Vermisster Fussballspieler

22. Januar 2019 16:38; Akt: 22.01.2019 19:26 Print

3000 Quadratkilometer abgesucht -​​ ohne Spur

Die Polizei von Guernsey sucht nach dem Flieger, in dem der Fußballspieler Emiliano Sala nach Cardiff reiste. Die Retter zeigen sich allerdings nicht sehr optimistisch.

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Die Polizei von Guernsey hat wenig Hoffnung, das verschollene Flugzeug zu finden. Wie die Behörde am Dienstagabend auf Twitter mitteilte, seien bereits 2991 Quadratkilometer des Ärmelkanals abgesucht worden - doch die Chancen, den vermissten Fußballspieler Emiliano Sala zu finden, schwinden. Nach Sonnenuntergang haben die Retter entschieden, erst am Mittwoch wieder mit der Suche fortzufahren.

Das Rettungsteam suchte über mehrere Stunden mit zwei Helikoptern, zwei Flugzeugen und einem Rettungsschiff nach den zwei Passagieren des Fliegers, der über dem Ärmelkanal vom Radar verschwunden ist. Die Maschine vom Typ Piper Malibu war am Montagabend am Flughafen von Nantes abgeflogen. An Bord saß der 28-jährige Fußballer Emiliano Sala, der erst vergangenen Samstag für umgerechnet 19,3 Millionen Euro vom FC Nantes zum Premier-League-Club Cardiff City gewechselt hatte. Gegen 20.30 Uhr verlor der Tower beim Leuchtturm Casquets den Kontakt zur Maschine.

John Fitzgerald, Chef des Suchtrupps (Channel Islands Air Search), gab sich gegenüber «Daily Mail» nicht sehr optimistisch. Er habe wenig Hoffnung, den Piloten und den Passagier des Fliegers lebend zu bergen. «Ich befürchte, die Küstenwache ist ähnlicher Meinung. Wir verstehen nicht, wie die Maschine so verschwinden konnte», meint Fitzgerald. Klar sei nur, dass «plötzlich die Verbindung zum Piloten unterbrochen war.»

Die Polizei von Guernsey schrieb am frühen Dienstagabend auf seiner Facebook-Seite: «Am Morgen gab es noch gute Sichtbarkeit. Jetzt aber verschlechtern sich wieder die Wetterverhältnisse».

Niemand benachrichtigte die Eltern

Emiliano Sala war nach der Unterzeichnung des Vertrags für wenige Tage nach Nantes gereist, um seinen Umzug nach Cardiff zu planen und sich von seinen ehemaligen Teamkollegen beim FC Nantes zu verabschieden. In der Umkleidekabine entstand wenige Stunden vor dem Abflug das letzte Foto von Sala. Am Dienstagmorgen hätte er in seinem neuen Club das Training antreten sollen.

Die Eltern des verschollenen Spielers aus der Ortschaft Progreso in der Provinz Santa Fe, rund 570 Kilometer nördlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, erfuhren erst am Dienstagmittag vom Unglück, wie Vater Horacio Sala zum argentinischen Sender C5N sagt. «Ich bin Lastwagenchauffeur und ständig unterwegs. Erst vorhin rief mich ein Kollege an und erzählte mir davon. Dann rief ich meinen Sohn Dario und meine Frau an, die von nichts wussten.»

Sala kommt aus einer einfachen Familie

«Ich hoffe, dass alles gut kommt. Ich bin verzweifelt», sagt Sala Senior unter Tränen. Sein Sohn Emiliano sei ein Kämpfer, der schon mit 16 Jahren allein um die Welt reiste, um bei Profi-Vereinen zu proben. «Mein Junge kommt aus einfachen Verhältnissen», erklärt der Vater.

Auch der Präsident von Cardiff City, Mehmet Dalman, macht sich Sorgen um seinen neuen Spieler. «Wir warten gespannt auf Nachrichten», sagt er zur «Daily Mail». Nicht anders beim FC Nantes: «Er war ein loyaler Mensch. Er kam, um sich zu verabschieden, und freute sich sehr auf sein neues Leben in Großbritannien», sagt eine Quelle zur britischen Zeitung.

(L'essentiel/kle)

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