«Bild»-Zeitung

23. September 2015 13:29; Akt: 23.09.2015 13:29 Print

«Ihr seid Arschlöcher!» – Trainer rastet aus

Gertjan Verbeek, Coach des VfL Bochum, ärgert sich an einer Pressekonferenz über einen Titel in der «Bild»-Zeitung. Dann wird der Holländer persönlich.

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Medienschelte hat in Deutschland schon fast Tradition. Bruno Labbadia wetterte einst gegen die schreibende Zunft, als er noch den VfB Stuttgart coachte. «Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen Menschen. Ich kann gewisse Dinge nicht akzeptieren, wenn der Trainer wie der letzte Depp dargestellt wird, als hätte er gar keine Ahnung.

Die Zuschauer sind aufgewiegelt durch absolute Unwahrheiten», polterte er im Oktober 2012 (Video unten). Legendär ist auch der Ausraster von Rudi Völler in der ARD, der sich 2003 als deutscher Nationaltrainer nach einem 0:0 auf Island im Studio bei Waldemar Hartmann über die negative Berichterstattung von Reporter Gerhard Delling echauffierte und Hartmann kurzerhand unterstellte, drei Weizenbier getrunken zu haben (Video ganz unten).

Entschuldigung und Rückendeckung

Gertjan Verbeek steht seinen Vorrednern in nichts nach. Der Trainer des VfL Bochum, Tabellenführer der 2. Bundesliga, nahm sich an der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Dienstag gegen Arminia Bielefeld die «Bild» zur Brust. Die Boulevardzeitung hatte etwas zugespitzt den Titel «Verbeek spricht vom Meistertitel» verwendet, nachdem der Holländer im Anschluss an das 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf gegenüber Sport1 gesagt hatte: «Wir sind angetreten, um Meister zu werden. Die Ambition muss immer sein, raus aus der zweiten Liga und aufsteigen in die erste, aber das wird schwer.»

Der 53-Jährige ärgerte sich über die Schlagzeile, schließlich habe er nicht gesagt, «dass wir Meister werden». Dann richtete er sich direkt an den anwesenden «Bild»-Journalisten mit den Worten: «Warum schreibt ihr immer so eine Scheiße? Warum spielt ihr immer zwei Parteien gegeneinander aus? Selbst mit Flüchtlingen dazwischen! Ihr seid ja Arschlöcher, das seid ihr!» Danach erklärte sich Verbeek noch einmal, um jegliche Missverständnisse auszuräumen. «Wir haben die Ambition, den Aufstieg zu machen, aber es ist nicht das Ziel, den Aufstieg zu machen. Das ist ganz etwas anderes.»

Am Tag nach der Wutrede, die hohe Wellen schlug, reagierte der VfL Bochum auf der Club-Website mit einer Stellungnahme. Darin heißt es: «Fußball lebt von Emotionen, die manchmal in Aussagen gipfeln, die zwar Anklang und Nachhall finden, zuweilen in der Tonalität aber daneben liegen. Auf der gestrigen Pressekonferenz sind solche Äußerungen gefallen. Wir haben mit unserem Cheftrainer Gertjan Verbeek darüber im Laufe des Tages noch gesprochen und er hat eingeräumt, dass die verwendeten Kraftausdrücke sicher nicht die richtige Wortwahl waren. Auch wollte er niemand persönlich beleidigen. Dafür entschuldigt er sich. Die Kernaussagen bleiben davon aber unberührt und in dieser Sache hat Gertjan Verbeek unserer Meinung nach vollkommen Recht.»

Berbeek ist nicht der Erste.

(L'essentiel/kai)

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