F1-Kommissar klärt auf

13. Juni 2019 07:23; Akt: 13.06.2019 07:30 Print

Darum ist Ferraris Vettel-​​Protest chancenlos

Der langjährige Berner Formel-1-Kommissar Paul Gutjahr erklärt, warum sich Ferrari die Mühe eines Einspruchs sparen sollte.

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Sebastian Vettel aus Deutschland vom Team Ferrari tauscht die Nummerntafeln aus. (Bild: DPA/Paul Chiasson)

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Der GP von Kanada wird noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Da war Sebastian Vettel, der, verfolgt von Lewis Hamilton, über den Rasen bretterte und knapp vor dem Briten auf die Strecke zurückfand. Da waren die Rennkommissare, die dieses Manöver als gefährlich einstuften, den Deutschen mit einer 5-Sekunden-Strafe belegten und ihn so um den Sieg brachten.

Da war Vettel selbst, der seine Emotionen nach dem Rennen nicht im Griff hatte und gar die Platztafeln #1 und #2 im Parc fermé vertauschte, um sich selbst zum Sieger zu erklären. Und da waren die klugen Köpfe von der Scuderia Ferrari, die einen Protest gegen die Strafe ankündigten und noch bis am Donnerstagabend Zeit haben, Beweise zu sammeln, die Vettel entlasten.

«Die Kommissare sehen alles»

Diesen Aufwand könnte sich der Rennstall aus Maranello allerdings sparen, findet Paul Gutjahr. Der Berner war von 1995 bis 2017 Formel-1-Kommissar und sagt im «Tages-Anzeiger»: «Ferrari hat keine Chance mit dem Protest. Es geht um das Recht auf Revision, und in diesem Artikel steht, dass der Entscheid allenfalls noch einmal überdacht werden kann, wenn es neue Elemente in diesem Fall gibt. Die wird es aber nicht geben.» Den Kommissaren stünden sämtliche Daten zur Verfügung, auch zusätzliche Kameraperspektiven und Zeitlupen. Kurz: «Die Kommissare sehen alles. Die Formel 1 ist durch und durch gläsern.»

Der 76-Jährige kann nachvollziehen, dass die Zuschauer vor dem Fernseher – auch er hat das Rennen am TV geschaut – sich fragten, warum Vettel bestraft wurde. Er sagt: «Es gibt eine Grundregel: Wenn einer eine Strecke mit allen vier Rädern verlässt, was hier der Fall war, darf er nicht auf die Strecke zurückkehren, wenn er andere behindert.»

Das gelte allerdings nur dann, wenn sich die Fahrer in einem Zweikampf befänden. «Und auch dieser ist genau definiert: Der Hinterherfahrende muss in einer gewissen Schlagdistanz sein.» Ob das bei Hamilton und Vettel so war, wisse er nicht, «da mir die Daten fehlen». Und weil er eben keine Dateneinsicht hat, sagt Gutjahr: «Ich will mir nicht anmassen, das Urteil infrage zu stellen.»

Auch Nico Rosberg nimmt auf Youtube Stellung zu dem Rennen:

(L'essentiel/red)

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