Radsport

05. Dezember 2017 14:19; Akt: 05.12.2017 14:32 Print

Weltmeister Sagan und UCI beenden Streit

Rad-Weltmeister Peter Sagan hat es schwarz auf weiß: Er hat den Sturz auf der 4. Tour-Etappe in Vittel nicht absichtlich verursacht. Sein Rennausschluss war ungerechtfertigt.

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Der Stein des Anstoßes: Der Brite Mark Cavendish (unten) stürzt beim Zielsprint auf der 4. Etappe der Tour de France nach einem Ellenbogencheck von Weltmeister Peter Sagan aus der Slowakei (l). (Bild: DPA/Christophe Ena)

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Rad-Weltmeister Peter Sagan ist am 4. Juli zu Unrecht aus der Tour de France genommen worden. Das hat der Kapitän des deutschen Bora-hansgrohe-Teams jetzt schwarz auf weiß vom Weltverband UCI. Damit wurde das angesetzte Hearing um die Rechtmäßigkeit der Disqualifikation vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS hinfällig. Sagan ist rehabilitiert - den folgenschweren Sturz auf der Zielgeraden in Vittel hat er nicht absichtlich verursacht.

«Peter ist froh, dass sein Ruf wiedergergestellt ist und er dem Sport sogar einen Dienst erwiesen hat, weil als Konsequenz aus seinem Fall jetzt bei den wichtigsten WorldTour-Rennen wie in der Bundesliga auch ein Experte eingesetzt wird, der Videos bei strittigen Entscheidungen auswertet», sagte Bora-Sprecher Ralph Scherzer am Dienstag.

«Unglücklicher Rennunfall»

Wenige Stunden vor der vom Team und Sagan initiierten CAS-Anhörung in Lausanne hatte die UCI eingelenkt. Anders als bisher werde der Vorfall nun als «unglücklicher Rennunfall» bewertet. «Ich begrüße, dass mein Fall gezeigt hat, wie schwierig die Arbeit der Kommissäre ist, und die UCI Handlungsbedarf erkannt hat», wurde der 27 Jahre alte Sagan in einer Team-Mitteilung zitiert.

Der dreifache Champion aus der Slowakei war nach der vierten Tour-Etappe von Bad Mondorf nach Vittel in Frankreich vom Rennen ausgeschlossen worden, weil er nach dem Urteil der Rennkommissäre den britischen Ex-Weltmeister Mark Cavendish gecheckt und angeblich absichtlich zu Fall gebracht haben sollte. Diese Einschätzung sei nun revidiert worden, bestätigte die UCI.

Wenig Verständnis für die Vorgehensweise

Der neue UCI-Präsident David Lappartient aus Frankreich kündigte als Konsequenz den künftigen Einsatz eines Video-Experten bei strittigen Entscheidungen an. Video-Bewertungen direkt nach dem Unfall, in den auch John Degenkolb verwickelt war und bei dem sich Cavendish das Schulterblatt brach, hatten die Jury veranlasst, Sagan sofort zu bestrafen.

Der Radprofi, der auf bestem Weg war, sein Grünes Trikot zum sechsten Mal zu holen, und sein Team hatten sofort Protest eingelegt und die Wieder-Eingliederung ins Rennen gefordert. Die UCI lehnte ab. Die meisten Beobachter – selbst Sagans Konkurrenten – hatten im Juli wenig Verständnis für die harte Vorgehensweise gezeigt.

«Niemand möchte, dass Fahrer stürzen»

Mit der Entscheidung vom Dienstag ist der juristische Streit in der Affäre beigelegt. Mögliche Regressansprüche wollen das Team und Sagan nicht stellen. «Die Sache ist erledigt. Wir hatten immer bekräftigt, dass wir unseren Sportler und die Sponsoren schützen mussten. Die heutige Entscheidung ist gut für Peter, das Team und den gesamten Radsport», erklärte Scherzer.

Team-Manager Ralph Denk ergänzte: «Es war immer unser Ziel zu zeigen, dass Peter den Sturz von Cavendish nicht verursacht hat. Niemand möchte, dass Fahrer stürzen oder sich verletzen, aber das in Vittel, das war ein Rennunfall, wie er in einem Sprint immer passieren kann.»

Am Donnerstag präsentiert sich das Team in Schiltach mit Sagan und Emanuel Buchmann an der Spitze für die kommende Saison.

(L'essentiel/dpa)

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