Bayern vs. Niederlande

22. Mai 2012 14:02; Akt: 22.05.2012 14:13 Print

«Das überflüssigste Spiel des Jahres»

Um den «Fall Robben» gütlich zu klären, bestreiten die Bayern gegen Holland ein Show-Match. Drei Tage nach dem «Albtraum dahoam» kommt es recht ungelegen.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

Drei Tage nach dem Champions-League-Final steht in der Münchner Allianz Arena erneut ein Fußball-Leckerbissen auf dem Programm. Der FC Bayern München trifft auf die niederländische Nationalmannschaft. Es ist ein Wiedergutmachtungsspiel, um den «Fall Robben» von der WM 2010 gütlich zu klären. Der Holländer hatte in Südafrika trotz eines Muskelrisses fünf WM-Spiele bestritten und fiel bei den Bayern danach für ein halbes Jahr aus.

Umfrage
Hat Chelsea verdient die Champions League gewonnen?

Der Knüller, der in 50 Ländern live übertragen wird, kommt drei Tage nach dem Champions-League-Finale nun aber zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die «Bild»-Zeitung betitelte das Duell bereits als das «überflüssigste Spiel des Jahres». Die Bayern-Stars stehen nach der Elfmeter-Pleite gegen Chelsea noch unter Schock. Allen voran Arjen Robben, der in der Verlängerung mit seinem verschossenen Elfmeter hauptverantwortlich für das bittere Ende war.

«Niemand braucht dieses Spiel»

Der niederländische Trainer Bert van Marwijk würde den Hauptakteur des Spiels am liebsten gar nicht einsetzen. «Arjen ist fix und fertig. Das erscheint mir nach seinem vergebenen Elfmeter auch logisch. Vertraglich ist festgelegt worden, dass er spielen muss, aber nirgendwo steht wie lange. Also werde ich ihn einwechseln», kündigte der Bondscoach an. Auch van Marwijks Männer, die erst am Spieltag aus Lausanne anreisen, sehen den Ausflug an die Isar kritisch: «Niemand braucht dieses Spiel. Die Bayern nicht und wir auch nicht. Ich freue mich auf meine Rückkehr nach München, aber diese Partie ist überflüssig», sagt Kapitän Mark van Bommel.

Die Bayern, die mit allen Nationalspielern antreten wollen, haben erst recht keine Lust auf dieses Spiel. Keiner wollte etwas dazu sagen, Philipp Lahms Kopfschütteln sprach Bände. Und sogar der Präsident gab sich auf einmal wortkarg: «Wenn wir gewonnen hätten, wäre es ein schöner Abschluss geworden. Aber so...» Doch die Partie absagen, das geht nun mal nicht. Die Beteiligten müssen in den sauren Apfel beißen und auflaufen. Vielleicht wirkt die Rückkehr an die Stätte der epischen Niederlage ja Wunder. Und Arjen Robben dürfte auf einmal sogar mit etwas Beifall rechnen, wenn er einen Elfmeter verschießen sollte.

Robbens verschossener Elfmeter in der Verlängerung des CL-Finales:


Quelle: YouTube/TTK29Tv

(L'essentiel Online/pre)