Für Nationalteams

06. November 2020 20:10; Akt: 06.11.2020 20:28 Print

Bayern und Leipzig wollen Spieler regulär abstellen

Nach dem Länderspiel-Ärger im Oktober lassen die Bundesliga-Clubs Bremen und Bielefeld diesmal keine Nationalspieler gehen. Andere Vereine sehen die Lage gelassener.

storybild

Werder Bremer hatte für Ärger gesorgt, weil der Verein bekannt gegeben hat, seine Spieler nicht für Nationalteams abstellen zu wollen. (Bild: DPA/uwe Anspach)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Debatte um die Abstellung von Fußball-Nationalspielern haben die Bundesliga-Spitzenclubs um Serienmeister FC Bayern moderate Töne angestimmt. Im Gegensatz zu Werder Bremen und Arminia Bielefeld, die in den kommenden beiden Wochen keine Reisen in Corona-Risikogebiete zulassen, planen Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig, ihre Profis ganz normal abzustellen. «Wir stehen der Sache offen und positiv gegenüber, weil jeder einzelne Spieler gerne zu seiner Nationalmannschaft geht und gerne für sein Land spielt», sagte Bayern-Trainer Hansi Flick am Freitag vor dem Spitzenspiel beim BVB.

Die Münchner sind von Länderspielreisen traditionell am meisten betroffen. «Aktuell sieht es so aus, dass alle zu ihren Nationalmannschaften gehen werden», kündigte der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw an. Es gebe noch Einzelfälle, bei denen man prüfe, wie zum Beispiel bei Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting, der in die Auswahl Kameruns berufen wurde. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte: «An der Regelung für Berufssportler, dass sie nach der Rückkehr nicht in Quarantäne gehen müssen, wird sich nichts ändern.» Man gehe deshalb von der bestehenden Abstellungspflicht aus.

« Wir stellen die Spieler grundsätzlich ab »

Werder Bremen hatte am Donnerstag Aufsehen erregt, weil der Club seine Profis für die kommende Abstellungsperiode nicht freigibt. Betroffen sind unter anderen Marco Friedl (Österreich), Milos Veljkovic (Serbien), Milot Rashica (Kosovo), Yuya Osako (Japan) und Josh Sargent (USA). Hintergrund ist eine Verordnung des Bremer Gesundheitsamtes, die vorsieht, dass Spieler, die aus internationalen Risikogebieten zurückkehren, für fünf Tage in Quarantäne müssen. Auch Aufsteiger Bielefeld wird fünf seiner Spieler nicht abstellen.

Die Bundesliga-Spitze hat da offenbar weniger Bedenken. So wird auch RB Leipzig seine berufenen Profis ohne Einschränkungen auf die bevorstehenden Reisen schicken. Trainer Julian Nagelsmann sagte: «Wir stellen die Spieler grundsätzlich ab, weil eine Abstellungspflicht besteht. Es gibt Maßnahmen wie Tests, wenn die Spieler zurückkommen.» Man spreche aber mit den Nationaltrainern über die Belastung, vor allem in den Testspielen. Gladbachs Max Eberl erklärte, die Situation liege anders als in Bremen und Bielefeld. Bei der Borussia müsse nach Rückkehr kein Spieler grundsätzlich in Quarantäne.

Im Oktober am schwersten von Corona-Fällen betroffen war die TSG 1899 Hoffenheim. Andrej Kramaric und Kasim Adams kamen mit positiven Tests von der Länderspielreise zurück, Pavel Kaderabek musste nach einem Corona-Fall in seinem Umfeld in Quarantäne. Das Trio verpasste seither sechs Pflichtspiele. Trotz der Vorfälle wollen die Kraichgauer erneut Profis abstellen, wie Trainer Sebastian Hoeneß am Freitag verdeutlichte. Vize-Weltmeister Kramaric fährt allerdings nicht, wie Sportchef Alexander Rosen bei Nitro verriet: «Ich bin sehr froh, dass er nicht zur Nationalmannschaft geht.»

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.