2. Bundesliga

27. April 2018 20:25; Akt: 27.04.2018 20:48 Print

Jeff Saibene stürzt Lautern ins Tal der Tränen

Der viermalige deutsche Fußball-Meister 1. FC Kaiserslautern ist erstmals in seiner fast 118-jährigen Vereinsgeschichte in die 3. Liga abgestiegen.

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Lauterns großer Kampfgeist half nicht: Nach dem 2:3 gegen Bielefeld geht es für den Traditionsverein in die 3. Liga. (Bild: DPA/Guido Kirchner)

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Das Fußball-Wunder blieb aus: Für den 1. FC Kaiserslautern ist der bittere Gang in die Drittklassigkeit zur unumstößlichen Gewissheit geworden. Der viermalige deutsche Meister, der bis Anfang des Jahres vom Luxemburger Jeff Strasser trainert wurde, unterlag am Freitag bei Arminia Bielefeld – dem Verein von Trainer Jeff Saibene, ebenfalls aus dem Großherzogtum. Nach großem Kampf verloren die «Roten Teufel» mit 2:3 (1:0) und können den erstmaligen Abstieg in Liga drei bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz an den ausstehenden zwei Spieltagen nicht mehr abwenden. 118 Jahre nach der Gründung ist der Traditionsverein damit am Tiefpunkt seiner Geschichte angekommen.

Vor 21 404 Zuschauern durften die Pfälzer nach einem Doppelschlag von Sebastian Andersson in der 37. und 54. Minute auf das Wunder hoffen. Doch Fabian Klos mit einem verwandelten Handelfmeter (63.) - zuvor sah Benjamin Kessel für seine unerlaubte Rettungstat kurz vor der Torlinie die Rote Karte -, Andreas Voglsammer (70.) und erneut Klos (90.+3) zerstörten mit ihren Toren die letzten Hoffnungen. In der Schlussphase warfen die dezimierten Gäste alles nach vorne, doch der erlösende Treffer gelang trotz guter Gelegenheiten den Hausherren. Danach flossen bei dem einen oder anderen FCK-Spieler Tränen der Enttäuschung.

Etliche Fragezeichen

Wie es beim Traditionsverein aus der Pfalz weitergeht, ist unklar. Die Kassen sind laut Aufsichtsratschef Patrick Banf leer, der Etat wird von rund 40 Millionen Euro auf 13,5 Millionen Euro zusammengekürzt. Immerhin reduziert die Stadt nach langem Zögern die Miete des Vereins für das Fritz-Walter-Stadion von den vertraglich vereinbarten 3,2 Millionen Euro auf nur noch 425 000 Euro pro Jahr. Die Lizenz ist damit nicht in Gefahr.

Auch personell gibt es etliche Fragezeichen. Sicher ist nur, dass der am 1. Februar für den erkrankten Jeff Strasser geholte Cheftrainer Michael Frontzeck den Neuanfang in Liga drei gestalten soll.

Welche Spieler den Weg nach unten mitgehen werden, ist dagegen offen. Lediglich zehn Prozent des Kaders besitzen nach Angaben von Sportvorstand Martin Bader einen Vertrag für die 3. Liga. «Ich traue uns zu, eine charakterlich gute Mannschaft zusammenzustellen», sagte Bader dennoch. Denn eines ist sicher: Der FCK will so schnell wie möglich zurück in den Profi-Fußball.

(L'essentiel/dpa)

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