Netflix-Serie

30. Juni 2020 11:47; Akt: 30.06.2020 11:57 Print

Kaepernick wird vom «Hurensohn» zum Serienstar

Sein Kniefall kostete den Footballer einst den Job und machte ihn zum Feindbild des US-Präsidenten. Nun kommt er zurück auf die Bildschirme.

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Sportlerinnen und Sportler, die auf einem Bein knien, sind in den vergangenen Wochen allgegenwärtig. Es ist der stille Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt gegenüber von Schwarzen. Colin Kaepernick war 2016 der erste NFL-Profi, der bei der Nationalhymne niederkniete – und deshalb wenige Monate später arbeitslos war.

US-Präsident Donald Trump nannte ihn damals einen «Hurensohn» und sprach von mangelndem Respekt gegenüber der amerikanischen Flagge. Die Karriere des Quarterbacks war abrupt beendet. Seit 2017 hat der ehemalige Spieler der San Francisco 49ers keinen neuen Arbeitgeber gefunden. Zu groß war die Angst der Teams, einen Imageschaden zu erleiden.

Er erzählt sein Leben

Doch jetzt kommt der 32-Jährige zurück auf die Bildschirme – zwar nicht im Live-TV auf dem Footballfeld, aber auf Netflix. Der Streaminganbieter verkündete die Produktion einer sechsteiligen Serie namens «Colin in Black & White». In der Serie werden vor allem seine High-School-Jahre näher beleuchtet. «Wir beschäftigen uns mit den rassistischen Konflikten, mit denen ich als adoptierter schwarzer Mann in einer weißen Gesellschaft während meiner High-School-Zeit konfrontiert wurde», sagt Kaepernick.

Zu oft würden «Geschichten von Schwarzen durch eine weiße Linse porträtiert» werden. Daher übernimmt der ehemalige Footballer auch die Rolle des Erzählers in der Serie. Einen Starttermin für die Miniserie gab Netflix bisher nicht bekannt.

Sportliches Comeback noch offen

Ob der in Ungnade gefallene Star in der nächsten Saison aufs Spielfeld zurückkehren kann, muss sich erst noch zeigen. NFL-Boss Roger Goodell sprach sich zuletzt für ein Comeback Kaepernicks aus, und der Trainer der Los Angeles Chargers, Anthony Lynn, bekundete grundsätzliches Interesse.

Konkreten Kontakt zwischen Kaepernicks Agenten und einem NFL-Club soll es dennoch bisher keinen geben, wie US-Medien berichten. Die Angst, einen Imageschaden zu erleiden, sollte bei den Teams mittlerweile verflogen sein. Zu allgegenwärtig ist Geste, die Kaepernick einst in Ungnade fallen ließ.

(L'essentiel/Tim Zimmermann)

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