Ex-Boxer als Bürgermeister

23. April 2020 16:21; Akt: 24.04.2020 07:18 Print

So rettet Klitschko Kiew vor der Corona-​​Krise

Die ukrainische Hauptstadt, in der der Ex-Boxer Vitali Klitschko als Bürgermeister im Amt ist, beklagt bis jetzt nur 15 Corona-Tote.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vitali Klitschko machte nicht nur im Ring eine gute Figur, sondern weiß sich auch auf dem Stuhl eines Bürgermeisters zu behaupten. Das zeigt die derzeitige Corona-Krise. Die ukrainische Hauptstadt Kiew, der Klitschko als Oberhaupt vorsteht, hat bis dato erst 15 Pandemie-Tote zu verzeichnen.

Diese vergleichsweise tiefe Zahl ist nicht zuletzt dem mehrfachen Ex-Boxweltmeister zu verdanken, wie der «Telegraph» berichtet. Der 48-Jährige, der seit sechs Jahren Bürgermeister von Kiew ist, habe frühzeitig auf das Virus reagiert.

Partnerstadt von Wuhan

Klitschko sagte der britischen Zeitung: «Bereits Ende Januar bildeten wir eine Corona-Arbeitsgruppe und kaufen seither Beatmungsgeräte.» Die ersten Pandemie-Maßnahmen habe die Stadt am 11. März ergriffen und dann bis am 17. März drastisch verschärft.

«Bis Ende März wurden bei uns sieben Krankenhäuser als spezielle Coronavirus-Einrichtungen vorbereitet», so der ehemalige Spitzenboxer, der 2014 seinen definitiven Rücktritt verkündet hatte. Jetzt gebe es 14 solcher Krankenhäuser, die bis zu 1700 Infizierte aufnehmen könnten.

Kiew ist menschenleer. (Foto: Keystone)

Zudem hat Kiew eine Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Wuhan, dem ursprünglichen Brandherd des Coronavirus. «Wir haben die Experten in unserer Partnerstadt früh kontaktiert. Freundlicherweise haben sie mit uns Fachwissen und Methoden geteilt, die ihnen geholfen haben, die Ausbreitung des Virus einzudämmen», erzählte der Ukrainer.

Die Experten aus Wuhan hätten ihnen auch Tipps gegeben, wie Ärzte und Krankenschwestern besser geschützt werden könnten. «Wir haben ihre Empfehlungen in unseren Entscheiden stets berücksichtigt», so Klitschko.

Parallelen zum Sport

Die Zahlen aus der Ukraine können nicht eins zu eins mit den hiesigen Statistiken verglichen werden, da im osteuropäischen Land insgesamt wohl markant weniger Corona-Tests durchgeführt werden. Trotzdem scheinen die zeitigen Maßnahmen von Klitschko in Kiew gefruchtet zu haben.

«Die Verantwortung ist enorm. Wir sprechen hier über die Gesundheit von Millionen von Menschen», sagte er, und verglich den Kampf gegen das Virus auch mit dem Sport. Der Wille zu gewinnen, die Beharrlichkeit im Angesicht größter Schwierigkeiten und die Bereitschaft mit Händen und Füßen zu kämpfen, seien im öffentlichen Dienst ebenso wichtig wie im Sport.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange ununterbrochen arbeiten kann. Und ich weiß nicht, wann wir wieder ins normale Leben zurückkehren können. Aber ich glaube fest daran, dass wir diese Pandemie bewältigen», sagt Klitschko.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Red Dwarf am 23.04.2020 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wegen des schlechten Krankenwesens in der Ukraine, zählt das Land eh sehr wenig alte Leute, deshalb ist die Anzahl der Toten in Kiew, welche mit dem Corona Virus in Verbindung gebracht werden nicht wirklich erstaunlich. Durchschnittliche Lebenserwartung für Männer ist 66,7 Jahre; Frauen 76,7 Jahre; eine der niedrigsten in ganz Europa. Es besteht auch kein Bedarf die "Alten" zu schützen, da die Rentenkassen und Krankenkassen leer sind. Leute Über 60 wurden erst kürzlich vom Gesundheitsminister als "tote Körper" bezeichnet.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Red Dwarf am 23.04.2020 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wegen des schlechten Krankenwesens in der Ukraine, zählt das Land eh sehr wenig alte Leute, deshalb ist die Anzahl der Toten in Kiew, welche mit dem Corona Virus in Verbindung gebracht werden nicht wirklich erstaunlich. Durchschnittliche Lebenserwartung für Männer ist 66,7 Jahre; Frauen 76,7 Jahre; eine der niedrigsten in ganz Europa. Es besteht auch kein Bedarf die "Alten" zu schützen, da die Rentenkassen und Krankenkassen leer sind. Leute Über 60 wurden erst kürzlich vom Gesundheitsminister als "tote Körper" bezeichnet.

    • Logiker am 24.04.2020 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr Beirag ist unlogisch. Die Männer dort sind ja nicht bis 66,7 kerngesund und fallen dann tot um. Die sind mit 60 dann so schwach (und anfällig für Covid-19) wie ein Westeuropäer mit 75.

    • Red Dwarf am 24.04.2020 23:50 Report Diesen Beitrag melden

      Der Ansatz Ihrer Denkweise ist falsch: Die Faktoren welche für die geringe Lebenserwartung zuständig sind, sind andere wie in Westeuropa. Man kann nicht einfach den dritten Lebensabschnitt um 15 Jahre vor-verschieben und vergleichen. Medikamente und Behandlungen werden nicht von staatlichen Krankenkassen getragen; und oft fehlt einfach das Geld für eine Behandlung. Hoher Alkoholkonsum und gefährlicher Straßenverkehr; mitunter durch marode Verkehrsmittel, bzw. kaputte Straßen und eine hohe Kriminalitätsrate leiten auch oft zu einem früheren "abdanken" als in Westeuropa

    einklappen einklappen