Super Bowl 52

05. Februar 2018 18:46; Akt: 05.02.2018 19:04 Print

Statt Pfarrer ist er jetzt der «heilige Nick»

Dank Quarterback Nick Foles schweben die Philadelphia Eagles im Superbowl-Himmel. Der 29-Jährige schöpft Kraft beim Beten.

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Über Nacht wurde er weltberühmt. Der Mann, der dem unvergleichlichen Tom Brady im NFL-Finale die Show stahl, zum Matchwinner und wertvollsten Spieler der 52. Superbowl wurde. Nicolas Edward «Nick» Foles hat eine bewegte Karriere hinter sich, welche am Sonntag vor einem Milliardenpublikum mit dem Gewinn der Superbowl einen Höhepunkt fand. Dabei spielte er letztes Jahr noch mit dem Gedanken, seinen Rücktritt als NFL-Profi zu geben.

Denn seine Karriere war ein Auf und Ab gewesen. 2012 war Foles als Nummer 88 von den Eagles gedraftet worden. In Philadelphia unterschrieb er damals einen Vertrag über vier Jahre und entwickelte sich zum Starting Quarterback – startete in seinem ersten Spiel als solcher gleich mit einem Touchdown durch –, verpasste jedoch mit einer gebrochenen Hand den Schluss der Saison. In der folgenden Spielzeit entfaltete sich der Südstaatler weiter. Er stellte einen neuen Rekord auf: Als jüngster Spieler der NFL-Geschichte realisierte er sieben Touchdowns in einer Partie. Doch im Playoff schied Foles mit den Eagles in der ersten Runde aus.

Quarterback (!) Foles fängt Touchdown-Pass im Superbowl:

«Ich möchte Pastor werden»

2015 wechselte er im Tausch für einen anderen Spieler zu den St. Louis Rams, spielte dort aber seine schlechteste NFL-Saison. In gegenseitigem Einvernehmen wurde Foles' Vertrag aufgelöst. Daraufhin verpflichteten ihn die Kansas City Chiefs, wo er jedoch nur vereinzelt zum Einsatz kam und schließlich entlassen wurde. Dennoch holten die Philadelphia Eagles den Texaner zurück, was im Nachhinein zum Coup wurde. Als Starting Quarterback Carson Wentz am 14. Spieltag der Regular Season mit einem Kreuzbandriss ausfiel, sprang Foles ein und mauserte sich innerhalb weniger Wochen vom Ersatzmann zum gefeierten Helden.

Schon nach den Playoff-Siegen über Atlanta und Minnesota war er von Fans als «heiliger Nick» hochgejubelt worden. Das kommt nicht von ungefähr, denn Foles ist bekennender Christ. Auf seinem Twitter-Account beschreibt er sich: «Believer in Jesus Christ, husband, father, son, brother» – zu Deutsch: gläubiger Christ, Ehemann, Vater, Sohn, Bruder. Das Beten habe ihm nach seiner Verletzung bei der Entscheidung geholfen, in der NFL zu bleiben. Vor der Superbowl hatte der 29-Jährige verraten: «Ich möchte Pastor an einer Highscool werden.» Seine Anhänger dürften nun sagen: «Gott sei Dank ist er (noch) nicht Priester geworden.»

Ein Familienmensch

Foles, der neben dem Feld mit seiner schmächtigen Statur und der aufgesetzten Brille eher wie ein Student denn wie ein American-Football-Spieler wirkt, überlegte sich auch schon, wie sein Vater ein Restaurant zu eröffnen. Emotionen geweckt und viele Sympathien gewonnen hat der Quarterback nach dem Titelgewinn, als er seine kleine Tochter Lily herzhaft knuddelte. Das zeigt, wie wichtig ihm auch seine Familie ist – und vielleicht hat er mit ihrer Unterstützung seine Karriere erst richtig lanciert.

Pressekonferenz nach dem Spiel:

(L'essentiel/Dominic Duss)

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