Nach Karriereende

28. August 2018 08:04; Akt: 28.08.2018 08:09 Print

Kein Return mehr -​​ Muller ist «traurig und erleichtert»

Luxemburgs Tennis-Hero Gilles Muller hat am Montag bei den US Open sein letztes Spiel bestritten. Im Interview mit L'essentiel gibt er Einblicke in seine Gefühlswelt.

storybild

Gilles Muller hat seine Karriere am Montag beendet. (Bild: Editpress/Gschmit)

Zum Thema
Fehler gesehen?

L'essentiel: Herr Muller, Sie haben ihre Karriere mit einem großen Spiel gegen Lorenzo Sonego beendet...

Gilles Muller: Ich habe das getan, was ich mir vorgenommen hatte: alles geben. Ich habe es noch einmal genossen, auch wenn es mir am Ende schwer fiel, da ich viele Schmerzen hatte. Aber ich bin froh, mit so einem Duell abgetreten zu sein. Ich hätte natürlich gerne gewonnen und in der zweiten Runde gegen Karen Khachanov gespielt. Aber ich bereue nichts.

Am Ende der Partie waren Sie sehr angeschlagen...

Ich hatte Probleme mit der Hitze im vierten Satz. Am Ende war es hart und ich konnte im fünften Durchgang nicht mehr richtig dagegen halten. Wäre es nicht mein letztes Spiel gewesen, hätte ich wohl aufgegeben. Aber ich habe versucht, mit der Situation so gut wie möglich umzugehen.

Hatten Sie sich auf dem Platz Gedanken darüber gemacht, dass es Ihr letzter Ball sein könnte? Oder waren Sie total konzentriert?

Ich habe mit meiner Ankunft in New York angefangen, darüber nachzudenken. Es gab viele letzte Male in den vergangenen Tagen. Ich war dennoch sehr entspannt und kam deswegen nicht aus dem Spiel. Nach fast einem Jahr, in dem ich wegen meiner Ellenbogenverletzung oft leiden musste, war es ein gutes Spiel.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als die Partie vorbei war?

Ich war froh als es vorbei war und ich in die klimatisierte Umkleide kam (lacht). Nein, ich war enttäuscht, dass es gegen einen weniger bekannten Spieler auf einem Nebenplatz endete. Aber ich war darauf vorbereitet. Ich wusste, dass ich nicht das Niveau wie vor einem Jahr hatte. Einerseits war ich erleichtert, weil ich mich in diesem Jahr doch quälen musste. Auf der anderen Seite war ich auch sehr traurig. Es ist nicht leicht, etwas aufzugeben, dass ich schon so lange mache.

Was werden Sie in Zukunft machen?

Ich habe schon ein paar Pläne. Ich hatte in den vergangenen Monaten viele Gespräche. Es wird in den nächsten zwei bis drei Monaten losgehen. Meine Projekte beziehen sich auf Sport, Tennis und Luxemburg, weil ich da viel Potenzial sehen. Allerdings nehme ich mir jetzt erst mal eine Auszeit.

Warum haben Sie sich entschieden, Ihre Karriere zu beenden?

Der Anfang dieser Gedanken lag in meiner Ellenbogenverletzung. Es war sehr frustrierend. Ich war nicht mehr wirklich ein Tennisspieler, bin mehr bei Ärzten und Physiotherapeuten rumgetingelt als auf dem Platz zu stehen. Das Ende bei den US Open war der perfekte Zeitpunkt. Hier habe ich bei den Junioren gewonnen, bin 2008 erstmals bei einem Grand Slam ins Viertelfinale eingezogen und habe 2005 Andy Roddick geschlagen. Ich hatte immer eine besondere Beziehung zu diesem Turnier und dieser Stadt.

(Nicolas Martin/l'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.