ersten Mal gelang dies im Jahr 2000. Die goldenen Zeiten von Lokalrivale Jeunesse Esch liegen allerdings schon etwas länger zurück.

In Belgien haben Digital-Archivare der Firma Sonuma nun ein wertvolles Stück Sportgeschichte aus dieser Epoche ausgegraben. «Esch-sur-Alzette ist vor allem ein Ensemble von Hüttenwerken», leitet der Journalist Roger Laboureur seine zehnminütige Reportage ein. Der Beitrag wird drei Tage vor Weihnachten 1963 in der Sportsendung «Sport Illustré» des belgischen öffentlich-rechtlichen Senders RTBF ausgestrahlt. «Und doch ist es dem Sport zu verdanken, dass diese kleine Stadt in ganz Europa bekannt ist... dank der Jeunesse, die mehrmals am Europapokal der Landesmeister (einem Vorläufer der heutigen Champions League, Anm.) teilgenommen hat.»

1500 Zuschauer im Stadion

Im selben Jahr hatte Jeunesse in der Vorrunde des Landesmeister-Pokals den finnischen Klub Haka Valkeakoski ausgeschaltet (Gesamtscore: 8:1). In der ersten Runde scheiterte der Luxemburger Verein jedoch trotz eines 2:1-Heimsiegs an den Profis von Partizan Belgrad (4:7).

«In der Liga kommen fast 1500 Zuschauer zu unseren Spielern», verkündet der damalige Klubsekretär von Jeunesse stolz ins Mikrofon. «Das bringt uns etwa 40.000 Luxemburger Franken (rund 1000 Euro, Anm.). Diese Zahl mag lächerlich klingen, aber in Luxemburg haben wir alle Rekorde eingestellt. 15 Kilometer weiter spielt Differdingen vor 600 Zuschauern in der ersten Division.»

Erinnerungen an Real Madrid

Die Reporter aus Belgien fangen bei ihrem Besuch in Luxemburg auch Bilder eines Spiels gegen Petingen ein, das auf verschneitem Rasen stattfindet. Der luxemburgische Fußball-Verband (FLF) zählte damals schon 115 Vereine.

«Wir bekommen eine kleine Förderung von der Gemeinde Esch, damit können wir ein Dutzend ‹Stiefel› für unsere Spieler finanzieren», führt der Verantwortliche von Jeunesse weiter aus. «Die Fabrik gewährt uns auch eine Subvention von 700 Franken pro Jahr. Die FLF kämpft auch mit finanziellen Problemen, weil es keine offizielle Förderung gibt. Wir hatten das Glück, von den Niederlanden durch den Nationencup viel Geld zu bekommen und wir haben einen Fanclub gegründet, der Geld einsammelt, um Spieler zu finanzieren und den Verband zu unterstützen. Im Jahr 1963 leben wir immer noch von der Reserve vom Spiel gegen Real Madrid im Jahr 1959, das uns 17.000 zahlende Besucher bescherte. Und vergessen Sie nicht, dass all unsere Spieler Amateure sind...»

Für viele Spieler der Jeunesse war der Fußball die Möglichkeit, aus dem harten Alltag zu fliehen. Torwart René Hoffmann schuftete tagsüber im Stahlwerk, bevor er am Abend zwischen den Pfosten stand. Der gesamte Bericht ist hier zu finden.

(fl/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 18.04.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Watt war dat eng Léschtung fir d'Jeunesse, einfach Fantastech !

Die neusten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 18.04.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Watt war dat eng Léschtung fir d'Jeunesse, einfach Fantastech !