Formel 1

28. Juni 2019 13:43; Akt: 28.06.2019 13:53 Print

«Ich gebe dir 30 Millionen Dollar»

Die Langeweile ist wieder einmal Thema in der Formel 1. Der 88-jährige Bernie Ecclestone hätte da ein paar Ideen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er war Anfang 2017 als kommerzieller Chef der Formel 1 von den neuen Besitzern Liberty Media abgesetzt worden. Doch mit Meinungen zur Rennserie geizt Bernie Ecclestone seither nicht.

Und jetzt, da die eklatante Dominanz von Mercedes-Pilot Hamilton wieder einmal die drohende Langeweile der Formel 1 zum Thema macht, hat der 88-jährige Engländer Ideen. Diese präsentierte er dem amerikanischen TV-Sender ESPN. Er schreckte dabei wie schon zu seinen Zeiten als Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse vor ungewöhnlichen Maßnahmen nicht zurück.

Auch die Fahrer machen sich Gedanken

Gehör findet Ecclestone durchaus auch bei den Fahrern. Er würde zwar nicht soweit gehen, dass der Sport in einer Krise stecke, meinte Sergio Perez am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Großen Preis von Österreich: «Aber die Leute verlieren das Interesse.» Der Sport sei sicher nicht in bester Verfassung, pflichtete der 21 Jahre alte Ferrari-Pilot Charles Leclerc bei.

Sein deutscher Teamkollege Sebastian Vettel begrüßte wie die anderen, dass zuletzt auch die Fahrer zu möglichen Regeländerungen befragt wurden: «Wir haben eine sehr klare Meinung, wie die Regeln und die Autos der Zukunft sein sollten. Wir halten es sehr simpel, wir haben keine außer den sportlichen Interessen», betonte Vettel: «Hoffentlich können wir darauf einwirken, dass wir wieder die Art Rennfahren erleben, in die wir uns verliebt haben, als wir jung waren.»

Ecclestone: Mit den Teams gar nicht erst reden

Was genau schlägt nun Ecclestone vor? Spannender und ausgeglichener soll das Ganze werden, in Zeiten, in der vor allem die Dominanz von Mercedes vielen Sorgen bereitet. Die Silberpfeile haben seit einschließlich 2014 jeweils die Titel in der Fahrer- und der Konstrukteurswertung gewonnen. Superstar Hamilton ist mit sechs Siegen aus den ersten acht Saisonrennen auf dem besten Weg, erneut den Titel zu holen.

Um neue Regeln zu definieren, würde Ecclestone die Teams außer Acht lassen, diese gar nicht erst befragen: «Das ist, als hätte man ein Komitee, und das brauchst du nicht, wenn du solche Entscheidungen triffst.» Er würde neben der Fahrer- und der Konstrukteurs- eine weitere WM-Kategorie einführen: Die Team-Weltmeisterschaft. Diese würde, so meint Ecclestone, die anderen beiden in keiner Weise beeinflussen.

Die Konstrukteurs-WM sei für die Hersteller wie Mercedes oder Ferrari. Den Rennställen der Team-WM würde er ein Auto bauen. Die Motoren der Wagen müssten eine Saison halten, ein weiterer soll nur als Ersatz zur Verfügung stehen. Ecclestone: «Wenn du mit einem Team starten willst: Hier ist deine Chance. Ich gebe dir ein komplettes Auto und einen Ersatzmotor. Und ich gebe dir 30 Millionen Dollar im Jahr.»

Ein Hinkelstein auf Hamiltons Mercedes?

So weit, so gut. Doch wie um Himmels Willen sollen diese «geschenkten» Autos Ferrari oder Mercedes herausfordern, geschweige denn schlagen? Natürlich hat Ecclestone auch darauf eine Antwort parat, wenn auch keine besonders originelle und eine wohl kaum umsetzbare: Man könnte die Autos der Konstrukteure ja auch ein bisschen schwerer machen. «So findet man schnell zwei Sekunden», so Ecclestone.

Oder gibt es vielleicht gar kein so großes Problem in der Formel 1 und ist all diese neue Langeweile nur herbeidiskutiert? Schließlich erlebte die Rennserie auch unter Ecclestones jahrzehntelanger Vorherrschaft auch schon aufeinander folgende Saisons, die von Teams derart krass dominiert wurden wie aktuell von Mercedes.

Zumindest Red-Bull-Pilot Max Verstappen weist auch daraufhin: «Es gab immer schon Phasen, in denen ein Team einen besseren Job machte als die anderen». In einem sind sich Ecclestone und Verstappen dann aber einig: Letztlich sei jedes Team auch bei erneuten Regeländerungen bedacht, das Beste für sich rauszuholen, meint der 21-Jährige: «Vielleicht ist es daher besser, die Teams rauszuhalten und zu sagen: Das sind jetzt die Regeln!»

(L'essentiel/dpa/red)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 28.06.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Formel 1 ass dout!! Wei kann dPolitik dat haut nach veräntwerten, dass 20 Teams mat Fligeren a Camionen duerch dWelt reesen an onnetz Bensin/Kerosin verbrennen vir ze kuken ween dat mei schnell um Circuit verbrennt?? An dei aner daerfen awer mat 90km/h op der Autobunn fueren weinst dem Smog??? An Traktorpulling an Rallye an 24h Nürburgring etc.... Wake the fuck up!!

  • Liliane am 28.06.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nemmen am Krees fuhren a gehiirlos CO2 an d'Atmosphär blosen ass einfach iwerlieft. Dat wärten se och nach eng Keier verstoen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 28.06.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Formel 1 ass dout!! Wei kann dPolitik dat haut nach veräntwerten, dass 20 Teams mat Fligeren a Camionen duerch dWelt reesen an onnetz Bensin/Kerosin verbrennen vir ze kuken ween dat mei schnell um Circuit verbrennt?? An dei aner daerfen awer mat 90km/h op der Autobunn fueren weinst dem Smog??? An Traktorpulling an Rallye an 24h Nürburgring etc.... Wake the fuck up!!

  • Liliane am 28.06.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nemmen am Krees fuhren a gehiirlos CO2 an d'Atmosphär blosen ass einfach iwerlieft. Dat wärten se och nach eng Keier verstoen.