Darts-Weltmeister Cross

02. Januar 2018 15:47; Akt: 02.01.2018 15:46 Print

Der Elektriker elektrisiert

Er dominierte Darts-Legende Phil Taylor und wurde bei seiner allerersten WM Weltmeister: Rob Cross.

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Phil Taylor geht. Ohne 17. Weltmeistertitel, aber mit einem kernigen Zitat: «Meine Enkelkinder sind gekommen und haben gesehen, wie ihr Großvater den Hintern versohlt bekommen hat. Es war ein ungleiches Duell: Ich bin am Ende meiner Karriere, er ist am Anfang.»

Der am Anfang, das ist Rob Cross. Souverän, überlegen und klar bezwang der 27-Jährige an seiner allerersten WM Altmeister Taylor mit 7:2 Sätzen. «Voltage» wird der Brite in der Szene genannt. Spannung. Diese kam gestern im Londoner Alexandra Palace aber gar nie auf, zu stark und ohne Nervosität zu zeigen spielte Cross.

Der Spitzname«Voltage» aber kommt nicht von irgendwo, vor seiner Darts-Karriere war Cross Elektriker. Das heißt, bis vor fast zwei Jahren.

Vom Onkel überredet

Es war sein Onkel, der ihn 2016 dazu überredete, an einer Qualifikationsveranstaltung für ein Profiturnier teilzunehmen. Cross qualifizierte sich und spielte am UK Open gegen die Weltnummer eins, Michael van Gerwen. Er verlor nur mit 5:9 und wusste: Ich muss es selber als Profi versuchen.

Noch vor einem Jahr aber saß er bei der WM vor dem Fernseher. Hätte man vor sechs Monaten auf Cross als Weltmeister gewettet, man hätte gestern Abend pro eingesetztem Euro deren 400 gewonnen. Nun ist Cross die Weltnummer drei und kann es selbst noch nicht fassen: «Der Erfolg wird mein Leben verändern, das ist ein Märchen. Seit 15 Jahren war es mein Traum, gegen Taylor zu spielen. Es ist phänomenal.»

Von 7 auf 400.000 Pfund

400.000 Pfund Preisgeld gehören ihm nun. Der Betrag wirkt umso surrealer, wenn man dem Tweet eines Kollegen von Cross glaubt. Dieser postete nach dessen Triumph folgenden Text: «Unglaublich, was Rob Cross gerade geschafft hat. Dieses Bild zeigt ihn und meinen Bruder, wie sie vor einem Jahr je 7 Pfund (an einem Darts-Turnier in einem Pub) gewinnen.»

Und so erinnerte dieser Finale stark an 1990, als ein gewisser Phil Taylor bei seiner allerersten WM ebenfalls auf Anhieb Weltmeister wurde. Taylor bezwang im Endspiel Eric Bristow, damals einer der erfolgreichsten Spieler, mit 6:1. Er läutete so eine neue Darts-Ära ein – im selben Jahr kam Rob Cross zur Welt.

27 Jahre später dankte Rob Cross seinem Onkel.

(L'essentiel/te)

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