Abschied von Legende

23. Mai 2019 20:49; Akt: 23.05.2019 20:53 Print

Die Formel 1 erweist Niki Lauda in Monaco die Ehre

Der GP von Monaco steht ganz im Zeichen der verstorbenen Legende. Teams und Fahrer bringen ihre Trauer verschieden zum Ausdruck.

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Es hatte sein Erscheinungsbild seit seinem Horrorunfall im Jahr 1976 auf dem Nürburgring geprägt. Nur daheim trug er es nicht. Nun hängt Niki Laudas berühmtes rotes Kapperl in Monaco, wo der Österreicher 1975 und 1976 triumphiert hatte, in der Mercedes-Box am Kommandostand über seinem Kopfhörerset. «Danke Niki» steht auf der Schnauze der Boliden seines Rennstalls geschrieben. Darüber ziert die Unterschrift der am Montag am UniversitätsKrankenhaus Zürich im Alter von 70 Jahren verstorbenen Formel-1-Ikone die Lackierung. Und am Heck strahlt einer der vielen Mercedes-Sterne in unübersehbarem Rot. Zudem trägt das ganze Team der Silberpfeile bis zum Ende des 77. GP von Monaco Trauerflor.

Auch die anderen Teams setzen in Gedenken an ihn Zeichen. Niki Lauda ist in Monaco omnipräsent, so bringt die Formel 1 ihre Trauer und ihren Respekt gegenüber dem dreifachen Weltmeister zum Ausdruck. Die Boliden von Ferrari sind an der Seite mit einem «Niki Lauda»-Schriftzug versehen, so wie dieser Mitte der 70er-Jahre den Ferrari des Rennfahrers geziert hatte. Laudas Name ist schwarz unterstrichen. Auf den Autos des Haas-Teams ist er ebenfalls zu lesen, versehen mit den Jahreszahlen seiner Geburt (1949) und seines Todes (2019). Auf den Red-Bull-Wagen von Toro Rosso prangt ebenfalls ein «Danke Niki» und an den seitlichen Luftleit-Elementen sticht ein Porträt des Verstorbenen heraus.

Video: Niki Laudas bewegtes Leben

Der österreichische Rennfahrer ist im Alter von 70 Jahren im Zürcher UniversitätsKrankenhaus verstorben. (Video: Webvideo Tamedia)

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat in Erinnerung an die Legende mit seinem Helm-Designer einen entsprechenden Kopfschutz entworfen. Ein besonderes Zeichen setzte auch Lewis Hamilton. Der Weltmeister erschien am Donnerstag mit einer roten Mütze im Fahrerlager. Lauda und Teamchef Toto Wolff hatten den Briten 2013 von McLaren zu den Silberpfeilen geholt. Und Hamilton setzte mit Bestzeit im ersten Training auf dem anspruchsvollen Stadtkurs ein weiteres Zeichen.

«Das hätte Niki so gewollt»

Für Hamilton ist der Tod seines Mentors ein enormer Verlust. Der 34-Jährige hatte am Mittwoch wie das ganze Weltmeister-Team noch unter Schock gestanden. Er war nicht zur Pressekonferenz der Fahrer erschienen. Wie groß die Trauer des Mercedes-Piloten ist, zeigen seine Worte, die er am Dienstagnachmittag in den sozialen Medien gepostet hatte. «Es fällt mir schwer, zu glauben, dass du gegangen bist», schrieb er unter anderem. Der fünffache Weltmeister versprach seinem verstorbenen Freund: «Ich werde immer für deine Familie da sein, wenn sie mich braucht.»

Video: Niki Laudas folgenschwerer Crash

Unvergessene Szenen: Der Österreicher überlebt seinen Horrorunfall vom 1. August 1976 auf dem Nürburgring. (Video: Youtube/The Fastlane)

Auch Teamchef Wolff hatte am Mittwoch all seine Termine abgesagt. Am Donnerstag sagte er vor dem ersten Training: «Es ist sehr, sehr schwierig für alle im Team. Es ist nicht einfach, unter dieser großen Aufmerksamkeit in den Rennbetrieb zurückzukehren.» Der 47-Jährige gab zu bedenken, dass die Formel 1 eine Ikone verloren habe. «Das ist das eine, es ist aber etwas komplett anderes, einen Freund verloren zu haben», so der Österreicher weiter. Zuletzt hob er hervor: «Ich bitte zu akzeptieren, dass wir mit dem Rennbetrieb weitermachen. Das hätte Niki so gewollt.»

Noch ist nicht im Detail klar, wie Lauda am Sonntag beim GP von Monaco gewürdigt wird. Von einer Schweigeminute ist jedenfalls schwer auszugehen. Die Veranstalter stellen das Programm um, weitere Informationen blieben bislang aus.

Familie lehnt Ehrengrab ab

Fest steht hingegen, dass am nächsten Mittwoch für Lauda im Wiener Stephansdom ein Requiem (eine Seelenmesse) zelebriert wird. Die Messe liest laut heute.at Dompfarrer Toni Faber, mit dem die Formel-1-Legende eng befreundet war. Der Sarg wird von 8 bis 12 Uhr aufgebahrt, sodass sich die Fans von ihrem Idol verabschieden können. Zur Feier der Messe werden die sterblichen Überreste Laudas dann zum Hauptaltar getragen. Laudas Ehefrau Birgit, seine Kinder und die frühere Gattin Marlene werden dem Gedenkgottesdienst beiwohnen. Das Requiem soll ersten Informationen zufolge auf Wunsch der Hinterbliebenen nicht im ORF übertragen werden.

Die Beerdigung wird im Anschluss nicht am Wiener Zentralfriedhof, sondern unweit des jahrzehntelangen Wohnsitzes von Lauda im engsten Familienkreis stattfinden. Die Stadt Wien hatte ein Ehrengrab am Zentralfriedhof angeboten. Die Familie hat dies dankend abgelehnt – es wäre nicht in Laudas Sinn gewesen.

(L'essentiel/ddu)

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