Starke Botschaft

28. August 2020 09:45; Akt: 28.08.2020 09:46 Print

NHL pausiert – Trump spart nicht mit Kritik

Nach den Schüssen der Polizei auf einen schwarzen Familienvater nehmen die Protestaktionen zahlreicher Sportler in den US-Ligen zu. Das missfällt Präsident Donald Trump.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Immer mehr Sportler und Ligen schließen sich den Protesten der Basketball-Profis aus der NBA gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA an und haben dafür Kritik von US-Präsident Donald Trump geerntet. Die Eishockey-Spieler der nordamerikanischen Profiliga NHL gingen am Donnerstag geschlossen an die Öffentlichkeit und erklärten, die in Kanada stattfindenden Playoffs vorerst zu unterbrechen.

Der schwarze Profi Ryan Reaves von den Vegas Golden Knights sagte: «Das hier ist eine viel stärkere Botschaft als alles, was ein oder zwei Spieler auf dem Eis machen könnten. Das Gespräch hat angefangen mit weißen Spielern von anderen Teams, die sprechen wollten. Das ist stark.» Die Liga erklärte: «Die NHL unterstützt die Entscheidung und wird die vier Duelle am Samstag nachholen sowie den Zeitplan entsprechend anpassen.»

NFL sagt Trainings ab

Außerdem unterstützten neun Mannschaften der nordamerikanischen Football-Liga den Boykott, indem sie ihre Trainingseinheiten absagten. Die Saison in der NFL hat noch nicht begonnen. Teams und Spieler der Major League Baseball, der Major League Soccer und die Basketballerinnen der WNBA verzichteten ebenfalls auf ihre Wettkämpfe. Auslöser der Proteste waren Schüsse von Polizeibeamten auf den 29-jährigen Familienvater Jacob Blake, der dadurch am Sonntag im US-Bundesstaat Wisconsin schwer verletzt worden war.

Begonnen hatte die Protestserie mit dem Boykott der Basketballer der Milwaukee Bucks, die am Mittwoch zu ihrem Playoff-Spiel gegen die Orlando Magic nicht antraten. Sie lasen stattdessen eine Protestnote vor. Mike Bass, NBA-Vizepräsident, glaubt an eine baldige Fortsetzung: «Wir hoffen, dass wir die Spiele entweder am Freitag oder am Samstag wieder aufnehmen können.»

Osaka spielt nun doch

Beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-1000-Turnier der Tennisprofis kündigte Grand-Slam-Champion Naomi Osaka zunächst an, zu ihrem Halbfinale nicht anzutreten. Die Veranstalter sagten kurz darauf alle vier Halbfinalen der Frauen und Männer für Donnerstag ab und verkündeten eine Spielpause bis Freitag. Osaka hat sich mittlerweile umentschieden. In einem Statement schrieb die 22-Jährige: «Nach meiner Ankündigung von Mittwoch und längeren Gesprächen, habe ich zugestimmt, am Freitag zu spielen. Man hat mir angeboten, alle Spiele zu verschieben, und ich denke, das hat der Bewegung bereits viel Aufmerksamkeit gebracht.»

US-Präsident Trump richtete sich mit seiner Kritik indes vorrangig an die Basketballer, die den Boykott ins Rollen gebracht hatten: «Die Liga ist wie eine politische Organisation. Ich denke nicht, dass das gut für den Sport oder für das Land ist. Ich weiß nicht viel über die Proteste. Aber ich weiß, dass ihre TV-Quoten schlecht waren, weil die Leute der NBA überdrüssig sind.» Marc Short, Stabsleiter von US-Vizepräsident Mike Pence, hatte die Proteste bei CNN’s New Day als «dämlich und absurd» bezeichnet.

(L'essentiel/dpa/hua)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.