Überraschendes US-Open-Aus

05. September 2021 12:27; Akt: 05.09.2021 12:33 Print

Osaka kündigt unter Tränen Spielpause an

Die Japanerin scheitert überraschend früh am US Open und spricht anschließend von einer nächsten Tennis-Pause. Die Depressionen scheinen sie nicht loszulassen.

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Nach ihrem überraschend frühen Aus am US Open gewährte Titelverteidigerin Naomi Osaka tiefe Einblicke in ihr Seelenleben – und kündigte eine weitere Pause vom Tennis an. Mit 7:5, 6:7, 4:6 verlor die viermalige Grand-Slam-Siegerin am Freitagabend in New York völlig unerwartet gegen die erst 18-jährige Kanadierin Leylah Fernandez. In ihrer emotionalen Pressekonferenz musste sie sichtbar um Fassung ringen. Unter Tränen beendete sie ihre Ausführungen mit den Worten: «Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich mein nächstes Tennis-Match bestreiten werde. Ich denke, ich werde für eine Weile mit dem Spielen pausieren.» (siehe Video oben)

Den Zeitpunkt ihrer Rückkehr ließ sie offen. «Ich fühle mich, als wenn ich an diesem Punkt bin, wo ich versuche herauszufinden, was ich machen will», sagte die 23-Jährige. Osaka hatte vor gut drei Monaten öffentlich gemacht, dass sie unter Depressionsphasen leidet. Siege würden sie inzwischen nicht mehr glücklich machen, sagte sie nun. «Es fühlt sich mehr wie eine Erleichterung an. Und wenn ich dann verliere, bin ich sehr traurig. Ich glaube nicht, dass das normal ist.»

Osaka war bereits am Turnier in Cincinnati an der Pressekonferenz in Tränen ausgebrochen. Damals hatte ein Journalist eine provokative Frage gestellt, die bei der Japanerin diesen Gefühlsausbruch auslöste.

Sie ist sehr verunsichert

Osaka wirkte am US Open gegen die junge Kanadierin fahrig, leistete sich etliche leichte Fehler und ließ ihrem Frust teils freien Lauf. Im dritten Satz schmiss sie gar mehrmals ihren Schläger auf den Hartplatz und schlich mit gesenktem Kopf über die Anlage in Flushing Meadows.

Sie habe vergeblich versucht, ruhig zu bleiben, erzählte Osaka später auf der Pressekonferenz. «Normalerweise mag ich Herausforderungen, aber in letzter Zeit fühle ich mich sehr verunsichert, wenn es nicht so gut läuft für mich, und ich habe das Gefühl, dass man das auch spürt.» Auf dem Platz habe sie sich «wie ein kleines Kind» verhalten, meinte die in den USA aufgewachsene Athletin.

Depressionen begleiten sie

Das US Open war für Osaka der erste Auftritt bei einem Grand-Slam-Turnier seit ihrem Rückzug vom French Open. In Paris hatte sie zunächst angekündigt, Medienrunden nicht wahrnehmen zu wollen. Nach ihrem Sieg in der ersten Runde hatte sie sich vom Turnier zurückgezogen, ihre Depressionsphasen öffentlich gemacht und eine Auszeit genommen.

Vor den Olympischen Spielen in Tokio, in ihrer japanischen Heimat, hatte die 23-Jährige knapp zwei Monate lang auf Turniere verzichtet und auch Wimbledon ausgelassen. Bei den Sommerspielen war sie überraschend im Achtelfinale ausgeschieden. Am US Open war sie wieder eine der großen Favoritinnen, 2018 und 2020 hatte sie in New York triumphiert.

(L'essentiel/dpa/hua)

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