Kleinstaatenspiele

29. Mai 2019 09:35; Akt: 29.05.2019 09:44 Print

«Viele träumen davon Geschichte zu schreiben»

Das Land an der Adria hat in etwa so viele Einwohner wie Luxemburg. Dennoch feiern seine Sportler immer wieder Erfolge auf internationaler Bühne.

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Die Basketballer aus Montenegro haben ihr Ticket für die WM in China gesichert. (Bild: AFP/Daniel Mihailescu)

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Seitdem Montenegro im Jahr 2006 ein unabhängiges Land wurde, konnte das kleine Land an der Adria bereits einige Ausrufezeichen im internationalen Sport setzen. Die Wasserballer Montenegros wurden 2008 Europameister und gewannen 2012 olympisches Gold. Das Handball-Team der Damen feierte 2012 die Silbermedaille in London und den Sieg bei der EM. Nun haben sich die Basketballer des Landes erstmals für die WM qualifiziert. Trotz seiner geringen Einwohnerzahl von 643.000 Menschen hat sich Montenegro rasch zu einer festen Größe in der internationalen Sportszene entwickelt.

Fußballer aus Montenegro, wie Stefan Jovetic (AS Monaco), Stefan Savic (Atletico Madrid) und Dejan Savicevic, der in den 90er-Jahren beim AC Mailand die Fäden im Mittelfeld zog, haben es auf Topniveau geschafft. Die Tennisstars Novak Djokovic (Serbien) und Milos Raonic (Kanada) haben ebenfalls ihre Wurzeln in Montenegro.

Aber wie kann ein so kleines Land derart viele Topsportler hervorbringen? Das ähnlich erfolgreiche Island setzt auf eine gute Ausbildung und investiert viel Geld in die dazugehörige Infrastruktur. Mittel, die Montenegro in diesem Umfang nicht zur Verfügung stehen.

«Wir haben das Sport-Gen»

«Wenn man Leute aus dem montenegrinischen Verband fragt, sagen sie, dass ihre Athleten einfach hungriger sind. Aber wir wissen, dass es darüber hinaus geht», sagt Alwin de Prins, Leiter der luxemburgischen Delegation bei den Kleinstaatenspielen. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens gibt es eine große Sportkultur. «Ich glaube, wir haben das Sport-Gen. In unserem noch jungen Land träumen viele davon, Sportgeschichte zu schreiben», sagt Milos Antic, ein montenegrinischer Journalist und Mitglied des Organisationsteams der Kleinstaatenspiele.

Kampfansage an die Konkurrenz

Bei den eigenen Spielen wird Montenegro nicht seine besten Basketballspieler auf das Feld schicken. Dennoch zählt das Team zum engen Favoritenkreis. Seit seinem Debüt bei den Spielen der Kleinen Staaten Europas im Jahr 2011 hat Montenegro mit wenigen Athleten viele Medaillen gewonnen. In San Marino holten 2017 46 Montenegriner 31 Medaillen. Zu Hause stellt das Land nun mit 130 Athleten eine der größten Delegationen – eine Kampfansage an die Konkurrenz.

In diesem Jahr die Spiele ausrichten zu dürfen, bedeutet den montenegrinischen Verbänden viel: «Wir sind stolz darauf, 2000 Menschen zu den Spielen begrüßen zu dürfen. Die Spiele sind eine tolle Werbung für unser Land», sagt Antic.

Medaillenspiegel der Kleinstaatenspiele
  • 1 LUX 26 27 23 76
  • 2 CYP 21 25 16 62
  • 3 ISL 19 13 22 54
  • 4 MON 14 13 20 47
  • 5 MNE 14 6 14 34
  • 6 LIE 9 5 6 20
  • 7 MLT 6 12 9 27
  • 8 AND 3 4 11 18
  • 9 SMR 1 4 6 11

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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