Finalsieg

15. Juli 2018 18:40; Akt: 16.07.2018 07:44 Print

Frankreich krönt sich zum Fußball-​​Weltmeister

Im Finale von Moskau bezwingt die Équipe Tricolore Kroatien. Eigentor-Premiere, umstrittener Videobeweis und ein Torwart-Lapsus machen das Endspiel zu einer denkwürdigen Partie.

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Angeführt von Matchwinner Antoine Griezmann feierte die Équipe Tricolore im torreichsten Endspiel seit 1966 am Sonntag einen 4:2 (2:1)-Triumph im Finale der Weltmeisterschaft in Russland gegen den Überraschungsfinalisten Kroatien.

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Frankreichs neue Fußball-Helden haben in einem verrückten Finale die Grande Nation 20 Jahre nach dem Heimtriumph zum zweiten WM-Titel geschossen. Angeführt von Matchwinner Antoine Griezmann feierte die Équipe Tricolore im torreichsten Endspiel seit 1966 am Sonntag einen 4:2 (2:1)-Triumph im Finale der Weltmeisterschaft in Russland gegen den Überraschungsfinalisten Kroatien.

Ein Eigentor von Ex-Bundesliga-Star Mario Mandžukić (18. Minute), Griezmann per Handelfmeter (38.), Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) vor 78 011 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Luschniki-Stadion stürzten die Millionen Fans in der Heimat endgültig in den ultimativen Party-Rausch von den Champs-Élysées bis an die Côte d'Azur.

Kroatien konnte seinem Ruf als Comeback-Team nach mehrmaligem Rückstand nicht gerecht werden. Ivan Perišić (28.) erzielte den Ausgleich zum 1:1. Das 2:4 durch Mandžukić (69.) nach einem schweren Patzer von Frankreich-Torwart Hugo Lloris konnte keinen furiosen Schlussspurt mehr auslösen. Der zweite WM-Platz ist für Kroatien dennoch der größte Fußball-Erfolg nach dem dritten Platz vor 20 Jahren.

Mühe ins Spiel zu kommen

Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzte sich mit dem Titel ein weiteres Denkmal: 1998 hatte er den Pokal als Kapitän entgegen genommen. Der 49-Jährige ist nach Franz Beckenbauer und Mario Zagallo der dritte Fußballer, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde.

Wenige Minuten vor dem Anpfiff gab es noch einmal eine kurze Erinnerung an deutschen Titelglanz. Philipp Lahm - WM-Kapitän der 2014-Champions – brachte mit dem russischen Model Natalja Wodjanowa den Goldpokal ins Stadion. Dann gehörte die größte aller Fußball-Bühnen den aktuellen Finalisten.

Die favorisierten Franzosen hatten überraschend Mühe, ins Spiel zu kommen und leisteten sich riskante Tändeleien vor dem eigenen Strafraum. Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart – neben dem Kroaten Ante Rebic von Eintracht Frankfurt einer von zwei Bundesliga-Profis in den Startformationen – hatte mit Perišić auf der rechten Außenbahn große Mühe.

Erste Videobeweis-Entscheidung in WM-Finale

Ein von Griezmann geschickt herausgeholter Freistoß war die erste viel versprechende Offensivaktion der Blauen. Erst in der Superzeitlupe war eindeutig zu sehen, dass der Franzose abhob, bevor Marcelo Brozović ihn am Bein traf. Und Mandžukić wurde zum Pechvogel. Griezmanns Freistoß berührte er mit dem Scheitel minimal, die Flugkurve veränderte sich entscheidend. Etwas ungläubig nahm der ehemalige Bayern-Stürmer sein Eigentor, das erste in einem WM-Finale, zur Kenntnis.

In allen K.o.-Spielen waren die Kroaten in Rückstand geraten - und wieder gelang ihnen der Ausgleich. Perišić drehte sich geschickt um N’Golo Kanté und schoss ein, bevor Pavard zur Rettung herbeieilen konnte. Mit nun insgesamt sieben Toren und vier Vorlagen bei großen Turnieren ist der frühere Dortmunder und Wolfsburger kroatischer Rekordmann.

