Kritik am Iran

11. September 2020 12:47; Akt: 11.09.2020 12:51 Print

Todesurteil gegen Ringer vereint Sportwelt

Navid Afkari wurde im Iran zum Tod verurteilt, doch an der Rechtmäßigkeit des Urteils wird gezweifelt. Sportler, Funktionäre sowie Trump setzen sich für den iranischen Ringer ein.

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Sportler, Funktionäre und US-Präsident Donald Trump setzen sich für den iranischen Ringer Navid Afkari ein. Der 27-Jährige soll hingerichtet werden, doch am Todesurteil und dessen Rechtmäßigkeit wird international massiv gezweifelt.

Afkari, der als Talent galt, habe nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Shiraz einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen entgegnen, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

Das Geständnis sowie Aufnahmen der angeblichen Tat wurden im iranischen Staatsfernsehen sowie im Videoportal Aparat gezeigt. Afkari wurde daraufhin zu Tode verurteilt. Seine beiden Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen. Das Urteil ist vom obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden und somit rechtskräftig. Es soll aber erst in sechs Jahren vollstreckt werden.

Weltmeister verteidigt Afkari

Viele Sportler, vor allem Ringer, setzen sich nun seit Tagen für einen Freispruch ein. Der dreifache Weltmeister Frank Stäbler aus Deutschland sagte beispielsweise auf Instagram: «Die Ringer-Familie und die globale Sport-Gemeinschaft stehen hinter ihm. Wir kämpfen zusammen, um für Navid und seine Familie Gerechtigkeit zu bekommen.»

Auch Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, zeigte sich über den Fall «überaus besorgt». Man habe bereits zum Olympischen Komitee des Landes und dem nationalen Ringerverband Kontakt aufgenommen. Diese würden ihr «Äußerstes» tun, um eine Lösung im Fall Afkari zu fördern. Der Spitzenfunktionär wies allerdings auch darauf hin, dass das IOK die Souveränität und das Justizsystem eines souveränen Landes respektiere.

Bereits letzte Woche hatte gar US-Präsident Donald Trump die iranische Führung in einem Tweet aufgefordert, Afkari nicht hinzurichten. Seine einzige Tat sei diejenige gewesen, an einer Antiregierungsdemonstration auf der Straße teilzunehmen.

Teheran weist die internationale Kritik zurück. Das Ausland solle einen Mörder aus politischen Erwägungen nicht heiligsprechen und die Rechte des wahren Opfers und von dessen Familie nicht ignorieren, hieß es von der iranischen Justiz laut Nachrichtenportal Tabnak.

«Viele mischen sich einfach in Angelegenheiten ein, von denen sie weder genaue Informationen haben noch die notwendige juristische Kompetenz besitzen», sagte Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili. Afkari habe einen Menschen ermordet, und das Urteil gegen ihn im Iran laute nicht Todesstrafe, sondern «Ghissas», so der Sprecher laut Nachrichtenportal Alef. «Ghissas» ist im islamischen Recht das Prinzip der Wiedervergeltung, Blutrache oder von «Auge um Auge». Er fügte hinzu, dass Afkari noch in Berufung gehen könnte.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 11.09.2020 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Waat do genau geschitt as wees een tatsächlech net. Villaicht huet heen deen Beantem jo embruecht, vlaicht an Noutwier, vlaicht och net. Awer op en Doudesstroof dofir kréien soll as rem eng ganz aner Fro.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 11.09.2020 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Waat do genau geschitt as wees een tatsächlech net. Villaicht huet heen deen Beantem jo embruecht, vlaicht an Noutwier, vlaicht och net. Awer op en Doudesstroof dofir kréien soll as rem eng ganz aner Fro.