Vettel über Räikkönen

24. Mai 2018 12:06; Akt: 24.05.2018 12:09 Print

«Ihr seht einen komischen Kauz, ich nicht»

Sebastian Vettel versteht sich bestens mit seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen. Das könnte beim wichtigen GP Monaco helfen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

2017 fuhr Kimi Räikkönen im Qualifying vom GP Monaco auf die Poleposition. Den Sieg auf dem kurvigen und anspruchsvollen Stadtkurs holte aber ein anderer – sein Stallkollege Sebastian Vettel. Der deutsche Ferrari-Fahrer wurde mit Dauer des Rennens immer schneller, auch schneller als der Finne. Und als Vettel nach seinem einzigen Boxenstopp in der 39. Runde vor Räikkönen lag, war die Entscheidung gefallen, der Ferrari-Doppelerfolg war Tatsache.

Ein Jahr später ist Vettel erneut auf wichtige Punkte angewiesen, um den WM-Führenden Lewis Hamilton – der Brite hat 17 Punkte Vorsprung – in seinem Mercedes nicht davonziehen lassen zu müssen. Können der 30-Jährige und Räikkönen am Sonntag (ab 15.10 live im Ticker) im Fürstentum der Konkurrenz erneut ein Schnippchen schlagen? Die Chancen stehen nicht schlecht, harmonieren die beiden Piloten der Scuderia doch bestens – ganz im Gegensatz zu anderen Rennställen.

Gleiche Ansichten, gleicher Antrieb

Woher kommt diese Harmonie? Vettel erklärte es gegenüber der Gazzetta dello Sport so: «Wir teilen die gleichen Werte, wir haben großen Respekt füreinander. Am meisten schätze ich, dass ich in seiner Gesellschaft mich selber sein kann. Da gibt es keine Psycho-Mätzchen, wie es zwischen anderen Stallgefährten vorkommt. Wir teilen, dass wir aus Leidenschaft Formel 1 fahren. Ich glaube, unser gutes Verhältnis ist ein Gewinn für Ferrari.» Denn es gebe keine Kontroversen, keine Ablenkung, keine Polemik.

Vettel ist zudem bewusst, dass der 38-jährige Finne in der Öffentlichkeit ein Bild abgibt, das der Deutsche so nicht bestätigen kann: «Von außen seht ihr Kimi als einen merkwürdigen Kauz. Aber ich sehe das anders.» Sie beide hätten dieselbe Vision vom Leben und von der Motivation, die sie antreibe. Das verbinde sie.

Offene Kommunikation

Außerdem kommunizieren sie offen miteinander. «Wenn es ein Problem gibt, dann sprechen wir sofort darüber und räumen das aus der Welt. Wenn du offen über dein Handeln sprechen kannst, dann kannst du auch schwierige Momente überwinden», sagt der vierfache Weltmeister.

Ob Vettel in der kommenden Saison bei Ferrari immer noch den «Iceman» als Teamkollegen hat, kann er nicht sagen. Würde ihm aber jemand die Frage stellen, ob er lieber mit Kimi als mit einem anderen Piloten fahren wolle, würde er antworten: «Ja. Einen anderen Fahrer zu finden, ist einfach. Einen Piloten zu finden mit dem gleichen Respekt und derselben Wertschätzung, das ist etwas schwieriger.»

(L'essentiel)