Luxemburger Sportler

30. April 2020 06:59; Akt: 30.04.2020 07:02 Print

Luxemburger waren vor der Krise noch in Wuhan

LUXEMBURG – Ende Oktober 2019 lockten die Militärweltspiele Menschen aus allen Teilen der Erde nach Wuhan. Darunter auch eine Delegation aus dem Großherzogtum.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor einem Jahr war sie den meisten Menschen noch unbekannt: Die Stadt Wuhan – mit ihren 8,9 Millionen Einwohnern. Auch Bob Bertemes, Julien Henx, Raphaël Stacchiotti und Lis Fautsch hatten vor ihrem Aufenthalt in der chinesischen Stadt nie davon gehört. Die vier Sportsoldaten der Luxemburger Armee befanden sich jedoch kurz vor dem Ausbruch der weltweiten Coronavirus-Pandemie noch vor Ort.

Dort nahmen sie vom 18. bis zum 27. Oktober 2019 an der 7. Ausgabe der Militärweltspiele teil. Organisiert wird diese vielseitige Veranstaltung alle vier Jahre – jeweils ein Jahr vor den Olympischen Spielen. Bertemes hat dort übrigens eine Bronzemedaille geholt. Die Luxemburger Delegation bestand aus insgesamt 16 Athleten und acht Begleitpersonen. Vizepremier François Bausch, Sportminister Dan Kersch und der damalige Generalstabschef der luxemburgischen Armee Alain Duschène nahmen ebenfalls an der Eröffnungsfeier teil.

Veranstaltung bleibt in guter Erinnerung

«Einige behaupten, dass die ersten Fälle Mitte November – zwei Wochen nach unserer Abreise – auftraten. Wenn das der Fall ist, haben wir Glück gehabt», sagt Oberstleutnant Richard Rohen, Leiter der Militärdelegation in Wuhan. Er behält dennoch die Spiele in guter Erinnerung – «von der beispielhaften Organisation über die Eröffnungszeremonie, das Dorf der Weltspiele mit einer Kapazität von rund 10.000 Menschen, die zum großen Teil neuen Sportanlagen bis hin zum wunderbaren Zusammenhalt der Luxemburger Athleten».

Keiner von ihnen hätte damals damit gerechnet, dass die Stadt sechs Monate später das Epizentrum einer Epidemie werden würde. Heute denkt Julien Henx oft darüber nach. «Alles war sehr sauber und die Leute sehr nett. Auch das Essen war ganz normal. Wir durften nicht außerhalb des Dorfes essen», erzählt der Düdelinger Schwimmer. Schockiert hat ihn nichts besonders. Auch nicht die «gegrillten Larven und riesigen Spinnen auf dem Markt.» Das gehöre «halt zur Landeskultur», sagt er. Er kann sich auch noch gut erinnern, wie beim Ausstieg aus dem Flugzeug die Temperatur der Reisenden mit einem Infrarot-Thermometer gemessen wurde. «In China ist die Stadt sehr bekannt, weil sich dort viele europäischen Unternehmen niedergelassen haben. Im Dorf wurde alles zweimal am Tag gereinigt und um Mitternacht wurden die Straßen gereinigt», erzählt Bob Bertemes. Er kann sich auch noch erinnern, dass Raphaël Stacchiotti damals krank war. «Seitdem ziehen wir ihn damit auf, dass er der erste Corona-Fall war», sagt er.

Geführte Einblicke

Dennoch haben alle das Gefühl, nur die schöne Seite der Stadt zu sehen bekommen zu haben. Aus Zeitmangel, aber auch aufgrund der starken Kontrolle durch die Behörden deren Ziel es ist, das Image des Landes aufrecht zu erhalten. «Der Besitzer eines Cafés erzählte uns, dass er den Behörden einen Bericht über seine Kundschaft abgeben musste», erzählt der Boxer Michel Erpelding. Bertemes kann sich übrigens noch gut daran erinnern, dass er am Check Point zwischen dem Dorf und die Stadt Wuhan keinen telefonischen Empfang hatte.

«In der Nähe des Dorfes standen etwa 60 bis 80 Kräne im Stillstand. Außerdem war die Autobahn fast nur für die Athleten fahrbar. Es sah so aus, als sei außerhalb des Dorfes alles stillgelegt worden», erinnert sich Rohen.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 30.04.2020 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn hier die Aussage lese, dass die Leute beim Aussteigen mit einem Infrarot Thermometer die Temperatur gemessen wurde, dann ist klar, dass schon zu dem Zeitpunkt das Corona vorhanden war. Auf diese Aussage müsten nun unsere Minister reagieren, ich als Minister wenn ich auch so kontrolliert worden wäre, hätte mir damals schon Fragen gestellt, für was sowas gut ist. Waren es wirklich Fiebermessungen? Oder waren es Gesichtserkennungskameras? Eine Frage die ich mir auch schon an anderen Flughäfen diewer Welt gestellt habe?

    einklappen einklappen
  • Marielle am 30.04.2020 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eis "Elitesportler" hunn et zar gtt. Emmer op Fraisen vun der Allgemengheet durcht Geigend fleien an do ant Kamera grinsen. Sie ginn dann nach herno all ant Politik an ginn geielt Kompetenz schengt net mei wichteg ze sinn

    einklappen einklappen
  • Sven am 01.05.2020 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marielle! Dann häss du däin Arsch sollten bewegen an och Elitesportler sollten gin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven am 01.05.2020 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marielle! Dann häss du däin Arsch sollten bewegen an och Elitesportler sollten gin.

  • Roland am 30.04.2020 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn hier die Aussage lese, dass die Leute beim Aussteigen mit einem Infrarot Thermometer die Temperatur gemessen wurde, dann ist klar, dass schon zu dem Zeitpunkt das Corona vorhanden war. Auf diese Aussage müsten nun unsere Minister reagieren, ich als Minister wenn ich auch so kontrolliert worden wäre, hätte mir damals schon Fragen gestellt, für was sowas gut ist. Waren es wirklich Fiebermessungen? Oder waren es Gesichtserkennungskameras? Eine Frage die ich mir auch schon an anderen Flughäfen diewer Welt gestellt habe?

    • Aender am 01.05.2020 10:03 Report Diesen Beitrag melden

      Thailand hat schon seit Jahrzehnten Gesichterkennungskameras bei der Immigration.

    einklappen einklappen
  • Marielle am 30.04.2020 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eis "Elitesportler" hunn et zar gtt. Emmer op Fraisen vun der Allgemengheet durcht Geigend fleien an do ant Kamera grinsen. Sie ginn dann nach herno all ant Politik an ginn geielt Kompetenz schengt net mei wichteg ze sinn

    • Roland am 30.04.2020 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Dieser Bericht sollte mal sorgfälltig von den Behörden und der EU untersucht werden. Hier gibt es viele Hinweise dass es schon länger eine bekannte Coronainfektion, in Wuhan gab. Man sollte mal andere Teilnehmer aus anderen Ländern hierzu mal befragen.

    einklappen einklappen