Die Kontroversen gingen weiter und gipfelten in der ersten Videobeweis-Entscheidung in einem WM-Finale. Das Handspiel von Perišić bewertete Referee Nestor Pitana erst nach langem Studium vor dem Bildschirm als strafstoßwürdig - debattiert wurde darüber in den sozialen Netzwerken intensiv. Griezmann ließ sich die Chance zu seinem vierten WM-Treffer nicht nehmen. Häufiger hat nur Just Fontaine mit seinen 13 Toren 1958 für die Équipe Tricolore bei einer WM getroffen.

Lloris leistet sich fatalen Fehler

Kroatien musste wieder seine Aufhol-Qualitäten zeigen. Ging das noch, nach drei K.o.-Partien inklusive Verlängerung? Rebic (48.) setzte mit einem wuchtigen Schuss ein erstes Signal. Lloris parierte souverän. Für die Franzosen öffneten sich jetzt Räume - wie gemacht für Mbappé. Der WM-Jungstar entwischte nach 52 Minuten erstmals Domagoj Vida, ließ sich im Strafraum trotz Gezerre nicht fallen, scheiterte aber an Kroatiens Schlussmann Danijel Subašić.

Wenige Minuten später machte der Torwart einen Schritt zu viel nach links. So konnte er Pogbas wuchtige Abnahme nicht mehr parieren. Wieder war es Griezmann gewesen, der das Tor entscheidend initiierte, diesmal per filigraner Jonglage als Ablage für Pogba. Was hatte Kroatien jetzt noch zu bieten? Einen Zwei-Tore-Rückstand hatten sie bei ihrem WM-Erfolgszug noch nicht. Weltmeister wurde mit so einer Konstellation nur Deutschland 1954. Kurz darauf hatten sich alle rechnerischen Gedankenspiele ohnehin erledigt. Mbappé durfte unbedrängt aus etwa 18 Metern abziehen. Der 19-Jährige ist nun der zweitjüngste Torschütze in einem WM-Finale nach Pelé 1958.

Dann leistete sich Lloris einen fatalen Aussetzer. Beim Versuch, den Ball um Mandžukić zu spielen, ließ der Kroate einfach den Fuß stehen – nur noch 2:4. Für den großen Endspurt brachte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic den Hoffenheimer Andrej Kramarić für Rebic. Bei den Franzosen sollte Corentin Tolisso den Vorsprung mitverteidigen. Ivan Rakitic (78.) setzte einen Schuss knapp neben das Tor. Die Wende gelang dem Außenseiter nicht mehr. Die blau-weiß-rote Party konnte beginnen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trimi am 15.07.2018 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Erfolgswelle.... entschuldigung, die Arroganzflut wird wohl 4 Jahre anhalten. So sei es. Fussball troestet uns nicht

  • Schiri am 15.07.2018 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hat Frankreich sich gekrönt ? Oder der Schiedsrichter ?

  • jimbo am 15.07.2018 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlech ass deen Rasendummfug vir dei next 2 Joer bis zur EM eriwwer...

Die neusten Leser-Kommentare

  • mp1987 am 16.07.2018 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    „Wm endlich vorbei“?! Mimimi heul doch. Keiner zwingt dich Fussball zu schauen. P.s. Liga Alltag, champions league und europa pokal beginnt auch in ein paar wochen.

  • Trimi am 15.07.2018 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Erfolgswelle.... entschuldigung, die Arroganzflut wird wohl 4 Jahre anhalten. So sei es. Fussball troestet uns nicht

  • Von Fussball keine Ahnung am 15.07.2018 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Der Weltpokal wurde gewonnen nicht durch die Leistung einer Mannschaft sondern durch Einzelleistungen zweier Super-Fussballer. Im Grunde genommen macht diese Spielweise den Fussball kaputt. Kroatien ist und bleibt Weltmeister der Herzen

    • Tom Kandel am 16.07.2018 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Zwar net

    einklappen einklappen
  • jimbo am 15.07.2018 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlech ass deen Rasendummfug vir dei next 2 Joer bis zur EM eriwwer...

  • Pia am 15.07.2018 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dann huet eis grande natioun schon ërem daat krit wei se et wollten obwuel dee “beschten“ huet gewonnen .. schued dat et keng aaner natioun ginn ass